Einsätze fordern Feuerwehr auch psychisch

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 Klaus Gaiser (3. v.l.), Guido Ries (4. v. l.), Roland Krug (3. v.r.) wurden für 30 Jahre im Dienst der Feuerwehr geehrt. Es gra
Klaus Gaiser (3. v.l.), Guido Ries (4. v. l.), Roland Krug (3. v.r.) wurden für 30 Jahre im Dienst der Feuerwehr geehrt. Es gratulierten Tobias Hagel (v. l.), Kommandant Alexander Birk, Bürgermeister Guntram Grabherr (r.) und Herbert Glutsch,Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands. (Foto: Elmar Grathwohl)
Schwäbische Zeitung

50 Einsätze und 1412 Einsatzstunden hat die Freiwilligen Feuerwehr Eberhardzell im vergangenen Jahr geleistet. Das berichtete Kommandant Alexander Birk bei der Hauptversammlung. Im Fokus der Veranstaltung standen Beförderungen und Ehrungen.

In seinem Bericht ging Kommandant Alexander Birk auf zwei schwere Einsätze ein, die die Kameraden noch einige Zeit begleiten werden. Der Band in Unteressendorf mit zwei Todesopfern und der schwere Verkehrsunfall auf der B30 bei Oberessendorf, bei dem eine vierköpfige Familie schwer verunglückte und der Familienvater verstarb. „Es ist selbst für erfahrene Kameraden nicht einfach, das Ganze zu verarbeiten und seelisch zu verdauen. Dies ist eine Herausforderung für uns alle“, sagte Birk.

Weiter ging er auf ein stetig wachsendes Problem ein. „Die Beobachtung und Sensationsgeilheit von Schaulustigen bis hin zur Bedrohung und Übergriffen auf Einsatzkräfte ist selbst in unseren ländlichen Regionen ein Wahnsinn und völlig unakzeptabel“ mahnte der Kommandant.

Die Feuerwehr war auch im vergangenen Jahr im sozialen, kirchlichen und kulturellen Bereich aktiv, etwa beim Maibaumstellen, beim Sommerferienprogramm und der Metzelsuppe mit mehr als 400 Gästen.

Sechs neue Kameraden wurde per Handschlag in den aktiven Dienst aufgenommen werden. Drei Kameraden wurden vom Kommandant und Bürgermeister Guntram Grabherr zum Feuerwehrmann, und fünf zum Truppführer befördert. Der stellvertretende Kommandant Tobias Hagel wurde zum Brandmeister ernannt und mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Bronze für 15-jährigen aktiven Dienst ausgezeichnet.

Jugendfeuerwehrwart Tobias Schwarz berichtete über die Tätigkeiten der Jugendfeuerwehr, der. 28 Mädchen und Jungen im Alter zwischen elf und 17 Jahren sind derzeit aus Eberhardzell, Füramoos, Mühlhausen und Oberessendorf angehören. Sechs neue Mitglieder konnten für die Jugendfeuerwehr begeistert werden und vier Jugendliche traten 2019 ihren aktiven Dienst in den Feuerwehren an. Als Jugendfeuerwehrbetreuer wurden Alexander Birk und Jens Freitag von Tobias Schwarz verabschiedet.

Alois Schmid, Obmann der Altersabteilung berichtete über Jubiläen. Im vergangenen Jahr ehrte er Albert Kibler für 60 Jahre und Ehrenkommandant Hans Kraft für 70 Jahre Zugehörigkeit in der Feuerwehr Eberhardzell.

Bürgermeister Guntram Grabherr und Kreisrat Manfred Lämmle würdigten die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Gemeindeverwaltung. Thema in diesem Jahr wird die Umsetzung des Feuerwehrgesetzes und somit die Gründung der Gesamtfeuerwehr sein.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister und Kommandant der Feuerwehr Biberach Florian Retsch hob hervor, dass die Ortsfeuerwehren gestärkt werden müssten, um die Stützpunkte zu entlasten. Hier sei aber auch der Kreistag gefordert. Auch was die Umsetzung des Feuerwehrgesetzes und Konformität der Satzung angehe, wolle er die Angst herausnehmen, sagte er. Beide Seiten sollten mit Rücksicht und Verständnis zu zufriedenstellenden Lösungen kommen. Beschaffungen müssten ausgewogen und sinnvoll sein.

Seit 40 Jahren bei der Feuerwehr

Zum Abschluss der Versammlung ehrte Kommandant Birk langjährige Feuerwehrleute, die seit 1979 im Dienst der Feuerwehr sind: Roland Krug, Klaus Gaiser und Guido Ries.

„Roland Krug ist ein engagierter Vollblutfeuerwehrmann der zupackt und den Blick für Belange der Feuerwehr hat. Er war tatkräftig am Bau des Gerätehauses beteiligt“,sagte Alexander Birk in seiner Laudatio. Auch der zweite Ehrende Klaus Gaiser war als Elektroinstallateur mit vielen Eigenleistungen am Gerätehausbau tätig. Er absolvierte die Maschinistenausbildung, zwei Leistungsabzeichen in Bronze und eines in Silber. Dritter im Bunde, Guido Ries, ist eine feste Einsatzgröße der Feuerwehr. Bis heute bildet er in der Funkzentrale die Schnittstelle zwischen Einsatzstelle, Leitstelle, Gerätehaus und den involvierten Behörden. Dank ihm ging 1991 ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Es wurde die Jugendfeuerwehr Eberhardzell ins Leben gerufen. „Mit viel Herzblut, Tatendrang und ehrenamtlichem Engagement bot der Jugendfeuerwehrwart den Jugendlichen ein ansprechendes und abwechslungsreiches Programm“, lobte Birk den Mitgründer Ries.

Der Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Herbert Glutsch zeichnete die drei Kameraden mit der Ehrenspange in Bronze des Kreisfeuerwehrverbands aus. Zusammen mit Bürgermeister Grabherr und Kommandant Birk überreichte Herbert Glutsch den drei Kameraden das Ehrenzeichen in Gold mit Urkunde des Landes Baden Württemberg.

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