Warum am B312-Rückbau kein Weg vorbeiführt

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Die B 312 zwischen Erlenmoos und Edenbachen soll zurückgebaut werden, sobald die Ortsumfahrungen fertig gestellt sind. Das wird
Die B 312 zwischen Erlenmoos und Edenbachen soll zurückgebaut werden, sobald die Ortsumfahrungen fertig gestellt sind. Das wird aber noch einige Zeit dauern. (Foto: Daniel Häfele)

Tausende Autos und Ketten von Lastzügen rollen täglich auf der B 312 zwischen Erlenmoos und Edenbachen. Sobald die B-312-Ortsumfahrungen für Ringschnait, Ochsenhausen und Erlenmoos/Edenbachen verwirklicht sind, soll der Verkehr auf dem etwa drei Kilometer langen Abschnitt weitgehend verschwinden. Denn die dann „alte“ B 312 soll zurückgebaut werden. Ein Vorhaben, das manche Erlenmooser und Edenbacher noch immer mit Sorge betrachten.

Eigentlich hätte die Gemeinde schon vor zwei Monaten ihre Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren der B-312-Ortsumfahrungen abgeben sollen. Doch die Frist Mitte September sei nicht zu schaffen gewesen, so Bürgermeister Stefan Echteler. Er trat Anfang September sein Amt an und habe mehr als acht Tage Zeit gebraucht, um das Thema zu fassen. Mitte Oktober sollte der Gemeinderat schließlich darüber beraten. Doch kurzfristig flog der Punkt von der Tagesordnung, was manchen Bürger enttäuschte, der extra deswegen zur Sitzung gekommen war. Damals hatte es noch einen größeren Abstimmungsbedarf gegeben.

In dieser Woche nun sprach sich das Gremium einstimmig für die große Umfahrung der beiden Orte aus. Diese Variante bringe auch für die Erlenmooser Ortsdurchfahrt die größte Entlastung, erläuterte Echteler. Allerdings bittet die Verwaltung den Bund aus mehreren Gründen darum, den Rückbau der „alten“ B312 so gering wie möglich zu halten.

Feuerwehr braucht Verbindung

So sei die Straße Teil des vom Land geplanten „Radnetz Baden-Württemberg“ und Anwohner des Laubacher Wegs müssten zu ihren Grundstücken genauso wie der landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Verkehr zur Biogasanlage kommen. Zudem fordert die Kommune, dass dort weiterhin der Schul- und Kindergartenbus verkehren kann. „Auch die Feuerwehr muss dort fahren dürfen, um rechtzeitig in Edenbachen anzukommen“, bekräftigte Echteler. Ansonsten könnten wertvolle Minuten auf der Strecke bleiben.

Wenn die Ortsumfahrungen eines Tages fertig sind, können die Einwohner nicht mehr auf direktem Weg zwischen den Orten hin- und herfahren, sondern müssen einen kleineren Umweg in Kauf nehmen. Geplant ist zwischen Edenbachen und Erlenmoos nämlich dann eine 3,50 Meter breite asphaltierte Straße mit einem befestigten Schotterbankett (1,50 Meter) auf beiden Seiten. Für den Individualverkehr soll diese gesperrt werden.

Das löste bereits in diversen öffentlichen Veranstaltungen in der Vergangenheit bei machen Bürgern Kopfschütteln aus. Erlenmoos wirkt in der Stellungnahme nun auf eine breitere Straße hin. So sollte es möglich sein, dass ein großes landwirtschaftliches Fahrzeug, wie zum Beispiel eine Erntemaschine mit Ausnahmegenehmigung, ein Fahrrad auf dieser Trasse überholen kann.

In der Sitzung wurde ein Breite zwischen vier und 4,50 Meter genannt. „Das haben auch andere Gemeinden hinbekommen“, zeigte sich der Rathauschef zuversichtlich. Gerade für den landwirtschaftlichen Verkehr dürfte die Verbindung eine große Bedeutung bekommen, weil dieser die Umfahrung nicht mehr benutzen soll. Laut Echteler soll die „neue“ B 312 eine Kraftfahrstraße werden

Gemeinde sind Hände gebunden

Zwei Bürger, die sich in der Sitzung zu Wort meldeten, konnten nicht nachvollziehen, warum die Gemeinde keine breitere Straße fordert und der Individualverkehr später einmal außen herumfahren muss. Echteler machte mehrfach deutlich, dass dem Gemeinderat und ihm hierbei die Hände gebunden seien.

„Wir haben uns lange und intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt“, sagte er. Doch die Trasse verlaufe durch das Landschaftsschutzgebiet Iller–Rottal beziehungsweise ein landschaftliches Vorbehaltsgebiet: „Diese besagen, dass es zwischen Erlenmoos und Edenbachen nur eine Verbindung geben kann.“ Dabei handle es sich um höherrangiges Recht, welches die Gemeinde nicht einfach aushebeln könnte.

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