Ehrennadeln für „Polde“ Maucher und die Landjugend

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Elmar Grathwohl

Beim Neujahrsempfang am Feiertag Heilige Drei Könige in der Umlachtalhalle Eberhardzell hat Bürgermeister Guntram Grabherr vor rund 230 Gästen auf das vergangene Jahr zurückgeblickt und die Pläne für 2020 aufgezeigt. Außerdem wurden Karl-Heinz, besser bekannt als Polde Maucher und die KLJB Mühlhausen geehrt.

Seit 2011 verleiht Eberhardzell Ehrennadeln in Silber und Gold an verdiente Ehrenamtliche. Die goldene Ehrennadel für Polde Maucher war die erste, die Grabherr verlieh – und die vierte goldene insgesamt. Vorgeschlagen wurde Maucher von der Narrenzunft Zeller Schwarze Katz für sein lebenslanges Wirken mit viel Herzblut in der Zunft und im Alemannischen Narrenring (ANR).

Die Narrenzunft wurde praktisch für Polde geschaffen, da deren Gründung 1959 stattfand, als er sechs Jahre alt war. Am 11.11.1971 wurde er zum ersten Mal in den Elferrat gewählt, dem er stolze 48 Jahre lang angehörte. Sein Vater war der erste Zunftmeister und Polde folgte ihm. Zunftmeister wurde Polde im Alter von 27 und blieb es für ganze 40 Jahre. 2019 wurde er zum Ehrenzunftmeister ernannt.

„Du hast Dich nicht nur für die eigene Zunft engagiert, sondern für die schwäbisch-alemannische Fasnet als Ganzes“, so Grabherr. Polde war von 1987 bis 1995 im Präsidium des ANR. Außerdem dankte Grabherr dem Geehrten für seine Tätigkeit als Musiker, für sein Wirken in der Politik, in der Gemeinde und dafür, dass er seine Rollen als Elektromeister, Ehemann, Vater und Großvater über all dem nicht vergesse.Der Musikverein Mühlhausen unter der Leitung von Thomas Buse spielte den Zeller Narrenmarsch.

In 72 Stunden viel erreicht

Die katholische Landjugend Mühlhausen war in den Jahren 2009, 2013 und 2019 durch ihre Teilnahme an der 72-Stunden-Aktion positiv aufgefallen. Mit rund 80 Helfern und mehr als 70 Geldspenden schaffte die KLJB Mühlhausen 2019 in nur drei Tagen und Nächten aus dem 300 Quadratmeter großen alten Friedhof um die Kirche herum eine Oase der Ruhe mit frischem Rasen, Hecken und Hochbeeten.

In Anlehnung an die Bambi-Verleihung für die Teilnehmer an den bundesweiten 72-Stunden-Aktionen wurde an diesem Abend ein von Rudolf Tanner geschnitzter Bambi an die Vorstände Isabell Branz und Jakob Gaupp überreicht. Bürgermeister Grabherr bedankte sich bei allen Mitgliedern und Mitwirkenden für ds Geleistete.

In seinem Rück- und Ausblick ging Grabherr auf die Kommunalwahlen ein, es wurden sieben neue Mitglieder in den Gemeinderat gewählt. Hugo Weber wurde nach 20 Jahren im Gemeinde- und Ortschaftsrat, davon zehn Jahre als Ortsvorsteher von Mühlhausen, verabschiedet.

Der Gemeinderat habe im vergangenen Jahr in 19 öffentlichen und 17 nicht öffentlichen Sitzungen 274 Tagesordnungspunkte und 63 Baugesuche beraten. Grabherr berichtete über den Feuerwehrbedarfsplan und die baulichen und fahrzeugtechnischen Planungen in Oberessendorf und Mühlhausen. Die Bildung einer Gesamtfeuerwehr soll dieses Jahr vollendet werden.

Werkrealschule läuft aus

Die Gebhard-Müller-Schule wird ab Herbst nur noch eine reine Grundschule sein, dies aber mit beachtlichen Schülerzahlen. Derzeit wird ein Medienentwicklungsplan aufgestellt, um die Fördermittel vom Land gut einzusetzen. Für die Sanierung des Hallenbads belaufen sich die ersten Kostenschätzungen auf circa 3,5 Millionen Euro. Die Gemeindeverwaltung fühlt sich hier alleingelassen, da es weder Fördermöglichkeiten vom Bund noch vom Land Baden-Württemberg gebe.

Kinderzahlen steigen

Die Kindergartenentwicklung schreitet weiter mit steigenden Kinderzahlen voran. Es werden momentan drei verschiedene Standorte untersucht, um weitere Kindergartengruppen unterzubringen. Eine Option wäre das Gebäude der alten Grundschule. Generell bleibe der Fachkräftemangel an Erzieherinnen eine Herausforderung.

Grabherr erwähnte weiter den Besuch des Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger (CDU) mit Jugendforum und einer Fragerunde. Grabherr ging auf die Stadtsanierung ein: „Bei der Sanierung des Rathauses wird man sich in den Haushaltsplanungen intensiv beraten müssen, denn da spielt finanziell gesehen die Musik.“ Die Sanierung der Zehntscheuer sei zeitlich sechs Monate im Verzug. Die Sanierung des Gasthauses „Post“ gehe zügig voran, auch die Außenanlage mit Aufstellung des Narrenbrunnens soll bis Mitte des Jahres erfolgen. Die Kreuzung am Stachus soll im Jahr 2021 optimiert werden.

Zum Schluss informierte Guntram Grabherr über weitere Bau- und Erschließungsmaßnahmen im Gemeindegebiet Eberhardzell sowie den Regionalplan Donau-Iller, den Flächennutzungsplan 2035 und über den Breitband- und Mobilfunkausbau. Abschließend ließen die Gäste den Abend bei einem Büfett und Gesprächen ausklingen.

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