Der SV Mietingen will die Saison veredeln

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 Die SF Schwendi (l. Benjamin Friedrich) und der SV Mietingen (r. Marcel Rolser) machen am Donnerstag den Bezirkspokalsieg unter
Die SF Schwendi (l. Benjamin Friedrich) und der SV Mietingen (r. Marcel Rolser) machen am Donnerstag den Bezirkspokalsieg unter sich aus. (Foto: Volker Strohmaier)
Gerhard Kirchenmaier

Im Vorspiel ermitteln im A-Junioren-Finale um 14 Uhr der Bezirksstaffel-Erste SGM Schemmerhofen und der Bezirksstaffel-Siebte SGM Reinstetten den Pokalsieger.

Im Endspiel um den Fußball-Bezirkspokal der Saison 2018/19 stehen sich am Donnerstag, 30. Mai (Christi Himmelfahrt), um 17 Uhr in Dettingen der Bezirksliga-Achte SF Schwendi und der bereits als Bezirksliga-Meister feststehende SV Mietingen gegenüber. Holt der SVM das Double oder schnappen sich die Sportfreunde den Pott ? Das ist dann auch die letztlich zentrale Frage vor dem Vergleich der beiden Bezirksliga-Kontrahenten.

Sie kennen sich, sie schätzen sich: Stefan Wiest, Trainer der Sportfreunde Schwendi, und Reiner Voltenauer vom SV Mietingen verteilen vor dem Bezirkspokalfinale reichlich Lob an den Gegner. Dies ist dann wohl eher verbale Defensivtaktik, wie sie vor einem Endspiel eben üblich ist. Unmissverständlich deuten beide aber auch an, dass am Ende des Tages der eigene Kapitän den Pokal in Empfang nehmen soll.

„Es gibt keinen Zaubertrank für meine Spieler im Finale. Ich bin mir aber sicher, dass meine Mannschaft nichts unversucht lassen wird, um als Sieger den Platz zu verlassen“, sagt Stefan Wiest zuversichtlich vor dem Saisonhöhepunkt. Dass dem Gegner die Favoritenrolle gehört und es die schwerste aller möglichen Aufgaben ist, weiß und akzeptiert der 41-jährige Lehrer. „Es ist schon aller Ehren wert, was beim SV Mietingen in dieser Saison und in den Jahren davor geleistet wurde. Wir brauchen einen Top-Tag und eben auch das nötige Spielglück. Jedenfalls werden wir uns nicht verstecken. So definieren wir uns, das ist unser Spiel.“ Optimismus für das Pokalfinale zieht der A-Lizenz-Inhaber und Mitglied des WFV-Trainerlehrstabs auch aus den beiden Direktvergleichen in der Liga, die zwar verloren gingen, aber in denen seine Mannschaft auch Schwachstellen im Mietinger Defensivverbund aufdecken konnte. „Wir werden unsere Möglichkeiten bekommen, und dann müssen wir da sein“, gibt der Schwendier Übungsleiter seiner Mannschaft schon mal mit auf den Weg.

Pokalfieber ist ausgebrochen

Personell kann Wiest bis auf die verletzten Nikolai Kölle und Jan Heudorfer alles aufbieten, auch wenn der eine oder andere SF-Akteur noch aus einer Verletzungspause kommt. Den letzten Bezirkspokalsieg gab es für die Sportfreunde im Jahr 1991, verbunden mit der gleichzeitigen Meisterschaft in der Bezirksliga. Danach spielte man 18 Jahre lang am Stück Landesliga, im Bezirkspokal war man in dieser Zeit außen vor. Spielleiter Matthias Neuer unterstreicht die Ambitionen des Bezirksliga-Achten klar. „ Nach dem Viertelfinalsieg gegen Dettingen ist bei uns das Pokalfieber ausgebrochen. Die Aufgabe im Halbfinale haben wir gut gemeistert, wir wollen jetzt auch noch den letzten Schritt machen“, sagt er. „Wir fahren nicht nach Dettingen, um am Ende des Tages den Gratulanten machen zu müssen.“ Der ehemalige SF-Spieler erwartet große Unterstützung aus dem eigenen schwarz-weißen Lager, ein Fanbus ist bereits geordert. Die Pokal-Euphorie im Schwendier Lager ist groß.

Schwarz-Weiß sind auch die Vereinsfarben des SV Mietingen, bei dem trotz einer famosen Saison das Pokalfinale beileibe keine Routineangelegenheit ist. Für fast alle Akteure ist es das erste Pokalendspiel, Ben Rodloff durfte mit Olympia Laupheim II vor fünf Jahren einen Pokalsieg feiern. Auch für Trainer Reiner Voltenauer, der mit dem SV Äpfingen und drei Mal mit dem SV Mietingen Meisterschaften erringen konnte, ist das Endspiel eine Begegnung mit einer ganz besonderer Note. „Vor großer Kulisse zu spielen, ist noch mal ganz was anderes, als der normale Ligabetrieb. Irgendwelche Bilanzen oder Erfolgsserien spielen da eine untergeordnete Rolle. Es ist ein Spiel, bei dem Unvorhergesehenes eintreten kann“, weiß der 43-jährige Erfolgstrainer. Um dem vorzubeugen, gibt Voltenauer auch gleich die eigene, nicht gänzlich überraschende Spielphilosophie preis: „Wir wollen unser Spiel durchdrücken, mit einer gesunden Mischung aus Defensive und Offensive. Schwendi muss spüren, dass wir jederzeit in der Lage sind, Tore zu machen.“ Dem Gegner zollt er Respekt: „Das ist eine gestandene Bezirksligamannschaft mit jeder Menge Erfahrung und einem guten Trainer. Wir brauchen ohne Zweifel einen guten Tag.“

Lohnende Aufgabe

Die Mission Pokal gab Voltenauer schon vor der Saison als lohnende Aufgabe für seine Spieler aus, so weit wie nur möglich sollte man in diesem Wettbewerb kommen. „Jetzt liegt es an uns, das Begonnene zu einem erfolgreichen Ende zu führen“, ergänzt er. Spielleiter Christian Dobler vermeldet für das Endspiel derweil keine Verletzten, alle Mann sind an Bord. „Hier herrscht riesige Vorfreude auf das Finale, alle wollen dabei sein, sei es als Spieler, Vereinsmitarbeiter oder Fan“, sagt er. Den Endspielort steuern gleich zwei Fanbusse an, die für die nötige Unterstützung sorgen sollen. Der letzte Bezirkspokalsieg datiert aus dem Jahr 1987. Viele der damaligen Pokalhelden drücken ihrer Mannschaft und teilweise auch den eigenen Söhnen nun alle Daumen, jetzt wie damals soll das Double her.

Geleitet wird das Endspiel vom Schiedsrichter-Gespann Daniel Rühling, Andre Wagner und Furkan Gargar von der SRG Ravensburg.

Im Vorspiel ermitteln im A-Junioren-Finale um 14 Uhr der Bezirksstaffel-Erste SGM Schemmerhofen und der Bezirksstaffel-Siebte SGM Reinstetten den Pokalsieger.

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