Größter Kartoffelpuffer: Dettinger Weltrekord ist jetzt amtlich

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 Glückliche Kameraden: In neuen Uniformen gekleidet halten sie die Urkunde für den weltgrößten Kartoffelpuffer in den Händen.
Glückliche Kameraden: In neuen Uniformen gekleidet halten sie die Urkunde für den weltgrößten Kartoffelpuffer in den Händen. (Foto: Feuerwehr Dettingen)

Sie haben den größten Kartoffelpuffer der Welt gefertigt – und jetzt hat die Dettinger Feuerwehr diesen Rekord auch schwarz auf weiß: Bürgermeister Alois Ruf überreichte den Kameraden am Sonntag eine Urkunde von Guinness World Records. „Nach zwei Jahren intensiven Nachweisens halten wir endlich die Urkunde in den Händen“, freut sich Kommandant Leo Steinhauser im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. Das nächste Vorhaben steht bereits auf der Agenda: eine Typisierungsaktion für Stammzellenspender am 2. Dezember.

Vor zweieinhalb Jahren, am 8. Mai 2016, haben die Feuerwehrleute in Dettingen den weltgrößten Kartoffelpuffer gebacken.
Vor zweieinhalb Jahren, am 8. Mai 2016, haben die Feuerwehrleute in Dettingen den weltgrößten Kartoffelpuffer gebacken. (Foto: Archiv: Johann Willburger)

Vor fast zweieinhalb Jahren, am 8. Mai 2016, spielte sich in der Illertalgemeinde Außergewöhnliches ab. Anlässlich des Dettinger Dorffestles wagte die örtliche Feuerwehr einen Weltrekordversuch. Aus 50 Kilogramm Kartoffeln, 3,6 Kilogramm Kartoffelmehl, 90 Eiern, 550 Gramm Salz und 50 Gramm Muskat sollte der weltgrößte Kartoffelpuffer hergestellt werden. Und tatsächlich – es funktionierte. Selbst der schwierigste Part, das Wenden des Puffers, meisterten die Feuerwehrmänner. Die Schiedsrichter, der damalige stellvertretende Bürgermeister Herrmann Veit und der Erolzheimer Kommandant Michael Guter, dokumentierten genau, wie der Kartoffelpuffer mit einen Durchmesser von 2,45 Metern und einer Fläche von 4,6 Quadratmetern entstanden war. Denn die Regeln bei solch einem Rekordversuch sind streng.

Nur wenige wussten Bescheid

„Insgesamt mussten wir 40 Seiten an Nachweisen erbringen“, schätzt Steinhauser. Schiedsrichter sowie Zeugen mussten den Rekord bekunden; ein Motivationsschreiben war genauso gefordert wie ein Nachweis über die Einhaltung der Lebensmittelhygiene-Standards. Dies sind nur ein paar Beispiele dafür, was es im Nachhinein für die Feuerwehrleute an Papierkram zu bearbeiten gab. Immer wieder musste auf Antwortschreiben gewartet werden, das Ganze sollte sich zeitlich hinziehen. Zu Beginn dieses Jahres trudelte die Urkunde schließlich bei der Feuerwehr ein. „Wir hätten nicht gedacht, dass es so lange dauert“, sagt Steinhauser. Bis auf ihn wussten nur die Ausschussmitglieder Bescheid, dass das Schriftstück eingetroffen war.

„Wir wollten einen passenden Zeitpunk abwarten“, sagt der Kommandant. Dieser sei letztlich am Sonntag gekommen. Denn an diesem Tag hatte die Wehr ohnehin einen Fototermin wegen der neuen Uniform. Nach einem musikalisch umrahmten Film, der nochmals die Höhepunkte des Rekordversuchs zeigte, überreichte Bürgermeister Ruf die Urkunde an die ausführenden Mannschaft unter Federführung des ehemaligen Kommandanten Stefan Redle. „Die Freude bei den Kameraden war riesig“, berichtet Steinhauser. Die Überraschung ist geglückt.

In seiner Laudatio schilderte er nochmals die Stationen von der anfänglich Idee über das Schweißen der Wanne bis hin zum Rekordversuch selbst. „Wenn nicht alle an einem Strang gezogen hätten, wäre das nicht möglich gewesen“, erinnert sich der Kommandant. Der Rekordversuch habe die Kameraden noch enger zusammengebracht, wovon die Wehr noch heute zehre. Wo die Urkunde im Feuerwehrhaus hängen soll, ist noch nicht entscheiden. Aber es soll auf jeden Fall ein prominenter Platz werden: „Die Urkunde wird uns auch immer an Schiedsrichter Herrmann Veit erinnern, der zwischenzeitlich leider verstorben ist.“

Stammzellenspender gesucht

Das nächste, größere Projekte der Feuerwehr befindet sich derzeit in der Vorbereitung. „Wir wollen am ersten Advent eine Typisierungsaktion starten“, kündigt Leo Steinhauser an. Damit möchte die Wehr die Deutsche Knochenmarkspenderdatei dabei unterstützen, weitere potenzielle Stammzellenspender zu finden.

„Ich habe vor sechs Jahren selbst Stammzellen gespendet“, sagt Steinhauser. Dem Empfänger, einem an Blutkrebs erkrankten Amerikaner, konnte er auf diese Weise das Leben retten: „Wir schreiben uns regelmäßig E-Mails in englischer Sprache. In diesen berichtet er mir, dass es ihm gut geht.“ Persönlich getroffen haben sich die beiden Männer bislang nicht nicht, was sie aber nachholen wollen.

„Die Registrierung als Stammzellenspeder ist eine wichtige Sache. So kann man schwerkranken Menschen neue Hoffnung schenken“, ist der Kommandant überzeugt. Er hofft, dass dem Aufruf der Dettinger Wehr viele Menschen folgen werden und am 2. Dezember zwischen 11 und 16 Uhr ins Feuerwehrhaus strömen.

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