Kontraste, die den Betrachter herausfordern

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In freier Rede stellte der Künstler Rudolf Fetscher sich und seine Werke vor.
In freier Rede stellte der Künstler Rudolf Fetscher sich und seine Werke vor. (Foto: Kurt Kiechle)
Kurt Kiechle

Schon viele Male in seinem langen Künstlerleben hat der ehemalige Realschullehrer Rudolf Fetscher aus Laupheim seine Werke in der Öffentlichkeit präsentiert. So war er etwa wiederholt an Ausstellungsbeteiligungen an verschiedenen Locationen in Reutlingen und in der Kreisstadt Biberach beteiligt. Noch viel öfter war er bei Einzelausstellungen, beispielsweise in Tübingen, Esslingen und in jüngerer Zeit bei diversen Anlässen in Laupheim präsent. Und jedes Mal fand sein künstlerisches, besonderes Schaffen starke Beachtung. 40 Jahre lang als Lehrer mit dem Schwerpunkt „Kunsterziehung“ haben den heutigen Pensionär geprägt.

Zum ersten Mal stellt Rudolf Fetscher einen Teil seiner früheren und neuesten Bilder im Atrium des Wohnparks Burgrieden dem interessierten Publikum bis zum Jahresende vor. „Ein solch schönes Ambiente habe ich noch selten angetroffen“, schwärmte der agile Künstler am Freitag bei der Ausstellungseröffnung vor etwa drei Dutzend Vernissagebesuchern, darunter einige Künstler, die schon selbst in Burgrieden ihre Werke zeigten. Hermann Härle, Vorsitzender der Bürgerstiftung Burgrieden freute sich sichtlich über das Zustandekommen der „jetzigen Ausstellung mit dem Laupheimer Künstler“. Dr. Marianne Müller (Laupheim) sagte in ihrer sehr gefälligen Laudatio, heute gehe es im Hauptwerk um Farbe und Licht. Farbe und ihre Leuchtkraft zur Anschauung zu bringen, sei das erklärte künstlerische Ziel von Rudolf Fetscher. Für Marianne Müller war es eine Ehre, die feierliche Rede halten zu können. In der Einführung ins reiche Schaffen des Künstlers betonte die Laudatorin, das Eigenleben der Farbe der ausgestellten Bilder befreie vom Anspruch, etwas anderes darstellen zu müssen als sich selbst. Rudolf Fetscher trage in vielen Schichten Öldruck-Farben mit Walzen unterschiedlicher Breite formatfüllend auf Polyesterolplatten und Siebdruckpappe auf. „Es ist ein planvoller, sensibler und zeitintensiver Arbeitsprozess, bei dessen fortschreitender Entwicklung und feiner Abstimmung die Farbschichten eine verletzliche hautartige Textur annehmen.“

Dass Rudi Fetschers Bilder mit senkrechten Farbzonen, Linien, Streifen unterschiedlicher Breite und Kontrasten den Betrachter herausfordern und ihn zur Phantasie anregen, brachten etliche, auch weniger künstlerisch bewanderte Besucher, in höchst anerkennenden Reaktionen zum Ausdruck. An Komplimenten an den Künstler mangelte es also nicht, die bei dem „Meister seines Fachs“, selbstredend große Freude auslösten und ihn in freier Rede zu ein paar eigenen Worten zu seiner Vita und Arbeit animierten. Heute sei ein richtig guter Tag für seine Bilder. „Viele warten schon eine Zeit lang auf den Tag, an dem sie in die Öffentlichkeit kommen, andere sind erst vor Kurzem entstanden.“ Dort, im Atrium des Wohnparks Burgrieden, sah der Laupheimer Künstler die passende Umgebung für seine Kunstwerke. Durch die Höhe der weißen Wände würden die großformatigen, in ihren vielen farbigen Nuancen geschaffenen Bilder wunderbar zur Geltung kommen. Beim ziemlich zeitaufwändigen Aufhängen der Bilder habe er akribisch darauf geachtet, dass sich gleiche oder ähnliche Elemente wiederholen. Voraussichtlich bis Ende des Jahres ist die Ausstellung jeden Freitag und am ersten Sonntag des Monats während der Öffnungszeiten des Brunnencafés" im Wohnpark „Allengerechtes Wohnen“, zu sehen.

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