Erlenmooser bringen Alexandra Scherer hoch hinaus

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Es ist der Schlusspunkt ihrer sechsjährigen Amtszeit als Bürgermeisterin von Erlenmoos: Alexandra Scherer ist am Donnertagabend im örtlichen Gemeindesaal verabschiedet worden. Redner und Beiträge der Vereine machten deutlich: Sie lassen die 47-jährige aus Obersulmetingen nur ungern nach Bad Wurzach weiterziehen.

„Schade. Aus Sicht der Gemeinde hätte das nicht sein müssen“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Josef Dornacher. Persönlich könne er ihren Schritt, am Montag den Posten in Bad Wurzach zu übernehmen, nachvollziehen. Und heimlich sei man sogar etwas stolz darauf, dass sie mit knapp 80 Prozent die Wahl für sich entschied. Er würdigte vor den Gästen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche ihre Verdienste – angefangen bei der Ausweisung von Baugebieten über die Erweiterung des Kindergartens Wuselnest bis hin zu den Fortschritten beim ehemaligen Gasthaus Ochsen. Es gingen noch weitere Projekte über ihren Schreibtisch, weshalb Dornacher von einer „fulminanten Amtszeit“ sprach. Auch, was das Geld betrifft. „Dieser Finanzverlauf ist imponierend“, sagte er. Der Schuldenstand habe sich halbiert: „Für den Nachfolger wird es schwierig, das zu toppen.“

Dekan Sigmund F. J. Schänzle bezeichnete Scherer als den „lebendigen Bindestrich“ in der katholischen Kirchengemeinde Ochsenhausen-Erlenmoos: „Ohne Widerspruch sind Sie von Anfang an beim St.-Georgs-Ritt mitgeritten.“ In Bezug auf den Blutritt in Bad Wurzach, bei dem Bürgermeister nicht auf dem Pferd sitzen, sagte er: „Tradition kann man auch beginnen.“ Laut Manfred Storrer, Dezernent im Landratsamt Biberach, hat der Kreis durch Scherers Arbeit viel gewonnen. Was den Haushalt betrifft, habe sie eine beachtliche Bilanz vorzuweisen.

Thomas Dörflinger, CDU-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Biberach, bedauerte Scherers Weggang ebenfalls: „Wenn es um dein Erlenmoos ging, warst du immer ganz hartnäckig – und das meine ich positiv.“ Ochsenhausens Bürgermeister Andreas Denzel dankte ihr für die verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft. Er hob auch den gemeinsamen Kampf für die B-312-Ortsumfahrungen hervor: „Das war ein starkes Signal.“

Die örtlichen Vereine werden Scherer vermissen. Gerhard Demmel und Artur Schaupp verlasen dazu abwechselnd kurze Bekundungen. „Sie waren bei allen Vereinen sehr beliebt. Bei allen Problemen haben sie eine Lösung gefunden, ohne in die Luft zu gehen“, fasste Schaupp zusammen. „Zum Abschied wollen wir Sie aber noch in die Luft bekommen.“ Vertreter der Vereine überreichten ihr einen Gutschein für eine Heißluftballonfahrt. Der Singkreis, der Fanfarenzug und die Musikkapelle umrahmten die Veranstaltung musikalisch.

Die scheidende Bürgermeisterin war ob der vielen lobenden Worte und einfallsreichen Geschenke gerührt. „Mir ist jetzt auch wehmütig“, sagte Scherer. Sie zählte ein paar Meilensteine ihrer Amtszeit auf, darunter auch die Ortsumfahrungen. „Ich bin stolz darauf, wo wir heute stehen“, sagte sie. Unvergessen sei die Fahrt zur Anhörung nach Tübingen mit vier Bussen und die politische Demonstration in Ochsenhausen: „Die Bürger haben für ein Straßenbauprojekt demonstriert – und das in Oberschwaben, wo man ja mit der Meinungsäußerung eher zurückhaltend ist.“ Sie werde alle im Herzen behalten.

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