Gut unterhalten mit der „Sprache der Leidenschaft“

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 Eine vortreffliche Auswahl an Musiktiteln hatte der musikalische Leiter Thomas Fritsch getroffen. Das Publikum verlangte nach Z
Eine vortreffliche Auswahl an Musiktiteln hatte der musikalische Leiter Thomas Fritsch getroffen. Das Publikum verlangte nach Zugaben. (Foto: Kurt Kiechle)
Kurt Kiechle

Die „Musik ist die Sprache der Leidenschaft“. Dieses Zitat des berühmten deutschen Komponisten Richard Wagner haben sich offensichtlich auch die 50 Musikerinnen und Musiker des Blasorchesters des Musikvereins „Cäcilia“ Burgrieden verinnerlicht. Denn was das Ensemble bei seinem Frühjahrskonzert am Vorabend des Palmsonntag präsentiert hat, war ganz große Klasse und hatte nicht nur mit Können, sondern auch mit Leidenschaft zu tun. Den Konzertgästen wurde in der vollbesetzten Rottalhalle gute Unterhaltung auf anspruchsvollem Niveau geboten. Orchesterleiter Thomas Fritsch hatte eine Literaturauswahl getroffen, die ganz nach dem Geschmack der begeisterten Zuhörer gewesen sein dürfte.

Ihr weit fortgeschrittenes Können hat die Jugendkapelle Rottal schon oft unter Beweis stellen können - und jetzt diesen Eindruck im ersten Konzertteil weiter gefestigt. Das junge Ensemble (Leitung: Martina Lupschina) und die Blockflötengruppe mit Christoph Osigus und Annika Oser, feierten mit ihrem gemeinsamen Auftritt eine Premiere nach Maß. Die vielen Eltern im Publikum waren schon ein bisschen stolz auf ihre Kinder. Und das zurecht, wie sich bereits bei ihrem ersten Vortrag „Recorder Rock“ zeigen sollte, bei dem sie den Blockflötenpart übernahmen.

Mitreißende Rhythmen

Der „Celebration and Song“ gefiel durch mitreißende Rhythmen und klangvolle Melodien. Die farbenreiche Instrumentierung belebten die Darbietung, der der Titel "Aladdin" ebenso gekonnt folgte. Der noch heute unvergessene Walt- Disney-Film „Aladdin“ kam im Jahr 1992 in die Kinos. Er erzählt das Märchen aus "1001 -Nacht von Aladdin und die Wunderlampe". Erst nach einer Zugabe durften die Akteure von der Konzertbühne abtreten und dem Blasorchester Platz machen. Es scheint so: Der musikalische Leiter Thomas Fritsch und "seine" Musikerinnen und Musiker haben sich nicht nur gesucht, sondern auch gefunden. Die Chemie zwischen ihnen scheint zu stimmen und diese ist neben intensiver Probenarbeit der Schlüssel zum musikalischen Erfolg, der auch bei der jüngsten Konzertveranstaltung wahrlich nicht ausblieb. Einen ersten Vorgeschmack auf das kontrastreiche Programm bekamen die Hörer beim anspruchsvollen Konzertwerk für Mittelstufe/Oberstufe , "Concert Prelude" von Philip Sparke präsentiert. Der Komponist hat sich auf dem College ganz und gar der Blasmusik verschrieben.

Das jetzt von den Burgriedern intonierte Stück ist eines der frühen Werke des Tondichters und eine bunte Mischung aus verschiedenen Rhythmen. Die „Cäcilianer“ luden die Konzertgäste anschließend zu einem erlebnisreichen Ausflug in die Berge ein. „Alpina Saga“, so der Titel des schwierigen Stücks, ist eines der monumentalen Werke der originalen Blasmusikliteratur. Dem Orchester gelang es, bei den Zuhörern Emotionen zu wecken, wie sie bei einem Aufenthalt in der Bergwelt kaum ausbleiben können. Entspannt zurücklehnen konnten sie sich auch beim nächsten Titel „Estudianta op. 191“ aus der Feder von Emil Waldteufel. „El Estudiante“ ist spanisch und bedeutet schlichtweg Der Student“. Ein Student müsse sehr viel lernen und üben, wurde in der Anmoderation des Walzers über spanische National- Melodien erklärt. Auch wir haben an diesem Stück sehr viel üben müssen."

„Abschied der Slawin“

Für den ersten Vortrag nach einer Pause hatte Dirigent Thomas Fritsch den Marsch „Abschied der Slawin“ ausgewählt, der zu den bekanntesten Märschen in Russland zählt. Einen hohen Bekanntheitsgrad hat die Band „Queen“, kaum weniger bekannt ist das Lied „Bohemian Rhapsodie“, das oft als das bedeutendste Stück in der Geschichte des Rock bezeichnet wird. Mit dem Vortrag „Frank Sinatra Classics“, in einem Arrangement von Stefan Schwalgin, bekam das Publikum auch eine der bekanntesten Frank Sinatras Versionen von „My Way“ zu hören. Zum Genießen war der letzte offizielle Programmtitel „The Sound of Silence“.

Dem Blasorchester und seinem musikalischen Leiter gelang es, das Zusammenwirken von sinfonischen und rockigen Klängen auf ansprechende Weise zu präsentieren. Zugabewünsche blieben danach natürlich nicht aus, die mit dem Titel "Tränen lügen nicht" und dem Burgrieder Traditionsmarsch "Alte Kameraden" erfüllt wurden.

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