Gelungene Premiere von Brandner Kaspar

Lesedauer: 4 Min

Das gesamte Ensemble mit Darsteller, Musiker, Bühnenbauer und Maske.
Das gesamte Ensemble mit Darsteller, Musiker, Bühnenbauer und Maske. (Foto: Johann Willburger)

Die Erolzheimer Theatergruppe hat am Ostermontag mit dem Stück „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“ Premiere in der Mehrzweckhalle gefeiert. Für diese und drei weitere Aufführungen hatten die Erolzheimer Theaterspieler den bayerischen Text ins Schwäbische übersetzt. 250 Zuschauer waren gespannt, was sie geboten bekommen.

„Wenn heute alles so klappt, wie gestern bei der Hauptprobe, dann werden die Zuschauer zufrieden sein“, so Barbara Schmid ruhig und gefasst kurz vor der Aufführung. Sie hat den Zweiakter mit dem Erolzheimer Ensemble einstudiert. Edi Föhr spielt den Boindlkramer, so heißt in Bayern der Tod, im Schwäbischen nennt man ihn auch Knochenkarle. Dieser Boindlkramer klopft eines Tages beim Brandner Kaspar (Uli Götzeler) an die Tür, um ihn ins Jenseits abzuholen. Doch der stellt sich stur und will nicht mitkommen. Schließlich möchte er – Frau und Tochter sind schon früh verstorben – seiner Enkelin Marie ein schuldenfreies Anwesen hinterlassen.

Dafür benötigt er aber noch Zeit, um als Jagdhelfer und Wilderer genügend Einkünfte zu haben. Also verfällt der Brandner auf eine List. Er macht den Boindlkramer mit Kirschgeist betrunken und schwindelt ihm beim Kartenspiel einige weitere Lebensjahre ab, sodass dieser unverrichteter Dinge wieder abziehen muss. Die Sache wird allerdings im Himmel ruchbar. Der Boindlkramer wird zu Petrus zitiert und dazu verdonnert, den Brandner unverzüglich herbeizuschaffen. Völlig verzweifelt ob dieser schier unlösbaren Aufgabe macht er sich auf den Weg. Nach dem versprochenen Probeblick ins Paradies, mit dem er den Brandner zum Mitkommen überredet hatte, fasst dieser den Entschluss, nicht mehr zur Erde zurückzukehren. Doch kann er nicht sogleich ins himmlische Jenseits übersiedeln, droht ihm doch wegen seiner irdischen Missetaten das Fegefeuer.

Leise ist der immer vorhandene Witz der Inszenierung gepaart mit Tragik: Es passt zu diesem Stück. Und als der Brandner schließlich doch auf den Schwingen des Todes freiwillig „hinübergegangen“ ist, beklatschen die Zuschauer das Theater am Ende stürmisch und laut. „Eine gelungene Umsetzung ins Schwäbische und gute schauspielerische Leistungen, besonders des Boindlkramers. Das Stück hat eine gute Mischung aus Komik und Tragik. Ganz gut passen die zwischendurch gespielten Gstanzln des Bläserquintetts“, sagte Harald Kächler aus Balzheim.

„Das Zusammenspiel von Theater und Musik und das ganze Drumherum ist einfach klasse gemacht“, fand Mathias Zell aus Erolzheim. Christa Fritsch aus Öpfingen hat den SZ-Vorbericht und war spontan zur Premiere zu kommen. „Diesen Brandner Kaspar in Schwäbische muss man gesehen und gehört haben – einmalig.“

Weitere Vorstellungen sind am 22., 23. und 29. April um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Erolzheim. Karten sind erhältlich im Rathaus Erolzheim zum Preis von acht Euro und an der Abendkasse für zehn Euro. Einlass ist jeweils um 18.30 Uhr. (jowi)

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen