Stille Leere: Fotograf porträtiert Gastronomen in der Corona-Krise

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Schwäbische Zeitung

Gasthäuser, Kneipen und Restaurants sind normalerweise Orte der Gemeinschaft und der Geselligkeit. Die Folgen der Corona-Krise lassen sich dort im Moment besonders deutlich ablesen. Der Galmutshöfer Fotograf Andreas Reiner hat Wirte aus der Region in ihren geschlossenen Lokalen porträtiert. „Stille Leere“ nennt er sein Fotoprojekt, bei dem 60 Gastronomen mitgemacht haben.

„Wirtschaften haben eine besondere Bedeutung“, sagt Reiner, „hier wird gegessen, getrunken, gesungen, hier finden Geselligkeit, Austausch und Kommunikation statt.“ Ihn habe interessiert, wie es dort jetzt aussieht, nach der Schließung wegen des Coronavirus.

Da geht es um Existenzen, und es sind auch Tränen geflossen. Da hatte auch ich zu kauen.

Andreas Reiner

Vorletztes Wochenende habe er die Telefonnummern einiger Wirte herausgesucht und gefragt, ob er sie in ihren Lokalen fotografieren dürfe. „Die fanden die Idee gut, teilten sie bei Facebook und plötzlich riefen mich immer mehr Wirte an“, erzählt er.

Die Situation in den leeren, stillen Lokalen sei zum Teil beklemmend gewesen. „Da geht es um Existenzen, und es sind auch Tränen geflossen. Da hatte auch ich zu kauen“, sagt der Fotograf.

Fotografische Zeitdokumente in Schwarz-Weiß

Nicht nur wegen der geltenden Abstandsregeln habe er aus der Distanz fotografiert. „Ich wollte die Wirte und ihre Lokale zeigen und niemanden vorführen.“ Dass viele traurig schauen, sei keine Anweisung seinerseits gewesen, sondern aus der Situation heraus entstanden. Herausgekommen sind fotografische Zeitdokumente in Schwarz-Weiß.

Andreas Reiner hofft, dass möglichst alle Wirte ihre Lokale nach Corona wieder öffnen. „Ich hoffe, dass Wirte, die bisher nicht miteinander gesprochen haben, danach zu einer großen Gemeinschaft zusammenwachsen“, sagt er.

 

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