Dreimal soviel Sturmholz wie üblich

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Die Januarstürme haben im Birkenharder Revier Bäume entwurzelt. Förster Karl Langlouis zeigt Sturmholz, das aufgearbeitet wird.
Die Januarstürme haben im Birkenharder Revier Bäume entwurzelt. Förster Karl Langlouis zeigt Sturmholz, das aufgearbeitet wird. (Foto: Birgit van Laak)

Im Forstrevier Birkenhard laufen die Arbeiten nach den Januarstürmen Friedericke und Burglind auf Hochtouren. Rund 3000 Festmeter Sturmholz gilt es aus dem Wald zu holen. Denn die Borkenkäfersaison rückt näher. „In sechs Wochen müssen wir das Holz aus dem Wald heraus haben“, sagt Förster Karl Langlouis.

„Unser Problem sind seit vielen Jahren die Frühjahrsstürme zwischen Weihnachten und März“, sagt Förster Karl Langlouis vom Forstrevier Birkenhard. Das Revier mit seinen fast 1600 Hektar liegt auf den Gemarkungen von Warthausen, Schemmerhofen und Attenweiler. Den Hauptteil bildet der Staatswald mit rund 1000 Hektar, hinzu kommen 80 Hektar Gemeindewälder von Schemmerhofen und Warthausen sowie 500 Hektar Kleinprivatwald.

Stürme hinterlassen Spuren

Im Birkenharder Revier haben die Stürme am 3. und 18. Januar deutliche Spuren hinterlassen. Rund dreimal so hoch wie in anderen Jahren fiel die Menge an Sturmholz aus. Überlicherweise seien es etwa 1000 Festmeter, berichtet Langlouis. Dieses mal kamen im Staats-und Gemeindewald rund 3000 Festmeter zusammen. Das entspreche rund einem Viertel bis einem Drittel des gesamten Jahreseinschlags, sagt Langlouis. „Wir werden unsere regulären Hiebe folglich zurückstellen, denn wir bewirtschaften den Wald ja nachhaltig.“

Vor allem Fichten haben Friedericke und Burglind abgeknickt oder gleich ganz umgeworfen. „Denn wie alle Nadelbäume bieten sie dem Wind mehr Angriffsfläche“, erläutert der Förster. Hinzu komme, dass es in diesem Jahr ziemlich nass gewesen sei. „Steht die Fichte im Wasser, wirft sie der Sturm leichter.“

Das Aufarbeiten der Sturmschäden läuft zurzeit auf Hochtouren. „In sechs Wochen müssen wir alles aus dem Wald haben“, betont Langlouis. „Der Borkenkäfer liebt frisch geworfene Fichten und wir wollen ihm wenig Brutmaterial bieten.“ Das Zeitfenster ist eng. Das Sturmholz früher – also bereits Mitte Februar – aus dem Wald zu holen, sei nicht sinnvoll, erläutert der Förster. Sonst komme ein weiterer Frühjahrssturm und man fange wieder von vorne an. Zumal es sich um ein aufwendiges Unterfangen handelt, weil die Bäume überall im Wald verteilt und teilweise auch noch gut versteckt in dicht bewachsenen Stellen liegen.

Vollernter zersägt die Bäume

Da das Forstteam nicht alles alleine stemmen kann, ist ein Unternehmen mit einem sogenannten Vollernter im Einsatz. Die Maschine entastet und zersägt die Bäume vollautomatisch. Dort, wo das schwere Gerät nicht hinkommt, müssen die Forstleute Vorarbeiten leisten und Stämme zum Beispiel vom Wurzelteller trennen und mit dem Schlepper mithilfe einer Seilwinde herausziehen.

„Idealerweise geht das Sturmholz direkt vom Wald ins Sägewerk“, berichtet Langlouis. Doch bei Mengen wie in diesem Jahr sei das nicht möglich. Deshalb wird ein Teil in einer Kiesgrube im Rißtal oder im Nasslager in Maselheim zwischengelagert, bis es zur Weiterverarbeitung etwa zu Papierholz oder Paletten verkauft werden kann.

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