Rettungskräfte werden immer öfter Opfer von Gewalt

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190 Angriffe auf Feuerwehrleute und Rettungskräfte hat es im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg gegeben.
190 Angriffe auf Feuerwehrleute und Rettungskräfte hat es im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg gegeben. (Foto: Archiv: dpa/Carsten Rehder)
Schwäbische Zeitung

Feuerwehrleute und Rettungskräfte werden in Baden-Württemberg immer öfter Opfer von Gewalt. Die Zahl der Angriffe auf Feuerwehrleute und Rettungskräfte ist im vergangenen Jahr landesweit auf 190 gestiegen. Wie aus einer Pressemitteilung der beiden CDU-Landtagsabgeordneten August Schuler und Raimund Haser hervorgeht, seien dies fast viermal so viele Angriffe wie noch 2011. Die beiden Politiker beziehen sich auf eine Antwort des Innenministeriums nach einer Anfrage der CDU-Landtagsfraktion. Während der Landkreis Ravensburg mit elf Fällen im vergangenen Jahr auf dem unrühmlichen dritten Platz steht, ist es im Kreis Biberach nur zu einem Vorfall gekommen.

„Während sich der Landkreis Biberach, aus welchem die Illertalgemeinden zu meinem Wahlkreis gehören, auf konstant niedrigem Niveau bewegt, belegt der Landkreis Ravensburg einen dritten Platz im ganzen Land“, sagt Raimund Haser. Diese Zahl sei ein eindringlicher Appell an Gesellschaft und Politik, so die Abgeordneten Schuler und Haser. „Immer öfter schlagen unseren Einsatzkräften Hass, Beleidigungen und Gewalt entgegen.“

Immer öfter werde ihre Arbeit durch einen Mangel an Respekt erschwert. „Gerade die Einsatzkräfte brauchen aber den Rückhalt aus der Gesellschaft. Denn sie können nicht frei entscheiden, ob sie sich in gefährliche Situationen begeben wollen oder nicht.“ Deshalb sei es wichtig, jeden Angriff auf Einsatzkräfte umgehend und hart zu bestrafen.

„Das Polizeipräsidium in Ravensburg war die richtige und wichtige Entscheidung für die Sicherheitsarchitektur in der gesamten Region“, so Schuler. „Der Wunsch nach einem starken Staat wird zunehmend und über alle gesellschaftlichen Schichten hinweg lauter.“

Die meisten Fälle von Gewalt gegen Rettungskräfte gab es im vergangenen Jahr in den Stadtkreisen Stuttgart (18) und Mannheim (14), gefolgt von den Landkreisen Ravensburg und Esslingen. Am unteren Ende der Auflistung finden sich der Hohenlohekreis, der Stadtkreis Baden-Baden und der Landkreis Rottweil wieder. Hier wurden keine Fälle verzeichnet. Für den Landkreis Biberach ist zwar wie für den benachbarten Alb-Donau-Kreis 2019 nur ein Fall festgehalten worden, 2018 waren es jedoch noch vier, 2017 zwei.

„Mit einem engen Draht zur Blaulichtfamilie wollen wir auch zeigen, dass die Politik voll und ganz hinter unseren Rettungskräften, Feuerwehr und Polizei in Baden-Württemberg steht“, sagt Raimund Haser. Respekt gegenüber der Blaulichtfamilie heiße Respekt vor dem Staat, vor Ehrenamtlichen, vor Menschen, die Gutes leisten für die Gemeinschaft.

Deshalb sei es auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dieser – in ihrer Dimension neuen – Form der Respektlosigkeit entgegenzutreten. „Wir dulden nicht, dass Menschen, die sich für uns einsetzen, Angst um ihr Leben haben müssen.“

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