Oma Steinhausers Rezept

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Kartoffelpuffer-Weltrekord
Schwäbische Zeitung
Johann Willburger

Der Weltrekordversuch ist gelungen: Die Dettinger Feuerwehr hat den weltgrößten Kartoffelpuffer gebacken. Es war der Höhepunkt des Dettinger Dorffestles, mit dem die Gemeinde die Fertigstellung der von 2010 bis 2015 vorgenommenen Baumaßnahmen im Ort feierte.

Unter dem Motto „Unser Dorf soll schöner werden“ besitzt Dettingen nun eine ansprechende Ortsdurchfahrt. Bürgermeister Alois Ruf bat zu einem Empfang im Rathaus, bei dem auf die Dorfsanierung angestoßen wurde. Dazu spielte die Musikkapelle Dettingen. Eine Fotoausstellung über die Bauarbeiten wurde im Sitzungssaal des Rathauses ebenfalls präsentiert. Die Ortsdurchfahrt war gesperrt, die örtlichen Vereine und Gewerbetreibenden hatten Stände aufgebaut und boten ihre Produkte an.

Das Dettinger Heimatmuseum hatte die Sonderausstellung „Die Iller“ mit Informationen über den Fluss eingerichtet, die noch das ganze Jahr über zu sehen sein wird. Im Garten des Museums unterhielt das Erolzheimer Rotbarttrio die Gäste mit Musik. Angeboten wurde auch eine kostenlose Busrundfahrt durch das Dorf. Reiseleiter Ruf erzählte den Fahrgästen Interessantes und Amüsantes aus früheren Jahren, aus der heutigen Zeit und blickte auch in die nahe Zukunft.

50 Kilogramm Kartoffeln

Einen Weltrekordversuch wagte die Feuerwehr Dettingen: Der größte Kartoffelpuffer sollte hergestellt werden. „Wir wollen den Besuchern eine besondere Attraktion bieten, deshalb sind wir auf die Idee mit dem Kartoffelpuffer gekommen“, sagte der Dettinger Feuerwehrkommandant Leo Steinhauser. Ein Rezept von seiner Oma war die Grundlage für den Kartoffelpuffer, der einen Durchmesser von 245 Zentimeter hatte. Für den Weltrekordkartoffelpuffer wurden 50 Kilogramm Kartoffeln, 3,6 Kilogramm Kartoffelmehl, 90 Eier, 550 Gramm Salz und 50 Gramm Muskat benötigt. Die Masse war vom Kartoffelhof Steinhauser vorbereitet und zum Feuerwehrhaus transportiert worden. Dort gingen zwölf Feuerwehrmänner unter Regie von Stefan Redle ans Werk. „Zwei Probestücke haben wir schon hergestellt und wollen nun den Weltrekordversuch wagen“, sagte Redle. „Wir sind gut vorbereitet.“

„Meine Jungs haben das drauf“, sagte Kommandant Steinhauser, der auf den schwierigsten Teil hinwies: das Wenden des Kartoffelpuffers. Auf einer Holzplatte wurde eine Dauerbackfolie ausgelegt und mit Backfett bestrichen, während man an den Ecken die Schablonen für die Kreisform des Puffers anbrachte. Die Vorbereitung der Masse begann, aus den Eimern wurden handgroße Portionen entnommen und vorgeformt. Von der Mitte aus begann ein Teil der Feuerwehrmänner mit dem Auflegen der Masse. Die Schiedsrichter, der stellvertretende Dettinger Bürgermeister Herrmann Veit und der Erolzheimer Feuerwehrkommandant Michael Guter, dokumentierten alle Schritte.

Derweil gab der für den Backprozess verantwortliche Norbert Damaschke das Signal an Heizer Stefan Kraupner, die Heizung für den 2,5 mal 2,5 Meter großen Backtisch aus Blech anzuwerfen. Der Kartoffelpuffer, der genau hineinpasste, wurde vorsichtig auf die Backfläche gezogen und dann rund 18 Minuten gebacken. Als er an der Unterseite bräunlich war, zogen ihn zwölf Männer auf die Arbeitsplatte. Eine Backfolie wurde auf die Oberseite gelegt und die vier Schablonen wieder auf das Unterbrett geschraubt. Nun musste das Oberbrett vorsichtig auf dem Kartoffelpuffer positioniert und mit dem Unterbrett verschraubt werden. Nun kam der schwierigste Teil: Die 300 Kilogramm schwere Holzkonstruktion, der Puffer mittendrin, musste mit Handkraft gewendet werden. Auf jeder Seite packten sechs Feuerwehrmänner an, hoben den holzverpackten Kartoffelpuffer hoch und drehten ihn. Steinhauser: „Nichts darf verrutschen, sonst wäre der Versuch gescheitert.“

Schließlich zog man den Kartoffelpuffer erneut auf die Backfläche, auch für die zweite Seite war eine Backzeit von 18 Minuten vorgesehen. Damaschke gab zwei Minuten dazu, um den perfekten Kartoffelpuffer zu erhalten. Nach insgesamt etwa einer Stunde lag der Weltrekordkartoffelpuffer fertig auf der Arbeitsplatte.

Erlös für German Doctors

Der Kartoffelpuffer und die hochwertige Dauerbackfolie wurden portionsweise verkauft für einen guten Zweck. Der Erlös kommt der Hilfsorganisation German Doctors zugute und soll für ein Tuberkulosekrankenhaus in Kalkutta/Indien verwendet werden. Die Prüfergebnisse werden zum Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde eingereicht.

Kartoffelpuffer-Weltrekord
In Dettingen will man am Dorffest am 8. Mai ins Guinnessbuch der Rekorde mit dem größten Kartoffelpuffer der Welt.
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