Mauersegler leben buchstäblich in der Luft

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 Zu einer Besichtigung seiner selbstgebauten Nistkästen für Mauersegler hat Manfred Sommer (Zweiter von rechts) eingeladen.
Zu einer Besichtigung seiner selbstgebauten Nistkästen für Mauersegler hat Manfred Sommer (Zweiter von rechts) eingeladen. (Foto: Kurt Kiechle)
Kurt Kiechle

Zum jährlichen Vereinstreffen der befreundeten Natur- und Vogelschutzvereine im Verbreitungsgebiet der „Schwäbischen Zeitung Laupheim“ hat dieses Mal der NV Burgrieden eingeladen. Der Vorsitzende Georg Heim konnte mehr als zwei Dutzend Vereinsvertreter aus Obersulmetingen, Baustetten, Orsenhausen und Schnürpflingen im Burgrieder Vereinsheim „Alte Molke“ begrüßen. Er freute sich, dass trotz einer kurzfristigen Terminverschiebung bis auf eine Ausnahme alle Vereine vertreten waren, was für die Beliebtheit des Treffens spreche.

Nach Kaffee und Kuchen unternahm die Gruppe bei herbstlichen Temperaturen am Samstag eine kleine Exkursion durchs Gemeindegebiet. Der Weg führte vom Vereinsheim zunächst zum Biotop beim großen, mehrfach erweiterten Baugebiet „Am Nonnenberg“. Dort hat die Gemeinde ein naturbelassenes Gebiet an eine Schäferin verpachtet. Mit ihren englischen Herdwich- Schafen und Heidschnucken beweidet sie die kommunalen Flächen immer wieder und sorgt so dafür – für die Gemeinde kostenlos –, dass die Flächen beim Amselau- und Nonnenberggraben nicht verwildern.

Über den im Zuge der Flurbereinigung ausgebauten und jetzt asphaltierten Bachweg – mit interessantem Blick auf einen Teil des alten Ortskerns und die Pfarrkirche im Hintergrund – wanderten die Naturfreunde über die Kupfstraße in die Roter Straße. Dorthin hatte Manfred Sommer, neues Beiratsmitglied im Verein, zu einer Besichtigung der von ihm aus Holz gefertigten und an seinem Wohnhaus fachmännisch angebrachten Nisthilfen für Mauersegler eingeladen. Seit rund fünf Jahren beschäftigt sich Sommer als Hobbyornithologe mit diesen in mancherlei Hinsicht besonderen Vögeln. Seine Zuhörer erfuhren viel über das Verhalten und Leben der Mauersegler, die in der Luft in ihrem Element sind. „Der Mauersegler lebt buchstäblich nur im Flug, wenn er sich nicht gerade um sein Brutgeschäft kümmern muss“, sagte Manfred Sommer.

Mauersegler legen zwei bis drei Eier, die Elterntiere versorgen die Jungen gemeinsam. In der Fütterungsperiode fliegen die „Alten“ bis in die starke Dämmerung hinein, dabei fängt ein fütterndes Brutpaar täglich zirka 50 Gramm fliegende Insekten und Spinnen, was ihrem Körpergewicht von 35 bis 56 Gramm entspricht.

Manfred Sommer vermerkte mit Freude die auch in diesem Jahr gute Belegung seiner Nistkästen. Mithilfe einer an einer Latte montierten Webcam kann er immer wieder einen Blick in das Innere der Nisthilfe werfen und das Geschehen in Bildern festhalten.

Das Artensterben alarmiert

Zu einem Thema, das nicht nur Naturschützer aufschrecken muss, zitierte der Vorsitzende Georg Heim eine Meldung in der SZ über das weltweite Artensterben. Heim stellte die Frage in den Raum: „Was können wir als kleine Vereine überhaupt tun, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken?“ Das Vereinsmitglied Sommer habe sich auf jeden Fall mit dem Bau von Nistkästen für Mauersegler einer Herausforderung gestellt, war die einheilige Meinung seiner Mitstreiter in Sachen Natur-und Vogelschutz.

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