Schule geht mit Traum-Maschine auf Reisen

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Der Musikverein Dürmentingen und die Grundschule begeisterten beim Schulfest mit der Aufführung der „Traum-Maschine“ von Thiemo
(Foto: Michaela Kegel)
Michaela Kegel

Mit der Aufführung der „Traum-Maschine“, einem modernen Werk des jungen Komponisten Thiemo Kraas, hat der Musikverein Dürmentingen mit seinem Dirigenten Philipp Winter einen weiteren Beweis für die gute Kooperation mit der Grundschule Dürmentingen geliefert. In monatelanger Vorbereitungszeit war hier ein Gemeinschaftswerk entstanden, das am Samstag im Rahmen des Schulfestes der Dürmentinger Grundschule das Publikum in der vollbesetzten Turnhalle begeisterte und für welches es viel Beifall gab.

Die Mühen hatten sich gelohnt – so die einhellige Meinung. Und Mühe hatte sich das Organisationsteam wahrhaftig gemacht, um das musikalische Erzählspiel den Kindern nahe zu bringen. So lud der Musikverein die Grundschüler zu einem Ausflug nach Sigmaringen mit Schlossbesichtigung ein und auch in Dürmentingen begab man sich auf Zeitreise. Es wurde gemeinsam die Lorettokapelle erkundet, die Gruppe wagte sich in einen geheimnisvollen Gewölbekeller hinunter und war zum Rittermahl auf die Burg zu Dürmentingen geladen. Das Interesse der Kinder war überwältigend.

Phantastisches nachgebaut

Auch handwerkliches Geschick und Ideen waren gefragt, denn gemeinsam mit Karl Winter, dem ehemaligen Schulleiter und Vater des Dirigenten, sowie Josef Koch durften die Kinder eine Traum-Maschine bauen. Im Kunstunterricht waren Bilder zu verschiedenen Szenen entstanden: Wie sich die Kinder die Traum-Maschine vorgestellt hatten, war sie auch gebaut worden. Groß, bunt und blinkend stand sie auf der Bühne, um die Kinder, aber auch Lehrer, Eltern und Großeltern mit auf eine musikalische Zeitreise zu nehmen.

„Stell dir vor, wie toll es wäre, wenn wir immer in unsere Träume reisen könnten“, sagte Professor Träumli (Julian Gobs) zu seinem Assistenten Tollpi (Enzo Kettnaker). Zusammen hatten sie schon vieles erfunden, doch nichts hatte die Menschen bisher so richtig interessiert. Tag und Nacht wurde sogleich im Labor geschmiedet, gelötet und gebastelt, denn sie wollten unbedingt auf Traumreise gehen. Kaum hatte Tollpi, der tollpatschige Assistent, den roten Hebel der blinkenden Maschine berührt, begann mit Pauken, Trompeten und Nebelschwaden eine Reise durch die Jahrhunderte. Dirigent Philipp Winter und seine Musikanten führten das Publikum an zwölf verschiedene Plätze durch des Professors Träume.

In zwölf sehr unterschiedlichen Sätzen hatten die verschiedenen Register in Thiemo Kraas‘ Werk für Blasorchester Gelegenheit, ihr Können zu beweisen. Denn in jeder musikalischen Skizze traten einzelne Instrumentengruppen besonders hervor. Nach dem Erklingen der Burgfanfare ging die Reise an verschiedene Orte, so zum Marktplatz, zur alten Kapelle, in die Hexenküche, zur Tafelrunde in die Burg sowie in die Welt der Ritter, Prinzessinnen, Hexen und Gespenster.

Durch die Geschichte führte Lehrerin Rita Dittrich als Erzählerin und einzelne Grundschulkinder hatten noch kleinere Sprechrollen als Hexen, Bürger und Küchendiener übernommen.

Bilder eingeblendet

Um die bereisten Orte und Abenteuer dem Publikum nahe zu bringen, waren die Bilder, welche auf Schloss Sigmaringen und bei der Ortserkundung entstanden waren, jeweils passend eingeblendet worden. Am Ende führte die Traum-Maschine Professor Träumli und seinen Assistenten Tollpi wieder in ihr Labor und die Zuschauer in die Realität zurück.

Einmaliges Erlebnis

Vorstand Helmut Stuhler und Dirigent Philipp Winter dankten allen, die zur gelungenen Aufführung beigetragen hatten und Helmut Stuhler erwähnte auch das Probenwochenende im Mai, zu dem Komponist Thiemo Kraas aus Gütersloh nach Dürmentingen gekommen war. „Dies war für uns und die Kinder ein einmaliges Erlebnis, das man vielleicht alle zwanzig Jahre mal hat“, so Stuhler. „Wenn weiterhin solche Akzente wie der heutige gesetzt werden, kann nichts mehr schief gehen – das macht unsere Gemeinde aus“, lobte Bürgermeister Wolfgang Wörner.

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