Deshalb organisiert der TV Dettingen eine Kulturnacht

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Dettingen feiert am Samstag, 28. Juli, die erste Kulturnacht. Rosi Fischer, Vorsitzende des ausrichtenden TV Dettingen, erklärt im Interview, weshalb ein Turnverein eine solche Veranstaltung organisiert, was es mit der Abteilung „Mehr als nur Sport“ auf sich hat und welcher gute Zweck unterstützt wird.

Frau Fischer, einen Turnverein bringt man nicht in erster Linie mit der Organisation einer Kulturnacht in Verbindung. Wie kommt es, dass sich ihr Verein auch im kulturellen Bereich engagiert?

Wir haben seit vielen Jahren beim TV Dettingen den Slogan „Mehr als nur Sport“ und seit diesem Jahr sogar einen eigene Abteilung mit diesem Namen. Wir beteiligen uns am Dettinger Adventskalender und am Sommerferienprogramm. Außerdem veranstalten wir jedes Jahr unserer Faschingsbälle. Und in diesem Jahr gibt es nun erstmals eine Kulturnacht.

Weshalb gerade eine Kulturnacht?

Diese Idee habe ich seit einigen Jahren im Kopf. Ich habe viele Kulturnächte besucht und überlegt, wie man so eine Veranstaltung in Dettingen umsetzen könnte. Denn ich habe das Gefühl, dass in unserer Gemeinde viele begabte Menschen wohnen, die sich hier einbringen können. Diesen Menschen möchte ich eine Plattform bieten, die Besucher sollen einen schönen Abend verbringen und wir tun auch noch etwas Gutes. Der komplette Reinerlös wird an den Förderkreis für chronisch nierenkranke Kinder und Jugendliche Memmingen gespendet.

Aber eine Idee im Kopf zu haben ist das Eine, sie tatsächlich umzusetzen das Andere, oder?

Das Wichtigste ist natürlich, dass man Leute hat, die das mittragen. 2014 hat der TV Dettingen sein 100-jähriges Bestehen gefeiert, ein tolles Jubiläumsteam hat die Feierlichkeiten vorbereitet. Vier Mitglieder aus diesem Team – Esther Lechner, Elke Schröder, Andreas Kühne-Hellmessen und ich – haben gesagt, dass wir wieder mal etwas auf die Beine stellen wollen. Wir sind mutig genug, etwas Neues auszuprobieren, und natürlich muss es auch Spaß machen. Die Umsetzung funktioniert nur, wenn alle gerne dabei sind. Ich habe immer Visionen und Pläne und glücklicherweise habe ich Mitstreiter gefunden, die mich hier unterstützten.

Wie viele Helfer sind dabei?

Wir haben 50 Helfer, die alle ehrenamtlich schaffen. Das ist für mich extrem wichtig und nicht selbstverständlich. Auch die Künstler treten ohne Gage auf. 90 Prozent von ihnen kommen aus Dettingen. Ich wusste genau, wen ich fragen kann und wer Lust hat, bei solch einem Projekt mitzumachen.

Auf was dürfen sich die Besucher alles freuen?

Es gibt Musik von klassisch bis modern, Vorträge über Pilgerreisen oder außergewöhnliche Reiseberichte sowie Angebote aus den Bereichen Sport und Kunst. Außerdem gibt es eine kleine Bar- und Bistromeile als zentralen Treffpunkt auf dem Schulhof.

In der Dettinger Grundschule haben Sie diese Woche gemeinsam mit den Schülern 1000 Kraniche aus Papier gefaltet. Was hat es damit auf sich?

Nach einer japanischen Legende wird ein kranker Mensch wieder gesund, wenn er 1000 Kraniche faltet. Wir wollen dadurch eine Verbindung zu den nierenkranken Kindern und Jugendlichen schaffen, die wir mit der Kulturnacht ja unterstützen. Es ist mehr ein symbolischer Akt, aber wir werden zur Scheckübergabe sicherlich auch ein paar Kraniche mitbringen. Die 1000 Kraniche sind an der Kulturnacht dann in der Schule zu sehen.

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