Und... Treffer! Wie einst Wilhelm Tell zielen die Teilnehmer in Dürmentingen auf Äpfel.
Und... Treffer! Wie einst Wilhelm Tell zielen die Teilnehmer in Dürmentingen auf Äpfel. (Foto: Deborah Springer)
Deborah Springer

Zahlreiche Bogenschützen aus Süddeutschland, der Schweiz und Österreich sind am Sonntag zum Jagd-Sack-Tell Tunier nach Dürmentingen gekommen. 32 Ziele und Aktionspunkte sind von der Kiesgrube bis über die Wiesen nach Burgau gestaltet worden.

Auf die 32 Gruppen mit bis zu sieben Teilnehmer warten ein Parcours mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Ähnlich wie beim Minigolf startet jede Gruppe an einer anderen Station und einer der Gruppe notiert gewissenhaft die Punkte der jeweiligen Schützen. Am Ende werden die Sieger in den verschieden Bogenklassen gekrönt. Jeder Schütze hat drei Schuss. Wer geschickt ist und schon mit dem ersten Pfeil trifft, ist mit der Station durch.

Unter den Bogenschützen gibt es bei der Wahl des Bogens verschiedene Vorlieben. Es gibt den Langbogen, den Recurvebogen und den Blankbogen, beliebig mit oder ohne Visier. Vereinzelt gibt es Teilnehmer mit einem Gerät, das sowohl optisch als auch funktional stark von den traditionellen Bögen heraussticht. Dabei handelt sich um sogenannte Compoundbogen. Dieser High-Tech-Bogen funktioniert nach dem Flaschenzugprinzip und reduziert demnach das Zuggewicht um 50 bis 75 Prozent. So fällt es leichter, eine Distanz von bis zu 140 Meter wie in diesem Turnier einzuschätzen und zu überwinden.

Elefanten und Krokodile in der Kiesgrube

Neben dem eigenen Bogen mit ausreichend Pfeilen wird gutes Schuhwerk vorausgesetzt. Denn um an die Ziele zu kommen, beziehungsweise seine Pfeile wieder einzusammeln, muss man über unebenes Terrain. So müssen die Teilnehmer unter anderem mit einem Floß zum anderen Ende des Teichs, um dort die Punkte zu zählen und Pfeile wieder zu holen. Zur Belustigung der anderen Teammitglieder kommt es gelegentlich vor, dass jemand dabei im Wasser landet.

Das Gelände rund um das Schützenhaus bietet mit der Kiesgrube beste Voraussetzungen für ein solches Turnier. Hinter den Kieshügeln können die 3D-Tiere, beispielsweise ein vier Meter hoher Elefant, geschickt platziert werden. Die Tere bestehen größtenteils aus Gummi, durch das gewählte Material sind die Tierattrappen trotz zahlreicher Treffer kaum sichtbar beschädigt. In Gebüschen, hinter Bäumen und sogar in der Kanzach sind die Attrappen und andere Ziele versteckt, von der exotischen Kobra bis hin zur Wäscheleine mit langen Unterhosen ist alles dabei.

Die Teilnehmer sind mehrmals im Jahr auf solchen 3D- Turnieren unterwegs. Für die meisten zählt das Jagd-Sack-Tell-Tunier in Dürmentingen doch zu den Highlights im Jahr. Der Spaß stehr hier im Vordergrund, so loben die internationalen Teilnehmer die Kreativität der Dürmentinger. Neben dem namensgebenden Apfelschuss nach Tell und einem Schuss vom Barhocker, bieten die Veranstalter immer eine Disziplin außerhalb des Bogenschießens, wie zum Beispiel Axt oder Speer werfen.

Harald Traub ist Vorsitzender der Schützengilde Dürmentingen und selbst Bogenschütze, laut ihm ist diese Freizeitaktivität ideal, wenn man an stressigen Tagen abschalten will. „Wir konzentrieren uns auf das Schießen, dabei wird alles andere ausgeblendet“, so Traub. Einige der Mitglieder seien unter anderem durch einen Kuraufenthalt auf diesen Sport gekommen, da dort das Bogenschießen oft als Maßnahme angeboten wird. So werde nicht nur das Gehirn gefördert, auch der Rücken profitiere vom Bogenschießen

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