Landesmittel für den Breitbandausbau

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 In Dürmentingen geht es beim Breitbandausbau voran.
In Dürmentingen geht es beim Breitbandausbau voran. (Foto: Ina Raichle)
Schwäbische Zeitung

Die Gemeinde Dürmentingen erhält für den Ausbau der Breitbandversorgung Fördermittel im Umfang von 223 380 Euro. Damit wird die Mitverlegung von Kabelschutzrohren im Zuge des Ausbaus der Nahwärmeversorgung der Energiegenossenschaft Dürmentingen unterstützt.

„Das ist elementar für den Breitbandausbau in Dürmentingen“, freut sich Bürgermeister Dietmar Holstein über den Zuschuss des Landes. „Wir haben bisher jede Möglichkeit der Mitverlegung genutzt.“ Holstein verweist auf die derzeit laufenden umfangreichen Bauarbeiten und die aktuelle Verkehrssituation im Ort: Neben dem Nahwärmeausbau läuft die Erschließung des Neubaugebiets Mittelösch II mit Belagsarbeiten, Kanalisation und Sanierung des Gehwegs. Beim Thema Nahwärme und Breitband sieht Holstein die Gemeinde gut aufgestellt. „Ohne Förderung wäre es schwierig, das Marktversagen über die Gemeinde zu heilen.“ Die Nettokosten für die Mitverlegung beziffert Holstein auf etwa 420 000 Euro, sodass die Förderung bei etwa 53 Prozent liegt.

Auch der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger (CDU) hat Holstein zum erhofften Geldsegen aus Stuttgart gratuliert. „Jeder weitere Breitbandanschluss ist wichtig, damit unsere ländlich geprägte Region den Anschluss an die stetig digitaler werdende Welt hält“, betont der Abgeordnete. „Die finanzielle Unterstützung des Landes für die Kommunen, in denen die privaten Netzbetreiber auf absehbare Zeit keinen Ausbau anstreben, ist gut angelegt. Denn dies schafft Zukunft für Privatpersonen, Gewerbe und Landwirtschaft gleichermaßen“. Im Rahmen einer Breitbandoffensive arbeite das Land daran, dass die bestehenden Versorgungslücken auch außerhalb der Ballungszentren zunehmend geschlossen werden können. Neben Dürmentingen ist im Kreis Biberach auch die Gemeinde Schemmerhofen mit 240 765 Euro in den Genuss von Landesmitteln gekommen; dort fließen die Gelder in die Mitverlegung von Kabelschutzrohrtrassen im Ortsteil Alberweiler.

Die Förderungen sind Teil des Breitband-Förderprogramms des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration, über das bis 2021 eine halbe Milliarde Euro in den Breitbandausbau investiert wird. „Bereits drei Jahre in Folge haben wir jährlich mehr als 100 Millionen Euro Fördergelder bewilligt. Daran wollen wir auch 2019 anknüpfen“, sagte Digitalisierungsminister Thomas Strobl bei der Übergabe der Breitbandförderbescheide im Stuttgarter Innenministerium am 26. April. Insgesamt wurden an diesem Tag 46 Breitbandförderbescheide mit einem Fördervolumen von insgesamt 10,3 Millionen Euro ausgehändigt. Bis 2025 soll das Land flächendeckend mit schnellem Internet versorgt sein, kündigte Strobl an.

Die Investitionen in die Breitband- infrastruktur spiegeln sich laut Innenministerium in den aktuellen Daten zur Breitbandverfügbarkeit wider. Bei der bundesweiten Erhebung zur Jahresmitte 2018 ist für über 83 Prozent aller Haushalte in Baden-Württemberg ein Internetanschluss mit mindestens 50 Mbit pro Sekunde verfügbar. Das ist eine Verbesserung von elf Prozentpunkten gegenüber Mitte 2016. Mehr als 92 Prozent des Landes verfügen über eine Download-Geschwindigkeit von 16 Mbit pro Sekunde. Spitzen-Übertragungswerte werden bei gut zwei Dritteln der Haushalte erreicht, hier sind Internetverbindungen mit Downloadraten von mehr als 100 Mbit pro Sekunde verfügbar.

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