Firma Zimmermann darf expandieren

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Suchfläche zwei und vier bleiben drin, eins und drei bis auf die Teilfläche Klee fliegen raus, eine neue Suchfläche Kalmus-West
Suchfläche zwei und vier bleiben drin, eins und drei bis auf die Teilfläche Klee fliegen raus, eine neue Suchfläche Kalmus-West (Foto: Grafik: Imakomm Akademie)

Die Teilfläche Klee wird in das Gewerbeflächenentwicklungskonzept aufgenommen. Konkret bedeutet das, dass die Firma Zimmermann auf dem Grundstück, das ihnen bereits gehört, zwei Lagerhallen bauen kann. Der Gemeinderat Eberhardzell stellte sich damit gegen den Beschluss des Ortschaftsrats.

Der Entscheidung war eine lange und lebhafte Diskussion vorausgegangen. Verfolgt wurde diese von knapp 30 Bürgern, vorwiegend aus Oberessendorf, die zur Gemeinderatssitzung gekommen waren. Mit im Publikum saßen unter anderem die direkten Anwohner, die diese bauliche Veränderung betrifft sowie die Unterzeichner des Bürgerbriefs (SZ berichtete). Oberessendorfs Ortsvorsteher Manfred Gnann appellierte mit viel Emotion an seine Ratskollegen, die Belange der Bürger ernstzunehmen. Bereits die Informationsveranstaltung am 5. Januar habe gezeigt, dass im Ort Einigkeit herrsche. „Wir entziehen uns nicht unser Verantwortung und wir sagen Ja zum Gewerbestandort Oberessendorf aber ganz klar Nein zu neuen Gewerbestandorten“, so Gnann.

Ortschaftsrat sagt Nein

Nicht nur würden mehrere direkte Anwohner durch den Bau der Lagerhallen auf der Teilfläche Klee unmittelbar beeinträchtigt. Der ganze Ort würde benachteiligt durch ein erhöhtes Lärmaufkommen und ein verschlechtertes Ortsbild.

Sein Fazit: Dass die Oberessendorfer auch künftig noch gerne in ihrer Heimat lebten, sei wichtiger, als den Ort noch weiter überproportional mit weiteren Gewerbeflächen an dieser Stelle zu belasten. Gnann appellierte an den Rat, sowohl die Suchfläche eins und drei aus dem Gewerbeflächenentwicklungskonzept und damit auch aus dem Flächennutzungsplan zu nehmen. Jene Gemeinderäte, die sich in der Diskussion äußerten, zeigten Verständnis für die Belange der Oberessendorfer. „Wir als Gemeinderäte müssen jedoch überlegen, was das Beste für die Gesamtgemeinde ist“, sagte Manfred Lämmle. Der Bedarf nach weiteren Gewerbeflächen sei da und wichtig. Wenn man den ortsansässigen Unternehmen nicht die Möglichkeit gebe sich bei Bedarf zu vergrößern, könnten diese eines Tages den Ort verlassen - was sich direkt auf die Gewerbesteuer und den Wohlstand der Gemeinde auswirken würde. „Auch die Wohnqualität muss finanziert werden“, so Lämmle. Und da die Firma Zimmermann die Teilfläche ja bereits besitze, halte er es für sinnvoll, der Firma auch die Möglichkeit zu bieten, diese zu bebauen. Lämmle appellierte an den Ortschaftsrat, das Gespräch mit Zimmermann zu suchen, um gemeinsam einen Kompromiss zu finden.

Gnann erwiderte, dass es bereits konstruktive Gespräche mit der Firma Zimmermann gegeben habe, keine der beiden Seiten jedoch bereit gewesen sei, von ihrer Position abzuweichen. Der Ortsvorsteher bemängelte zudem, dass die eingereichten Grafiken der Firma die Realität nicht widerspiegelten und die wahren Probleme ignorierten.

Der Kompromiss

Alois Denzel sagte, dass es bei einem solchen Thema keine Entscheidung gebe, mit der man es allen Recht machen könne. Auch er vertrat jedoch die Position, dass der Gemeinderat es einem Unternehmen möglich machen sollte, sich an seinem bestehenden Standort zu vergrößern, falls möglich. Er schloss sich dem Vorschlag der Verwaltung an, die Suchfläche eins und drei bis auf die Teilfläche Klee herauszunehmen. Den zweiten Vorschlag der Verwaltung, als Alternative eine neue Suchfläche Kalmus-West vorzuschlagen, befürwortete er ebenfalls.

Weitere Gemeinderäte, die alle nicht aus Oberessendorf stammen, schlossen sich dieser Sichtweise an. Relativ große Einigkeit herrschte zudem darüber, dass es an der Zeit sei, sich wieder mehr für eine Verlegung der B30-Trasse starkzumachen. Der durch die Bundesstraße verursachte Lärm sei die größte Belastung für den Ort. „Das können zwar nicht wir entscheiden, aber wir können uns mehr dafür einsetzen“, fasste Bürgermeister Guntram Grabherr zusammen. Grabherr erinnerte zudem erneut daran, dass es im Moment nur darum gehe, potenzielle Flächen erst einmal aufzuzeigen. Die Suchflächen seien deutlich größer als der Bedarf.

Der Gemeinderat beschloss zudem, die Suchfläche neun für ein potenzielles interkommunales Gewerbegebiet auf der Gemarkung Oberessendorf stark zu reduzieren, um den Ort nicht noch zusätzlich zu belasten. Die Suchfläche umfasst nun nur noch die bestehenden Kalmus-Gewerbegebiete, die neu beantragte Suchfläche Kalmus-West und etwas Fläche drumherum. Ausgenommen sind die Suchflächen eins und drei.

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