Es standen und stehen große Aufgaben an

Lesedauer: 6 Min
 Sie wurden beim Neujahrsempfang mit der Ehrennadel der Gemeinde Eberhardzell in Silber ausgezeichnet (v.l.): Manfred Gnann, hie
Sie wurden beim Neujahrsempfang mit der Ehrennadel der Gemeinde Eberhardzell in Silber ausgezeichnet (v.l.): Manfred Gnann, hier mit Ehefrau Susanne; Manfred und Brunhilde Koch sowie Anton Tremel, hier mit Ehefrau Lore. Die Auszeichnungen verlieh Bürgermeister Guntram Grabherr. (Foto: Gabi Ruf-Sprenger)
Gabi Ruf-Sprenger

Rund 200 Bürger und Ehrengäste sind am Abend von Drei-König zum Neujahrsempfang der Gemeinde Eberhardzell in die Umlachtalhalle gekommen. Bürgermeister Guntram Grabherr bot einen Rückblick auf ein für die Gemeinde erfolgreiches Jahr 2018 und gab einen Ausblick auf die Herausforderungen und Aufgaben in 2019.

Vor dem Jahresrückblick jedoch verlieh Bürgermeister Grabherr vier Bürgern die Eberhardzeller Ehrennadel in Silber. Martin Tremel aus Eberhardzell, Brunhilde und Manfred Koch aus Füramoos sowie Manfred Gnann aus Oberessendorf haben sich über viele Jahrzehnte hinweg ehrenamtlich in Vereinen, Organisationen sowie kommunalpolitisch zum Wohl der Gemeinde engagiert. Dafür gab es nicht nur die Ehrennadel sowie dankende Worte und ein Präsent von Bürgermeister Guntram Grabherr, sondern auch große Anerkennung und lange anhaltenden Beifall von den Gästen des Neujahrsempfangs.

Den Rückblick auf das vergangene Jahr startete Bürgermeister Grabherr mit wenigen, dafür prägnanten Zahlen: Insgesamt 19 mal tagte der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung, um mehr als 192 Tagesordnungspunkte und 60 Baugesuche zu beraten. Es fanden zudem weitere 17 nichtöffentliche Sitzungen mit insgesamt 64 Tagesordnungspunkten statt.

Da Bilder oft mehr zeigen, als viele Worte ausdrücken können, bot Grabherr einen Foto-Rückblick auf das Jahr 2018. Gezeigt wurden verschiedene Aktivitäten in 2018 sowie Gemeindeprojekte, die im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden: die Einweihung des Feuerwehr-Gerätehauses in Füramoos, Feuerwehr-Jahreshauptprobe, Jugendfeuerwehr-Helferfest, die Fassadensanierung der Gebhard-Müller-Schule sowie die Neumöblierung von vier Klassenzimmern und die Digitalisierung, die Neugestaltung von Kindergarten-Außenbereichen und Spielplätzen und der Seniorenausflug nach Tripsdrill.

Besonders hervorgehoben wurden auch das 150-jährige Vereinsjubiläum des Liederkranzes, das 70-jährige Bestehen des VDK und das 50-jährige Jubiläum der Katholischen Landjugend in Eberhardzell. Etwas ausführlicher ging Bürgermeister Grabherr unter dem Stichwort „Stadtsanierung“ auf die verschiedenen Phasen der Sanierung der Zehntscheuer ein. Bei diesem Stichwort gab es sowohl Rück- wie auch Ausblick auf die Maßnahmen Albrechtareal, sowie im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum in Füramoos und Dorfanger Oberessendorf. Der Ausblick der Projekte für das kommende Jahr zeigte, dass Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung auch in 2019 viel Arbeit vor sich haben.

Eberhardzell weiterhin schuldenfrei

Bei all den vielen getätigten und anstehenden Ausgaben freute sich Grabherr darüber, dass es der Gemeinde finanziell weiterhin gut gehe und Eberhardzell schuldenfrei ins neue Jahr starten könne. Mit Blick auf 2019 und insbesondere auf die anstehenden Kommunal- und Europawahlen forderte Grabherr die Bürger dazu auf, sich auch weiterhin aktiv einzubringen. Er bat jene, die bereits in kommunalpolitischen Gremien tätig sind, hier weiterhin mitzuwirken und warb bei jenen, die sich bislang noch nicht politisch engagiert haben, sich Gedanken über eine mögliche eigene Kandidatur zu machen. Demokratie lebe vom Mitmachen, so Grabherr. Darüber hinaus biete gerade die Kommunalpolitik sehr direkt die Möglichkeit, das Leben in der Gemeinde mitzugestalten.

Bei all dem Positiven, das es zu berichten gab, ließ der Bürgermeister auch Kritik hören, die vor allem an die politischen Vertreter von Bund und Land gerichtet war. Die vierte Änderung des Flächennutzungsplans sei genehmigt. Doch aufgrund der Widersprüchlichkeit der Vorgaben des Landes in Bezug auf Wohnungsbau und die Ansiedlung von Betrieben, sei die Gemeinde insbesondere durch die Raumordnungsbehörde Tübingen sehr eingeschränkt. Grabherr: „Meine Botschaft an die Politik lautet: Den Knoten lösen! Wir müssen zeitnah handeln können.“ Einen Unternehmer, der sich in der Gemeinde niederlassen wolle und jetzt nach einem geeigneten Grundstück suche, den könne er nicht auf die nächsten Jahre vertrösten, so Grabherr: „Dann ist der weg und geht wo anders hin.“

Am Ende des Abends bot sich den Gästen beim anschließenden Stehempfang die Gelegenheit zum allgemeinen und politischen Austausch mit Mandatsträgern und dem Bürgermeister. Musikalisch flott begleitet wurde der Neujahrsempfang durch den Musikverein Eberhardzell, der zudem beim anschließenden Stehempfang die Bewirtung übernahm.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen