Eine Feuerwehr für die ganze Gemeinde

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Die neu gewählten Kommandanten und Beisitzer mit dem Oberfeuermann, Bürgermeister Josef Pfaff (l.).
Die neu gewählten Kommandanten und Beisitzer mit dem Oberfeuermann, Bürgermeister Josef Pfaff (l.). (Foto: Foto Kurt Kiechle)
Schwäbische Zeitung
Kurt Kiechle

Von einer „denkwürdigen Versammlung“ hat Burgriedens Bürgermeister Josef Pfaff am Freitag im Bürgersaal vor Feuerwehrleuten aus der ganzen Gemeinde gesprochen. Wurden doch die bislang autonomen Feuerwehren in Burgrieden, Rot und Bühl zu einer einzigen leistungsfähigen Einsatzabteilung unter dem neuen Namen „Gemeindefeuerwehr Burgrieden“ vereinigt. 80 Mitglieder und Gäste waren dabei, darunter der Kreisbrandmeister Peter Frey.

Anlass zur Bildung einer einzigen Feuerwehr für die Gesamtgemeinde im Rottal waren nach den Worten von Josef Pfaff die gesellschaftlichen Veränderungen, die technische Entwicklung, aber auch rechtliche Anforderungen an die Ausbildung.

In der Veränderung sieht der Bürgermeister aber auch eine gute Chance noch mehr junge Leute für diese Hilfsorganisation gewinnen zu können. „Was wir heute machen, wäre vor 50 Jahren nicht nur undenkbar, sondern auch völlig unnötig gewesen“. Bei allen Vorteilen zeigte Josef Pfaff Verständnis für die hier und da noch kritischen Töne im Vorfeld der Entscheidung, weg von den Ortsteilwehren hin zu einer Gesamtwehr. Sie biete mehr Mobilität, Einsatzbereitschaft und Schlagkraft Schon vor etlichen Jahren habe man in der Gesamtgemeinde eine Tagalarmgruppe gegründet, bestehend aus Feuerwehrangehörigen aller drei Ortsteile. Das habe sehr gut funktioniert.

Diese Tagalarmgruppe habe noch einen anderen positiven Nebeneffekt gehabt: „Man ist sich näher gekommen, vorher war doch jede Ortswehr für sich“. Mit der Bildung nur einer Einsatzabteilung sei gleichzeitig ein großer Meilenstein in der Geschichte der Wehren der Gemeinde gesetzt worden. „Es macht einfach Sinn, gemeinsam ausrücken“ – zumal auch die drei Ortschaften so nahe beieinander liegen.

Feuerwehren in Ortsteilen bleiben aktiv

Dennoch sollen die Feuerwehrleute auch weiterhin in allen Ortsteilen aktiv bleiben, „nicht nur wenn es brennt oder bei Hochwasser, sondern auch bei allen anderen bislang stattgefundenen Aktivitäten“. Pfaff dachte da beispielsweise an das Aufstellen von Christ- und Maibäumen, Verkehrsleistungen bei kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen. Auch würden die Räumlichkeiten der Feuerwehren in den Ortsteilen erhalten bleiben, wenigstens solange sie auch genutzt werden. Das sei eine Sache, bei der man die Entwicklung abwarten müsse. Abgesegnet wurde die bereits vom Gemeinderat in Zusammenarbeit der Wehren aufgestellte neue Feuerwehrsatzung.

Allen, die mitgeholfen haben, „dass wir soweit gekommen sind“, auch hinsichtlich des Feuerwehrhaus-Neubaus in Burgrieden, zollte Josef Pfaff Dank und Anerkennung, allen voran den Kommandanten Thorsten Karey, Burgrieden, Gerhard Berg (Rot) und Michael Mayer (Bühl).

Die wiederholt schon demonstrierte innere Geschlossenheit spiegelte sich jetzt auch in den Wahlen in geheimer Abstimmung wider. Mit großer Mehrheit votierten die abstimmungsberechtigten Feuerwehrangehörigen für Thorsten Karey als Kommandant und Michael Mayer als stellvertretender Kommandant der Gemeindefeuerwehr Burgrieden. Zum Schriftführer gewählt wurde Tobias Englert. Beisitzer sind Andreas Hermann Hänn und Alexander Walter, Burgrieden, Simon Heffner und Dirk Hafenmayer, Rot Joachim Schmid und Jonas Rommel, Bühl. Für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst hatte Alfons Kohler Bühl, bereits bei einem Kameradschaftsabend das Ehrenabzeichen in Gold vom Minister des Inneren, Thomas Strobl, erhalten.

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