Spektakel voller Dramatik: So lief die Premiere bei den Karl-May-Festspielen

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Angelika Gretzinger

Vor ausverkauften Reihen hatte am Samstagabend die diesjährige Inszenierung „Im Tal des Todes“ bei den Karl-May-Festspielen in Burgrieden Premiere. An einem warmen Sommerabend erlebten die Zuschauer ein Spektakel voller Dramatik und Action.

„Unser Baby ist jetzt fast schon schulreif“, begrüßte Geschäftsführerin Claudia Huitz die Gäste auf dem Festspielgelände zum Start der sechsten Saison. Wie auch im vergangenen Jahr führte Michael Müller wieder Regie. Von ihm stammt in diesem Jahr auch das Textbuch. Zudem übernahm er noch die Rolle des Sam Hawkens.

In nur dreieinhalb Wochen intensiver Probenzeit gelang es Müller und seinem Team eine hervorragende Inszenierung auf die Bühne zu stellen. Dank viel Leidenschaft und Engagement trugen alle Schauspieler, Statisten und das Backgroundteam an diesem Abend zu einer rundum gelungenen Premiere bei.

Geheimnisvoller Ort

Mit einer Szene voller Dramatik und Spannung beginnt die Aufführung. An der Grenze von Arizona zu New Mexico liegt ein geheimnisvoller Ort, um den sich viele finstere Legenden ranken: das Tal des Todes. Das Zusammenleben zwischen Roten und Weißen ist geprägt von Hass und Zwietracht. Der Schurke Roulin, hervorragend gespielt von Marcus Jakovljevic, treibt sein Unwesen.

 Winnetou und Old Shatterhand kämpfen sich den Weg frei. Die starken Kampfszenen kamen sehr gut an.
Winnetou und Old Shatterhand kämpfen sich den Weg frei. Die starken Kampfszenen kamen sehr gut an. (Foto: Bernd Baur)

Schöne Reitszenen begeistern das Publikum. Immer wenn der Stamm der Maricopas majestätisch auf die Bühne ritt, konnte man die knisternde Spannung spüren, die in der Luft lag. Detailgetreue Kostüme und herausragendes Makeup trugen zu diesem Gesamtpaket aus Dramatik und Leidenschaft bei.

Mitten im Geschehen

Die Zuschauer befinden sich mitten im Geschehen. Der ein oder andere Besucher zuckte schonmal zusammen, als ein Angriff aus den Besucherreihen heraus startete oder ganz unverhofft ein Schuss ertönte. So manchem dürfte auch ein Schauer über den Rücken gelaufen sein, als Winnetou (gespielt von Max Feuerbach), unterlegt mit der klassischen und bekannten Musik aus den Winnetoufilmen. hinter ihm entlang galoppierte.

Als Almy Wilkins (Daria Trenkwalder) und ihr Vater (Helmut Urban) in die Hände von Roulin und seinem Oberaufseher Leflor (Fred Lobin) fallen, setzen sich Winnetou und Old Shatterhand (Martin Strele) gemeinsam mit Sam Hawkens auf die Spur der Schurken.

Dabei geraten sie in größte Gefahr, denn auch die Maricopas unter Führung ihres trunksüchtigen Häuptlings Eiserner Pfeil haben sich Roulin angeschlossen. Alexander Baab überzeugt in der Rolle des Eisernen Pfeils nicht nur mit seinem hervorragenden schauspielerischen Können, sondern ist in diesem Jahr auch für die Kampfchoreografie verantwortlich.

Tolle Kampfszenen

Auf dem trockenen staubigen Sand in der Arena wirken diese realistisch und gepaart mit dem gezielten Einsatz von Pyrotechnik erscheinen sie keinesfalls kitschig, sondern prägen die Dramatik des Stückes.

„Wer nicht hören will muss fühlen“, kommentiert ein glänzend aufgelegter Michael Müller als Sam Hawkens. Viele Lacher aus dem Publikum sind der Dank für sein Spiel und lockern das energiegeladene und dramatische Winnetoustück immer wieder auf.

Ein grandioses Finale beendet die diesjährige Inszenierung. Hervorragende Kampfszenen, viel Pyrotechnik und einige Überraschungsmomente schließen eine gelungene Premiere ab.

Noch bis zum 7. September wird „Im Tal des Todes“ auf der Bühne der Karl-May-Festspiele in Burgrieden zu sehen sein. Im kommenden Jahr dürfen sich die Zuschauer schon jetzt auf die Inszenierung von „Old Shurehand“ freuen, wie Michael Müller verriet.

Es ist dunkel bei der Aufführung, da kommt die Pyrotechik besonders zur Geltung. Hier eine Action-Szene am Ende.
Es ist dunkel bei der Aufführung, da kommt die Pyrotechik besonders zur Geltung. Hier eine Action-Szene am Ende. (Foto: Alle Fotos: Bernd Baur)
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