Erlenmooser Wehr braucht neues Fahrzeug

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Die Jugenfeuerwehr mit den Kommandanten und Jugendleiter vor dem Löschfahrzeug 8/6: Wenn es nach der Verwaltung geht, soll die
Die Jugenfeuerwehr mit den Kommandanten und Jugendleiter vor dem Löschfahrzeug 8/6: Wenn es nach der Verwaltung geht, soll die Erlenmooser schon bald ein weiteres Fahrzeug erhalten. (Foto: Archiv: Bruno Gerner)

Die Erlenmooser Feuerwehr soll ein neues Fahrzeug erhalten: einen Mannschaftstransportwagen (MTW). „Dieses Fahrzeug ist nicht nur sinnvoll, sondern auch dringend notwendig“, sagte Bürgermeisterin Alexandra Scherer in der Gemeinderatssitzung. Sie verwies dabei auf den jetzt vorgestellten Feuerwehrbedarfsplan, den die Verwaltung mit Feuerwehr und einem Fachbüro in den vergangenen Jahren erstellt hat.

Erstmals legte die Gemeinde einen Feuerwehrbedarfsplan dem Gemeinderat vor. Ziel des Papiers ist, die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr sicherzustellen. Denn auch für eine 1700 Einwohner große Kommune ist es wichtig, dass im Notfall alles reibungslos funktioniert. Dazu gehört neben einer ausreichenden Truppenstärke auch die technische Ausstattung.

So besitzt die Erlenmooser Wehr derzeit ein Löschfahrzeug 8/6, was laut Bedarfsplan aber zu wenig ist. „Wir haben nur ein Fahrzeug. Keiner kann von einem Einsatz zurückfahren, um noch etwas zu holen“, erläuterte Scherer die Problematik. Zudem würden die Feuerwehrleute auch an gefährliche Unfallstellen auf der B 312 gerufen: „Für eine Absicherung ist ein Respekt einflößendes Fahrzeug sicherlich hilfreich.“

Kreisbrandmeister Peter Frei befürwortete die Anschaffung eines MTW. „Für eine Kommune wie Erlenmoos ist ein wasserführendes Fahrzeug und ein Mannschaftstransportwagen keineswegs übertrieben.“ Ein MTW könnte auch bei Großschadenslagen wie Hochwasser oder Starkregen Entlastung bringen. Er regte gar an, die Fahrzeugkonzeption generell zu überdenken. Denn es stehe ohnehin 2022 eine Ersatzbeschaffung für das LF 8/6 (Baujahr 1997) an. „Man könnte auch auf drei kleinere Fahrzeuge setzen“, sagte Frei. Dies sei zwar nicht die günstigere Alternative, erlaube aber mehr Flexibilität. Trotz der Dringlichkeit beim MTW stehen die Chancen für einen Zuschuss schlecht, die Gemeinde muss die Investition selbst schultern. Rund 60 000 Euro brutto könnte – je nach Ausstattung – ein solcher Transporter kosten, wie Scherer sagte. Sie appellierte an die Räte, das Geld dafür im Haushalt 2019 einzuplanen.

Verbesserungsbedarf sieht der Kreisbrandmeister bei der Tagesverfügbarkeit der Einsatzkräfte. Zwischen 7 und 17 Uhr wird eine Mannschaftsstärke von neun Feuerwehrleuten nämlich nur bei 62,5 Prozent der Einsätze erreicht. „Das Ziel sollte 80 Prozent sein“, sagte Frei. So wie Erlenmoos gehe es aber vielen Kommunen auf dem Land. Deshalb empfahl er, künftig mit einer Mannschaftsstärke von sechs Leuten zu kalkulieren. Aufgrund der Fahrzeugtechnik reichten heutzutage auch sechs Feuerwehrleute, um den Ersteinsatz abzudecken. Gleichzeitig sollten nicht nur Jugendliche als Mitglieder angeworben werden, sondern auch Quereinsteiger.

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