Kinder zeigen stärkeres Bewusstsein für den Umweltschutz

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Die Kinder haben alle „Tiere“ im Wald gefunden und einiges über Umweltschutz gelernt.
Die Kinder haben alle „Tiere“ im Wald gefunden und einiges über Umweltschutz gelernt. (Foto: Carina Steinhauser)
Schwäbische Zeitung
Carina Steinhauser

24 Kinder haben am vergangenen Donnerstag am Dettinger Sommerferienprogrammpunkt „Wildnisnacht mit dem Ökomobil“ teilgenommen. Das Sommerferienprogramm wird jedes Jahr vom Turnverein Dettingen in Zusammenarbeit mit der Gemeinde gestaltet.

Den Programmpunkt mit dem Thema Naturschutz haben Simone Sproll und Karin Rock zusammen mit dem Ökomobil-Team des Regierungspräsidiums Tübingen organisiert. Sabine Reußink leitet seit 2013 die Wildnisnächte mit dem Ökomobil, dieses Jahr ist es bereits ihr siebter Einsatz. An ihrer Seite waren Julia Nagler, eine Nachwuchskraft im Bereich Umwelt/Verwaltung und Anja Klingler, die derzeit ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert.

Ein rollendes Naturschutzlabor

„Tübingen hatte das erste Ökomobil in ganz Deutschland“, sagt Sabine Reußink stolz. Die Veranstaltung ist eine Premiere als Ferienprogramm, normalerweise werden die Wildnisnächte mit Schulklassen gemacht. Das Ökomobil ist ein rollendes Naturschutzlabor und seit 1987 unter dem Motto „Natur erleben, kennenlernen, schützen“ in Baden-Württemberg unterwegs. Es ist eine Einrichtung der Staatlichen Naturschutzverwaltung des Landes und in jedem der vier Bezirke Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen ist ein Ökomobil unterwegs. Ziel ist, Neugier und Interesse zu wecken, zu entdecken wie vielfältig, schön und faszinierend die Natur sein kann und gemeinsam herauszufinden, was man selbst zu ihrem Schutz beitragen kann. Förster Claus Lukat begrüßte die Kinder, der direkt Lust auf die Aktion hatte und sie im Erolzheimer Wald am Reichenbach genehmigte. Danach durften die Kinder alle in den 7,5-Tonner einsteigen. Sabine Reußink fragte die Kinder, inwieweit sie selbst in irgendeiner Form die Natur schützen würden. Die Kinder zwischen 9 und 13 Jahren überlegten, was und wie viel sie im Alltag bereits für den Naturschutz tun, wobei Antworten wie „regional Einkaufen“, „weniger Fleisch essen“, „Recycling“ und viele mehr fielen.

Auch beim Thema, was Auslöser für die Probleme der Umwelt seien, zeigten die Kinder mit Antworten wie „Klimawandel“, „Rückgang von Gletschern“, „Meeresverschmutzung“ und „Ignoranz“ ihr frühes Verständnis. „Man merkt die ,Fridays For Future’ deutlich. Es ist etwas anders“, sagt Sabine Reußink und meint, im Gegensatz zu den Vorjahren sei in diesem Jahr ein erkennbarer Unterschied im Bewusstsein und Verhalten der Kinder mit dem Thema Naturschutz. „Die Ernsthaftigkeit ist spannend und macht Spaß“, beschreibt Reußink den Austausch mit den Kindern.

Nach der Einführung ging es für die Kinder dann mitsamt Fernglas auf einen Pirschpfad, in dem ihre Sinne geschult wurden. Durch Schleichen, Hören und Sehen ging es auf die Suche nach Holztieren, Pflanzen und Stimmen von Waldkäuzen, Füchsen und anderen Tieren des Walds.

Zur Vorbereitung auf ihre Übernachtung im Wald bauten die Kinder anschließend gemeinsam Latrinen, die liebevoll „Darmstadt“ und „Pinkelcity“ getauft wurden. Mithilfe von Holz, Planen, Tüchern und Seilen konnten sie dann auch bei der Konstruktion einer Feuerstelle und der Schlafplätze ihre Kreativität ausleben. Nach der ereignisreichen Wildnisnacht wurden die Kinder am nächsten Tag um viele Erfahrungen reicher und einem größeren Bewusstsein für die Natur von ihren Eltern abgeholt.

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