Gemeinde will weiter „G(l)as geben“

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 Die Gemeinde Burgrieden treibt den Ausbau des Glasfasernetzes voran.
Die Gemeinde Burgrieden treibt den Ausbau des Glasfasernetzes voran. (Foto: dpa)
Kurt Kiechle

Der FTTB-Glaserfaserausbau und in erster Linie der innerörtliche Ausbau (Ortsnetz) und dessen Priorisierung sind Gegenstand der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Montag vor rund 25 interessierten Bürgern in Burgrieden gewesen. „Die Gemeinde ist dabei, den Ausbau des Ortsnetzes voranzutreiben“, betonte Bürgermeister Josef Pfaff zum Thema. Ziel sei es, die Gemeinde in weiten Teilen mit den zukunftsfähigen Glasfaser-Breitbandanschlüssen zu versorgen, um dem weiter wachsenden Bedarf an schnellen Internetverbindungen Rechnung tragen zu können. Über den Aufbau des Netzes und über das Verlegen der Glasfaser bis ins Haus, das sogenannte FTTB (Fiber to the building), hat der Gemeinderat schon mehrfach beraten.

In der ersten Sitzung nach der Sommerpause wurde von Seiten der Verwaltung betont, nur über Glasfaserkabel könne man Bandbreiten erreichen, die Zukunft hätten. Der Markt stelle allerdings keine flächendeckende Versorgung sicher, da die Anbieter von Glasfaserausbau in der Regel nur Gebiete ausbauen, die sich wirtschaftlich rechnen. Landkreis und Kommunen bleibt daher kaum eine andere Wahl, als selbst tätig zu werden.

Eile geboten

„Gemeinsam wollen also alle Städte und Gemeinden mit dem Landkreis ein flächendeckendes Glasfasernetz aufbauen“, brachte es Burgriedens Hauptamtsleiter Andreas Munkes auf den Punkt. „Wir müssen deshalb G(l)as geben.“ Der Betrieb des Netzes wird danach in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis über KommPaktNet ausgeschrieben – wenn möglich noch im Oktober dieses Jahres. Grundlage für die Kalkulation der Netzbetreiber sei es, von der zeitlichen Planung des Ausbaus und von der Zahl der ans Netz anzuschließenden Gebäude Kenntnis zu haben. Da die Sache pressiert, muss die Gemeinde noch im September dem Landratsamt mitteilen, welche Ausbaumaßnahmen für den Zeitraum 2018 bis 2021 geplant sind.

Die Burgrieder Verwaltung geht davon aus, dass neben den zentralen Versorgungspunkten der Ausbau im Wesentlichen zu denjenigen Gewerbegebieten erfolgen wird, die sich auf einen früheren Aufruf der Gemeinde hin gemeldet haben. Das honoriert auch das Land Baden-Württemberg, das den Bau des Ortsnetzes mit 1,05 Millionen fördert. Der „Clou“ für private Hauseigentümer: Es können auch solche profitieren, die „an der Strecke“ liegen, auch wenn sie selbst kein Gewerbe betreiben. Das sei möglich, wenn beispielsweise die Straße wegen Verlegung einer Glasfasertrasse ohnehin geöffnet sei. Der Grundstücksanschluss für alle Anlieger sei deutlich einfacher und damit auch kostengünstiger. Schon vor einiger Zeit hat die Gemeinde Gewerbetreibenden und Privatleuten eine deutlich ermäßigte Hausanschluss-Gebühr von einmalig 990 Euro inklusive Mehrwertsteuer angeboten.

Finanzielle Herausforderung

Die innerörtliche Ausbauplanung wurde in den vergangenen Wochen und Monaten durch das Büro Aßfalg Gaspard Partner (AGP) in Bad Waldsee-Kempten verfeinert, außerdem wurden mit den Interessenten Ortstermine vereinbart. Elisabeth Ruf von AGP stellte jetzt dem Ratsgremium den aktuellen Planungsstand und die Kostenberechnung vor. Für die Gemeindefinanzen stelle der Ausbau des Ortsnetzes eine Herausforderung dar, sagte Kämmerer Jürgen Bailer. Die Diskussion mit noch offenen Fragen an die Verwaltung schloss Bürgermeister Josef Pfaff schließlich mit der Bemerkung: „Das Thema ist für heute erledigt, wir kommen damit wieder.“

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