2000 Besucher verfolgen Narrensprung in Erolzheim

Lesedauer: 4 Min
Ferdinand Leinecker

Die fünfte Jahreszeit zieht viele in den Bann, am Wochenende war jetzt Erolzheim dran. Ob alt oder jung, viele Besucher kamen zu diesem zehnten Narrensprung. Bei herrlichem Umzugswetter säumten die Gäste die Straßen an der neuen Umzugsstrecke und feierten ganz nach dem Narrenruf der ausrichtenden Narrenzunft „Deifel-Weib“ Erolzheim: „S’Deifel Weib – feschdet heit.“

Bereits am Samstagabend begann das Festwochenende mit dem Fasnets-Opening in der Reithalle. Show- und Brauchtumsgruppen sowie Einlagen von Guggamusikern und Spielmannszügen stimmten die Besucher auf den Umzug am Sonntag ein.

Am Sonntag um kurz nach 13.30 Uhr war es schließlich so weit. Zunftmeister Jürgen Hirsch gab das Start-Kommando und der große Narrensprung mit 78 Gruppen sowie rund 2800 Hästrägern setzte sich, angeführt vom Spielmannszug Erolzheim und den Cheerleadern, in Bewegung durch die Erolzheimer Straßen.

Maskenträger aus verschiedenen Regionen reisten dafür an. „Das ist es, was diesen Umzug so einzigartig macht, meinte eine Besucherin. „Die bekannten Narrenzünfte aus dem Landkreis Biberach sind da, aber auch viele Zünfte die ich noch nie gesehen habe“, sagte sie.

Die Zünfte aus Hohenzollern, Schwenningen, Moosheim und Bayern waren eine Bereicherung dieses Narrensprungs mit ihren urigen Narrenrufen. Jeder der 78 mitwirkenden Narrenzünfte von Aitrach bis Wuchzenhofen zeichnete sich durch seinen eigenen Narrenruf aus, aber besonders bemerkenswert waren die schönen Masken und Kostüme.

Viele Kinder machen mit

Um den Nachwuchs müssen sich die Narren bestimmt nicht sorgen, denn viele Umzugsteilnehmer waren Kinder, sogar im Kinderwagen, geschoben von ihren Eltern. Guter Dinge waren auch hoch auf der Bühne Zunftmeister Jürgen Hirsch und Bürgermeister Jochen Ackermann.

Konfetti-Verbot

Das Werfen von Konfetti war in diesem Jahr verboten. „Konfetti ist eine Belastung für die Umwelt, die Kläranlagen und die Kehrmaschinen“, begründete Hirsch im Vorfeld das Verbot. Das Konfetti hat bestimmt niemand vermisst, es ging auch ohne und tat der Stimmung bei diesem Narrensprung keinen Abbruch.

Auf die Frage, wie ihm nun der Umzug gefallen hat, antwortete Hirsch: „Wie Sie wissen, wollten wir aus diversen bekannten Gründen keinen Narrensprung mehr veranstalten. Jetzt im Nachhinein darf ich sagen, dass ich und die ganze Narrenzunft froh sind, ihn ausgerichtet zu haben. Tolles Wetter, tolle Gruppen, tolle Stimmung. Mehr als 2000 begeisterte Besucher, die das Brauchtum pflegen, was will man mehr.“ Nach diesem bunten Umzug ging das Narrentreiben in der Reithalle und in den umliegenden Räumlichkeiten noch lange weiter, ganz nach dem Motto: „S’Deifel-Weib feschdet heit.“

Meist gelesen in der Umgebung

Mehr zum Thema

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen