Der Freitag, der 13., wird zum Feuerwehr-Freudentag

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Kurt Kiechle

Der Freitag, der 13., bedeutet für die Gemeinde Burgrieden und ihre Freiwillige Feuerwehr keine Unglückszahl, sondern ganz im Gegenteil, ein absoluter Freudentag: Nach nur 15-monatiger Bauzeit ist am Fesselweg 1 das neue zentrale Feuerwehrhaus für die jetzt unter dem neuen Namen firmierende „Gemeindefeuerwehr Burgrieden“ fertig gestellt und in einem bemerkenswert lockeren Festakt offiziell an die Wehrmänner und -frauen übergeben worden.

Aus allen Grußworten klang heraus, dass die Freiwilligen Feuerwehren im Land keine Freizeiteinrichtung etwa für technikinteressierte Menschen sei, sondern zur unverzichtbaren Infrastruktur für den wirkungsvollen Schutz der Bevölkerung gehören. Und dass sich dafür Bürger engagieren und ehrenamtlich Dienst tun, wussten die Grußadressaten zu würdigen.

Die rund 80 Feuerwehrangehörigen der Einsatzabteilung und die Männer der Altersabteilung strahlten am späten Freitagnachmittag mit der Sonne um die Wette, als sie für ein Gruppenbild vor dem neuen Domizil posierten. Im Haus selbst wurden von fleißigen Helfern die letzten Vorbereitungen für den Festakt anlässlich der Übergabe dieses in Raumaufteilung, Ausstattung und Einrichtung wegweisenden Gebäudes getroffen. Unter den Feuerkameraden und- kameradinnen aus allen drei Ortsteilen waren auch etliche Mitglieder der Altersabteilung, der frühere Burgrieder Kommandant und Gründer der Jugendfeuerwehr vor 40 Jahren, Rudi Lauber, und nicht zuletzt die Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes und der Stützpunktfeuerwehr Laupheim, Peter Frei und Andreas Bochtler.

„Für uns ist das ein großes Ereignis, auf das wir viele Jahre hingearbeitet haben“, sagte Bürgermeister Josef Pfaff spürbar zufrieden über das geglückte Werk. Beim Bau des neuen Gebäudes sei es der Gemeinde nicht einfach darum gegangen, eine neue Bleibe für die Feuerwehrfahrzeuge zu schaffen. „Vielmehr ging es uns darum, die Leistungsfähigkeit unserer Feuerwehr nachhaltig zu verbessern, denn die Einsatzbereitschaft muss alleroberste Priorität haben.“

Aus allen Nähten geplatzt

Pfaff sprach rückblickend die beengten Raumverhältnisse im alten, abgerissenen Gerätehaus an, das nach Installation einer schnell bewährten Tagalarmeinsatzgruppe vollends aus allen Nähten platzte und daher kein Dauerzustand sein konnte. Der Gemeinderat habe deshalb beschlossen, nicht nur ein Feuerwehr für den heutigen Mindestbedarf zu bauen, sondern ein Gebäude, das aller Voraussicht nach auch den künftigen Anforderungen an ein solches Haus genügen werde.

Diese Weitsicht scheint bereits seine Bestätigung gefunden haben, denn schon vor rund sechs Wochen ist die Wehr in das neue Gebäude eingezogen und hat von dort aus bereits einige Einsätze gefahren. „Wir sind einfach stolz auf unser neues Gebäude zentral an diesem Ort. Das ist ein Meilenstein in der Geschichte unserer Feuerwehren und unserer Gemeinde“, betonte der Bürgermeister, kraft seines Amtes oberster Feuerwehrmann. Allen Beteiligten, durch deren Einsatz dieses einmalige Projekt realisiert werden konnte, dankte Bürgermeister Pfaff: „Wir haben ein tolles Werk hinbekommen.“

2,5 Millionen Euro Kosten

Dass dies verständlicherweise seinen Preis („Am Ende werden es etwa 2,5 Millionen Euro sein“) hat, verschwieg das Gemeindeoberhaupt nicht. Das sei viel Geld für eine kleine Gemeinde wie Burgrieden. Insgesamt habe man vom Land Baden- Württemberg immerhin 630 000 Euro an Zuschüssen erhalten. Er könne sich vorstellen, dass der eine oder andere Bürger gewisse Zweifel hege, „ob das alles so notwendig gewesen wäre“. Dennoch zeigte sich Josef Pfaff überzeugt, dass der Bau, so wie er jetzt steht, eine kluge, eine richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt gewesen sei.

Gut ein Jahr Planungszeit

Groß war auch die Freude bei Architekt Jürgen Gaiser vom Planquadrat Gaiser und Partner. Im Januar 2016 hat die Gemeinde Burgrieden das Architekturbüro in Sigmaringen mit der Entwicklung des Neubaus beauftragt. Nach gut einem Jahr des Planungs- und Entwicklungsprozesses und Gedankenaustausch mit den Vertretern der Gemeindefeuerwehr, der Verwaltung, des Gemeinderats und der Behörden konnte im März 2017 mit dem Bau begonnen werden. Über die Raumeinteilung, Ausstattung und Einrichtig ging Jürgen Gaiser in den wesentlichen Punkten ein. In einer Sonderveröffentlichung kommt die SZ darauf zurück. Zusammengefasst betonte Gaiser: „Die Idee war es, einen Gebäudekomplex zu entwickeln, der in seinem Charakter, Materialität und Funktionsbezügen die Anforderungen ideal abdeckt und interne Abläufe, insbesondere in den Extremsituationen, hervorragend unterstützt.“ Für die gute Zusammenarbeit nicht nur mit der Gemeinde als Bauherrin und der Feuerwehr mit Kommandant Thorsten Karey und Markus Götz, sondern auch allen Fachplanern, Handwerkern und Fachbehörden dankte Jürgen Gaiser besonders.

Lob vom Kreisbrandmeister

Es sei hier in Burgrieden ein zeitgemäßes Werk entstanden, zu dem man der Gemeinde, ihrer Bevölkerung und natürlich der Feuerwehr nur gratulieren könne, betonte Kreisbrandmeister Peter Frei. „Ich bin wahnsinnig stolz auf das neue Haus und meine Mannschaft“, brachte zum Schluss ein überglücklicher Feuerwehr-Leiter Thorsten Karey seine Emotionen kurz und bündig zum Ausdruck.

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