Gewerbeentwicklung künftig im Norden Oberessendorfs

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Schwäbische Zeitung

Die Gemeinde Eberhardzell strebt eine weitere gewerbliche Entwicklung in Oberessendorf an und richtet den Blick hierfür in den Norden des Ortsteils. In der Gemeinderatssitzung wurde ein hinter verschlossenen Türen gefasster Beschluss hierzu bekanntgemacht: Damit wurde Bürgermeister Guntram Grabherr beauftragt, auf entsprechende Potenzialflächen im Flächennutzungsplan (FNP) 2035 hinzuwirken.

Es geht dabei um die mittel- bis längerfristige Richtung – von einer konkreten Firmenansiedlung ist die Gemeinde noch weit entfernt. Und diese Richtung lautet eben: weitere Gewerbegebiete im Norden und nicht im Süden, damit die Wohngebiete im Ort nicht „umklammert“ werden. Grabherr erinnerte im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ daran, dass ja genau deswegen im aktuell laufenden Verfahren zur 4. Änderung des FNP 2020 die potenzielle Gewerbefläche „Klee“ kontrovers diskutiert wurde; diese würde südlich ans bestehende Gebiet „Kalmus“ anschließen und wird in Oberessendorf kritisch gesehen.

Während es in diesem Fall um den aktuellen FNP geht, der bis 2020 reicht, bezieht sich der jetzt gefasste Beschluss auf einen längeren Horizont im FNP 2035. Dort soll nach dem Willen des Gemeinderats ein Areal nördlich der Firma Mühlschlegel für künftige gewerbliche Entwicklungen vorgesehen werden. Grabherr machte darauf aufmerksam, dass diese Pläne einer gewünschten B-30-Umfahrung Oberessendorf nicht in die Quere kommen: Die Größe der ins Visier genommenen Flächen ist so bemessen, dass sie zwischen der bestehenden B-30-Trasse und der Plantrasse für eine Umfahrung Platz hätten. Die Umfahrung ist in nächster Zeit zwar nicht zu erwarten, nach Angaben des Rathauschefs im Grundsatz aber weiter auf dem Zettel des Regierungspräsidiums.

Der FNP legt in Grundzügen fest, wo Wohngebiete entstehen können und wo Gewerbegebiete und welche Flächen der Landwirtschaft vorbehalten bleiben. Die Abgrenzung der verschiedenen Nutzungen erfolgt nicht im FNP parzellenscharf. Da dennoch Fragen des Grundeigentums tangiert sein, erfolgten diese Vorüberlegungen nichtöffentlich, sagte Grabherr. Um tatsächlich ein Gewerbegebiet auszuweisen und abzugrenzen, muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden, wenn es so weit ist.

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