„Wir werden das Gemeindehaus mit Leben füllen“

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Symbolische Schlüsselübergabe: (v. l.) Pfarrer Stefan Ziellenbach, Harald Seidel, 2. Vorsitzender des Kirchengemeinderats, Archi
Symbolische Schlüsselübergabe: (v. l.) Pfarrer Stefan Ziellenbach, Harald Seidel, 2. Vorsitzender des Kirchengemeinderats, Architekt Rolf Gurland. (Foto: Kurt Kiechle)
Kurt Kiechle

Es ist ein langer Weg gewesen bis zur Einweihung des neuen Franziskus-Gemeindehauses der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Alban Burgrieden. Groß war deshalb die Freude bei Pfarrer Stefan Ziellenbach und den Kirchengemeinderäten, als am Sonntag bei prächtigem Spätsommerwetter das Gebäude am Standort des früheren Schwesternhauses seinen kirchlichen Segen erhielt und damit seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Bereits in seinem Grußwort in der jüngsten „Kirchenmaus“ der Seelsorgeeinheit „Unteres Rottal“ hatte der Leitende Pfarrer die jahrelange Planung und Vorarbeit und schließlich die Umsetzung angesprochen und den vielen daran maßgeblich Beteiligten von ganzem Herzen gedankt. Unermüdliches ehrenamtliches Engagement habe dazu beigetragen, das Vorhaben zu realisieren.

Ein festlicher Gottesdienst in Konzelebration von Stefan Ziellenbach und Pater Matthew, unter Mitwirkung der Chorgemeinschaft „Liederkranz“ und mit Bianca Oser an der Orgel, läutete den Festtag in der Sankt-Alban-Kirche ein. Heute sei für die Kirchengemeinde ein Tag der Freude und Dankbarkeit, sagte Pfarrer Ziellenbach froh gestimmt. Seine Ansprache mit dem Hauptthema „Heilungsgeschichte“ war auch ein Zeichen des Dankes, „dass wir hier in Burgrieden ein wunderschönes Haus geschaffen haben, das wir nun beleben sollten“. Dass dies gelingt, davon zeigte sich Ziellenbach überzeugt. „Wir werden das Gemeindehaus mit Leben füllen, es als Ort der Begegnung, des Gesprächs, aber auch des Zuhörens nutzen, denn ein solches Gemeindehaus ist ein Ort der Kommunikation.“

Der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Harald Seidel, erinnerte an die Baugeschichte. Vor zirka zehn Jahren habe der damalige Kirchengemeinderat hier an der gleichen Stelle gestanden. Man habe sich getroffen, weil zu diesem Zeitpunkt im Rahmen eines Firmprojekts ein Labyrinth nach dem Vorbild von Chartres angelegt werden sollte. Damals habe einer der Teilnehmer geäußert: „Das (Labyrinth) machen wir wieder weg, aber nur dann, wenn hier ein Gemeindehaus gebaut wird.“ Darüber hätten alle gelacht – der Traum vom eigenen Haus schien in unerreichbarer Ferne. Dass er wahr wurde, sei einer Vielzahl von Gemeindemitgliedern und wohlwollenden Personen zu verdanken. Dazu zähle insbesondere eine sehr großzügige Burgrieder Bürgerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Das neue Franziskushaus soll ein Zentrum sein, eine Anlauf-stelle, denn das ist nach Seidels Worten die Vision des Kirchengemeinderats: „Im Miteinander – und mit Christus als Zentrum – das Fundament einer gesunden Kirchengemeinde bilden“.

Interessant zu erfahren war, was den Ausschlag für die Namensgebung des neuen Gemeindehauses nach dem amtierenden Papst Franziskus gab. Leicht fiel die Wahl bei der Benennung der Räumlichkeiten. In dankbarer Erinnerung an drei verdiente Burgrieder tragen der große Saal und die beiden Gruppenräume die Bezeichnung „Schwester Willigis“ (von den Franziskanerinnen), „Pfarrer Karl Rehm“ und „Bischof Erwin Hecht“.

Architekt Rolf Gurland, der mit seiner Frau und Partnerin, Architektin Christiane Butz, zur Einweihung gekommen war, blendete zurück zu den ersten Besprechungen an verschiedenen Orten, in Ermangelung geeigneter Sitzungsräume. Als der Bau eines Gemeindehauses immer realistischer wurde, galt es, in die Planung einzusteigen. Dazu Gurland wörtlich: „Besonders sollte es (das Haus) von hoher Qualität sein, im gemeinsam entwickelten Rahmen, und neutrale, flexible Räume haben mit klarer Orientierung und ein wenig Poesie.“

Symbolcharakter hatte die Übergabe eines überdimensionierten, aus Teig gebackenen Schlüssels an den Hausherrn Stefan Ziellenbach. Bewusst kurz hielt sich Bürgermeister Josef Pfaff in seiner Grußadresse; wie seine Vorredner machte er dem Kirchenpfleger Ernst Gaupp, den am Bau beteiligten Firmen und Handwerken, den Spendern und Wegbegleitern ein dickes Kompliment. Nicht zuletzt galt den Künstlern Hans Wittich (Burgrieden) und Dankwart Kölle (Schwendi) ein herzliches Dankeschön. Ihre Werke – Kruzifix und Gemälde – haben bereits einen exponierten Platz im neuen Gemeindehaus bekommen.

Als letzter Redner übermittelte Alexander Günter von der Evangelischen Kirchengemeinde Oberholzheim Glück- und Segenswünsche.

Die Gelegenheit zur Hausbesichtigung nahmen viele Gemeindemitglieder wahr. Sie nutzten auch das Angebot an Essen und Getränken, Kaffee und Kuchen.

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