Dieser Bussenläufer feiert ein besonderes Doppeljubiläum

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 Bernd Jäger läuft regelmäßig auf den „Heiligen Berg Oberschwabens“, weil es ihm Freude macht.
Bernd Jäger läuft regelmäßig auf den „Heiligen Berg Oberschwabens“, weil es ihm Freude macht. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Gleich zwei besondere sportliche Jubiläen konnte jetzt der 59-jährige Bernd Jäger aus Dürmentingen feiern: Am 22. September lief er seinen 1500. Bussenlauf und eine Woche später war er zum 15. Mal Finisher beim Einstein-Marathon in Ulm.

Für die Marathonstrecke benötigte er 4:04:49 Stunden. Jäger ist einer von wenigen Läufern, die bisher sämtliche Einstein-Marathons gelaufen sind. Seine Bussenläufe liegen ihm aber besonders am Herzen. Seit seinem ersten Bussenlauf am 18. Oktober 2003 läuft er regelmäßig, zurzeit drei Mal in der Woche, auf den „Heiligen Berg Oberschwabens“.

Alle seine Bussenläufe zusammen summieren sich inzwischen auf 25 494 dokumentierte Kilometer und rund 300 000 Höhenmeter. Seit er vor 25 Jahren mit dem Laufen begonnen hat, legte er insgesamt bereits über 70 000 Kilometer zurück.

Das Schöne am Laufen ist, dass man sich nach einem guten Lauf frisch, ausgeglichen und entspannt fühlt. 

Bernd Jäger

Die Freude ist für Jäger das Wichtigste am Laufen – nicht die Leistung. „Das Aufgehen in der Bewegung ist für mich nicht harte Arbeit, sondern Spiel. Das Schöne am Laufen ist, dass man sich nach einem guten Lauf frisch, ausgeglichen und entspannt fühlt“, sagt er.

Gerade im Alltag ist für ihn regelmäßige Bewegung wichtig für Wohlbefinden und Gesundheit. Die bewegungsarme Lebensweise des modernen Menschen entspriche nicht seiner Veranlagung und sei zudem ungesund, ist sich Jäger sicher.

Von allen Dingen, die er sich im Laufe seines Lebens zur Gewohnheit gemacht habe, sei das Laufen die hilfreichste und sinnvollste. „Ich wüsste nicht, welche Betätigung kreativer und Fantasie anregender sein soll als das Laufen“, meint Jäger.

Immer wieder mache er beim Laufen die Erfahrung, dass das bewusste Denken aufhört und die Gedanken einfach fließen. Dann kommen ihm oft die besten Ideen. Etliche Entscheidungen in seinem Leben seien deshalb bereits auf der Laufstrecke gefallen.

„Der Bussen ist für mich inzwischen ein ganz besonderer Ort, denn durch die Bussenläufe habe ich erfahren, was wichtig und was unwichtig ist im Leben“, meint Jäger. Es würde ihn freuen, wenn er mit seinem Beispiel möglichst viele Mitmenschen zum Laufen animieren könnte.

Einsteigern rät er, langsam anzufangen und die Umfänge behutsam zu steigern. Bis aus Anstrengung Genuss wird brauche es viel Geduld. „Wenn man die Anfangsschwierigkeiten überwunden hat, kann sich das Laufen altersunabhängig zu einer Quelle der Freude entwickeln.“

Falls seine Gesundheit weiter mitmacht, strebt er in vier Jahren den 2000. Bussenlauf an.

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