Sicherheit bei kommenden Regenfluten

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Historischer Moment: der symbolische Spatenstich mit (v.l.) Ingenieur Erwin Schmid und Mitarbeiter Andreas Englert, Hubert Funk
Historischer Moment: der symbolische Spatenstich mit (v.l.) Ingenieur Erwin Schmid und Mitarbeiter Andreas Englert, Hubert Funk vom Landratsamt Biberach, Bauunternehmer Matthias Schließer, MdL Thomas Dörflinger, stellvertretende Bürgermeisterin Gabriele Ganal und Bürgermeister Josef Pfaff. (Foto: Kurt Kiechle)
Kurt Kiechle

Mit dem Bau des Rückhaltebeckens und Leitdamms in der Gemarkung Hochstetten steht die Gemeinde Burgrieden am Beginn einer sehr bedeutsamen Baumaßnahme. Schwere Hochwasserschäden durch Starkregen wie in den letzten Jahren wiederholt vorgekommen, sollen sich durch diese Schutzmaßnahmen nach menschlichem Ermessen nicht wiederholen. Einen hundertprozentigen Schutz könne aber niemand garantieren, allein was den unteren Teil von Hochstetten anbetreffe, betonte Bürgermeister Josef Pfaff am Dienstag beim symbolischen Spatenstich.

Zu diesem besonderen Ereignis begrüßte Pfaff bei strahlendem Sonnenschein etliche Gäste, allen voran den Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger, Ingenieur Erwin Schmid vom gleichnamigen Tiefbaubüro in Mittelbiberach, sowie die Chefs der bauausführenden Firma Schließer, Wain. Nicht erst seit gestern habe man es immer wieder mit heftigem Regen zu tun, „doch was wir in den letzten Jahren infolge von Starkregenereignissen erlebt haben, war ziemlich heftig, solche Folgeschäden dürfen sich nicht wiederholen.“ Jetzt könne man glücklich sein, dass mit gleich zwei Komponenten – Rückhaltebecken und Leitdamm – eine bis zu 100-prozentige Verbesserung erwartet werden dürfe. Durch eine gesetzliche Änderung sei es möglich, dass der Leitdamm nicht direkt an den künftigen Häusern entlang gebaut werden könne.

Dem Gemeinderat dankte Pfaff für die mutige Entscheidung zur Realisierung der Hochwasser-Schutzmaßnahme am „Gassenberg“ in Hochstetten. „Schließlich müssen wir einige 100 000 Euro in die Hand nehmen, Rückhaltebecken und Leitdamm kosten über eine Million Euro.“ Finanzielle Unterstützung erhoffe man sich vom Land Baden- Württemberg in Höhe von 350 000 Euro, weitere 100 000 Euro schießt der Ausgleichstock dazu. Ein Dank des Bürgermeisters galt den Grundstückseigentümern, die die notwendigen Flächen „zu erträglichen Konditionen abgaben“. Die anwesenden Chefs -Senior und Junior- der Firma Schließer erinnerte Pfaff an den zugesagten Termin der Fertigstellung: „Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass die Einweihung im Mai 2020 stattfinden kann“.

Alle Spatenstiche seien wichtig, „dieser ganz besonders“, betonte der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger in seinem Grußwort. Ereignisse von Unwettern wie im Jahr 2016 hätten sich in seinem Gedächtnis eingebrannt. Dörflinger erinnerte an persönliche Schicksale, immense Schäden an Häusern und privatem Eigentum. Für die Gemeinde Burgrieden sei der Bau des Hochwasser-Rückhaltebeckens und des Leitdammes deshalb ein wichtiges Ereignis.

„Sicherheit ganz konkret“

„Sie bekommen Sicherheit - ganz konkret". Sicherheitsvorkehrungen seien wichtig, dessen sei sich das Land bewusst. Die Zuschüsse vom Land und Ausgleichstock seien sehr gut investiertes Geld. Dem Bauprojekt wünschte Thomas Dörflinger einen guten Verlauf, den Bürgern der Gemeinde für die Zukunft viel Sonnenschein und nur so viel Regen wie nötig.

Überwiegend mit markanten Zahlen und Daten ergänzte Planer Erwin Schmid die Ausführungen seiner Vorredner. Die Gesamtkosten für Rückhaltebecken und Leitdamm belaufen sich auf zirka 570 000 Euro. Die Gesamtfläche, die bearbeitet wird, beträgt 12 000 Quadratmeter. Durch den Aushub für die Maßnahme fallen 18 000 Kubikmeter Erde an. Die Grundfläche für die reine Wasserfläche berechnete das Tiefbaubüro mit zirka 8000 Quadratmetern.

Für ein statistisch einmal alle 1000 Jahre vorkommendes Regenereignis (HQ 1000) wurde ein Rückhalte-Volumen mit 12 500 Kubikmetern bemessen. Der Ehrlichkeit halber, so Schmid, müsse man aber sagen, dass das HQ 1000 wahrscheinlich schon in 2015/16 aufgetreten sei. Zusammenfassend erklärte der Planer: „Das Becken ist für die Rückhaltung des Wassers des Hochstetter Grabens und des neuen Baugebiets Gassenberg in Hochstetten ausgelegt". Auch Schmid legte Wert auf die Zusammenarbeit mit der bauausführenden Firma Schließer und mit den Anliegern des Höhenwegs in Hochstetten.

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