Auch Neubau steht zur Diskussion

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 Die Landesheimbauverordnung macht Investitionen ins Pflegeheim St. Georg erforderlich.
Die Landesheimbauverordnung macht Investitionen ins Pflegeheim St. Georg erforderlich. (Foto: Wolfgang Lutz)
Wolfgang Lutz

Der Küchen- und Speisesaalbereich im Erdgeschoss des Pflegeheims St. Georg in Ertingen wird bis September umgestaltet. Die Heimaufsicht hatte diese Maßnahmen im Rahmen der Landesheimbauverordnung gefordert. Die Kosten belaufen sich auf 64 000 Euro.

Ursprünglich war nach einer Begehung des Hauses mit den Planern ein Wanddurchbruch vorgesehen, der allerdings eine größere Baumaßnahme zur Folge gehabt hätte. Zusätzlich wurden zu dieser Maßnahme auch Brandschutzmaßnahmen erforderlich, so dass Kosten in Höhe von etwa 78 000 Euro ermittelt wurden. Nach weiteren Beratungsgesprächen hatte Heimleiter Stefan Bühler mit der Heimaufsicht nachverhandelt, wonach auf einen Wanddurchbruch verzichtet werden konnte und somit sich auch die Kosten wieder reduzierten.

Anstelle dieses Wanddurchbruchs werden die beiden Wände und die Tür zur Küche entfernt. Das Küchenmobiliar wird umgestaltet und dadurch ein freier Zugang für die Hausbewohner geschaffen. Entfernt werden muss auch die Glaswand zum Speisesaal, um weiterhin ein offenes Wohnen und eine größere Barrierefreiheit zu erlangen. Mit dieser einfacheren Lösung sei man zufrieden, so Heimleiter Stefan Bühler. Das Planungsbüro Schirmer und Partner, das die Kostenberechnung mit 64 000 Euro für den Umbau beziffert, wird auch die Ausschreibung der Baumaßnahme übernehmen. Zugestimmt hat der Gemeinderat auch einer überplanmäßigen Ausgabe von 10 000 Euro, da im Haushaltsplan für das laufende Jahr lediglich 54 000 Euro veranschlagt waren.

Angesichts dieser und weiterer großer Investitionen beim Altenpflegeheim konfrontierte Gemeinderätin Susanne Späth-Häußler den Heimleiter mit der Frage: „Gibt es denn die Möglichkeit, auch neu zu bauen?“ Dabei stieß sie eine Diskussion an, die die betroffenen Parteien anscheinend schon im Hinterkopf haben. „Klar, unser Haus hat Charme, was bei einem Neubau sicher verloren geht“, so Stefan Bühler. Trotzdem müsse er aus heutiger Sicht und nicht zuletzt aus Wettbewerbsgründen auch einen Neubau in Erwägung ziehen. Im Zuge der Landesheimbauverordnung, die unter anderem in Zukunft nur noch Einzelzimmerbelegung mit entsprechenden Raummaßen vorsieht, reduzieren sich die derzeitigen Wohneinheiten. Darauf müsse man reagieren. So muss der Altbau aufgestockt und umgebaut werden, um wirtschaftlich weiterarbeiten zu können – Kosten, die in jedem Fall in den kommenden Jahren auf die Gemeinde zukommen werden. So müsse man sich sicher ab dem Jahr 2020 Gedanken machen, wo es hingehen solle. Die Gemeinde werde sicher in diesem Zuge in den nächsten Jahren abwägen, so Bürgermeister Jürgen Köhler, ob ein Neubau in Frage kommt oder ob weiter in das bestehende Pflegeheim investiert wird. Das hänge schlussendlich auch von den Kosten ab, die den Ausschlag für einen Neubau oder die Sanierung des bestehenden Hauses gäben.

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