Gut gelaunt durchs Gelände

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te und Kurt Kiechle

Sobald die Felder – mit Ausnahme der Maisäcker – abgeerntet sind, kündigt sich der traditionelle Orientierungsritt der Reitergruppe Bühl an: Der kleinste Ortsteil von Burgrieden wird dann immer am Tag der Deutschen Einheit zum Treffpunkt von Pferde- und Reitsportfreunden aus der Region, und auch darüber hinaus

So war es auch am Donnerstag bei der 23. Auflage des Orientierungsritts. Bei herbstlichem, aber trockenem Wetter fanden die Teilnehmer einmal mehr eine gut organisierte Veranstaltung vor, wofür sie die Organisatoren lobten. „Wir waren schon oft dabei, uns gefällt es jedes Mal auf´s Neue“, erzählten zwei befreundete Reiterinnen aus Buch bei Illertissen.

Gut gefiel es aber auch jenen, die hier in Bühl erstmals mit ihren Pferden an den Start gegangen waren. Vielen ging es vorrangig darum, mit ihren Tieren Spaß zu haben. Reizvoll waren für die Freunde von Orientierungsritten die Aufgaben, die ihnen auf dem zwölf Kilometer langen Rundkurs gestellt wurden. An den einzelnen Stationen ging es um Geschicklichkeit und das harmonische Zusammenspiel von Reiter und Ross. Vieles sah vielleicht leichter aus, als es in Wirklichkeit war. Hinzu kam, dass das eine oder andere sonst recht brave Pferd nicht so wollte, wie es für eine gute Punktebewertung im vorgegebenen Zeitrahmen nötig gewesen wäre. Da half auch kein gutes Zureden an die Adresse des vermeintlich bockigen Pferdes, ebenso wenig die sicherlich nicht ernstgemeinte Bemerkung eines Zuschauers: „Das Pferd ist halt nur so gut wie sein Reiter.“

Vom Pferd aus Wäsche aufhängen

Schließlich obsiegte aber das alte olympische Motto: „Dabei sein ist alles.“ Mit vollem Einsatz dabei war auf jeden Fall eine Reiterin vom Reitverein Mietingen, die gleich bei der ersten Aufgabe mit ihrer Stute Nora mit zehn Punkten die Höchstpunktezahl erreichte. Die anspruchsvolle Aufgabe lautete: „Auf dem Rücken des Pferdes einer Tonne ein Wäschestück samt Wäscheklammer entnehmen und die Kleidung an einer Wäscheleine befestigen.“

Nach dieser Übung mussten eine Wasserfläche durchquert und Hindernisse übersprungen werden – und das alles innerhalb einer Minute. Diese und sieben weitere Übungen hatten im Vorfeld der Veranstaltung Vereinsmitglieder auf ihren Schwierigkeitsgrad hin getestet. „Wir wollten ja sicherstellen, was in der Praxis alles möglich ist“, hieß es seitens des Vereins. Übrigens: Am bewährten Modus der Vorjahre hielten die Turniermacher fest. Für alle Teilnehmer galt die Einzelwertung (früher wurde paarweise gewertet), für Jugendliche bis 16 Jahren, die nur in Begleitung eines Erwachsenen reiten durften, gab es eine separierte Wertung.

Für alle Reiter galt selbstredend Helmpflicht. Dass dieser Sicherheitsvorschrift Folge geleistet wurde, darauf warf Heike Ahhy von der Landeskommission in Stuttgart ein waches Auge. Ebenso wichtig war ihr, dass die Ausrüstung der Reiter in Ordnung ist, und die Turnier- und Reitpferde richtig gesattelt und aufgezäumt sind. „Wir werden damit dem Tierschutz gerecht“, sagte Ahhy.

Fanden sich am Donnerstag zu Beginn der Startzeiten zwischen 9 und 12 Uhr noch relativ wenige Teilnehmer bei der Meldestelle bei „Müllers Hof“ ein, so verbesserte sich die Resonanz zur Zufriedenheit von Fritz Pfeiffer und Marianne Karls zusehends. Mit dem Zwölf-Uhr-Läuten vom nahen Kirchturm der Sankt Wendelinus-Kirche hatte das Team schließlich 92 Erwachsene und neun Jugendliche Teilnehmer registriert. Die Hunderter-Marke wurde damit überschritten und das gute Vorjahresergebnis von genau 100 Reiterinnen und Reitern beider Altersgruppen eingestellt.

Bei der Siegerehrung warteten auf die Bestplatzierten schöne, hauptsächlich von Sponsoren gestiftete Preise.

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