Beim Fahren auf der Wippe ist Geschick gefragt

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Ferdinand Leinecker

Der IHC-Club Erlenmoos richtet mittlerweile seit 16 Jahren sein IHC- und Oldtimer-Traktortreffen aus. Trotz Badewetter kamen viele Besucher, um mehr als 125 Traktoren zu bestaunen. Viele auswärtige Gäste waren bereits am Vortag angereist und campierten in ihrem Wohnwagen neben dem Festgelände.

Das Kürzel IHC steht für das Unternehmen International Harvester Company. Die amerikanische Firma baute von 1908 bis 1997 in Neuss am Rhein Traktoren sowie landwirtschaftliches Gerät. In Erlenmoos war unter anderem ein 80 Jahre alter Traktor Baujahr 1938, quasi der Vater von 606 925 Stück in Neuss gefertigten Traktoren, sehen. Außer der Marke IHC standen am Samstag natürlich alle wichtigen Bulldogmarkenauf der Festwiese. Fendt, John Deere, Eicher, Hanomag, Ford und viele mehr waren vertreten.

Die Idee, einen IHC-Club in Erlenmoos zu gründen, entstand an einem Stammtisch. „Wir, damals alles junge Landwirte, saßen bei einem gemütlichen Feierabendbier zusammen und schwärmten von den alten Zeiten. Was für die Stadtkinder das Fahrrad war, war für uns Landbuben der Traktor. Schon in jungen Jahren mussten wir in der Landwirtschaft mithelfen und unser bester Freund war der Traktor“, erzählt Clubmitglied Josef Maucher.Viele Landwirte hätten früher deinen Traktor der Firma IHC besessen. So sei damals die Idee entstanden, einen IHC-Club zu gründen. Und wenn er sehe, wie viele Menschen heute trotz der Hitze da seien und dass mehr als 125 Fahrzeuge von überall her zu diesem Treffen angereist seien, könne er mit Stolz sagen: „Diese Idee damals war sehr gut.“

Geschicklichkeitsspiele rund um und mit dem Traktor waren am Nachmittag angesagt, nachdem das traditionelle „Grombiera“-Essen, für Nichtschwaben Kartoffeln mit Butter, Käse und Milch, vorbei war. Die Grombiera wurden noch, wie früher, in einem mit Holz geheizten Kessel gekocht. Viele Besucher würden sich schon Wochen vorher auf dieses besondere Schmankerl freuen, sagt Maucher.

So gestärkt gelang es vielen Fahrern, ihren Traktor auf einer Wippe durch Hin- und Herfahren auszubalancieren, ohne zu kippen. Dieses Fahrgefühl begeisterte die Zuschauer. Ein jeder Teilnehmer durfte sich über Applaus freuen. Die Ausfahrt gegen Abend wurde von vielen Traktoristen dankend angenommen, versprach sie doch Abkühlung durch den Fahrtwind bei der Hitze.

Im Feststadel wurde schließlich mit rund 300 Gästen bis in die Nacht gefeiert. Die sommerlichen Temperaturen und die „Original Bidumtaler Musikanten“ brachten richtig Stimmung in den alten Stadel, dabei klang ihr Sound genauso gut wie der Sound der geliebten Oldtimer-Traktoren.

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