Weil das Geld fehlt, packen viele mit an

Lesedauer: 4 Min
Sie haben gemeinsam den ersten Spatenstich gesetzt: Ralf Lebherz (von links), Werner Högerle, Stephan Högerle, Bernd Fischer, Jo
Sie haben gemeinsam den ersten Spatenstich gesetzt: Ralf Lebherz (von links), Werner Högerle, Stephan Högerle, Bernd Fischer, Jochen Ackermann und Thomas Sick. (Foto: Daniel Häfele)

Für die Menschen in Edelbeuren ist es ein Herzensprojekt: der Bau des Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehauses in zentraler Lage. Weil die Zuschüsse geringer als erwartet ausfielen, drohte das Vorhaben zunächst zu scheitern. Doch viele Helfer erklärten sich daraufhin bereit, das fehlende Geld mit ihrer Arbeitskraft zu kompensieren. Mit einem Spatenstich hat der Neubau jetzt offiziell begonnen.

„Besonders freut den Gemeinderat und mich, dass viel in Eigenleistung gemacht wird“, lobt Bürgermeister Jochen Ackermann das Engagement vieler Bürger. Auf dem Festplatz in der Ortsmitte soll in den kommenden Monaten ein zweistöckiges Gebäude für die Feuerwehr und das Dorfleben entstehen. Die Grundfläche für das Haus in Holzständerbauweise beträgt 175 Quadratmeter, wie Ralf Lebherz vom Architekturbüro Sick & Fischbach erklärt. Nach der Fertigstellung soll das Gebäude mehreren Gruppen und Vereinen eine neue Heimat sein.

Die Kosten belaufen sich auf 660 000 Euro. An Zuschüssen aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) erhält die Gemeinde 210 000 Euro, den restlichen Betrag muss sie selbst stemmen. „Ohne die freiwilligen Eigenleistungen hätten die Kosten bei 770 000 Euro gelegen“, erläutert Ackermann im SZ-Gespräch. Während der Rohbau von Firmen erstellt wird, kümmern sich die Freiwilligen um den Ausbau wie Verputzen, Malerarbeiten oder Verlegen von Fliesen.

Gebraucht wird das neue Gebäude aus mehreren Gründen. Anstoß für die Überlegungen war ein größere Platzbedarf der örtlichen Feuerwehrabteilung. „Der Anbau sollte klein und möglichst günstig sein“, schildert Gemeinderat Stephan Högerle die anfänglichen Planungen. Da eine Ersatzbeschaffung für das alte Feuerwehrfahrzeug ansteht, braucht es nämlich eine größere Garage. Doch je mehr sich die Akteure damit beschäftigten, desto deutlich wurde: Im Ort wünschen sich auch andere Gruppen und Vereine einen zentralen Versammlungsort. Stephan Högerle sagt: „Wir wollen aber keinen Gegenpol zu bestehenden Gaststätten aufbauen.“

Feuerwehrabteilung wächst stetig

Die Freude über den Baustart ist auch bei Abteilungskommandant Bernd Fischer groß gewesen. Weder Toiletten noch Waschmöglichkeiten gebe es im bestehenden Feuerwehrgerätehaus, beschreibt er die Not. Dabei wächst die Wehr stetig. Als er im Jahr 2004 zur Abteilung gestoßen sei, habe diese acht aktive Mitglieder gezählt. „Jetzt sind wir bei 18 Aktiven, darunter Frauen und Männer“, sagt Fischer. Und die Entwicklung wird ähnlich positiv weitergehen. „Derzeit sind sieben Edelbeurer in der Jugendfeuerwehr Erolzheim, die unsere Mannschaft weiter wachsen lassen wird“, erläutert Fischer. „Diese Zahlen zeigen, welche gute Jugendarbeit geleistet wird.“

Bis die Feuerwehrleute und die Dorfgemeinde ihr neues Domizil beziehen können, müssen sie nicht nur noch einiges an Arbeitskraft aufbringen, sondern auch etwas Geduld. Wohl im Sommer 2019 soll die Baustelle fertig sein, je nachdem, was das Wetter macht. Um die Eigenleistungen besser zu koordinieren, organisiert die Gemeinde noch eine Informationsveranstaltung. Ein Termin hierfür steht noch nicht fest.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen