„Zwei Leben“ holt den Goldenen Biber

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Georg Maas (2.v.r.) erhielt den Goldenen Biber für "Zwei Leben". (Foto: Georg Kliebhan)
Schwäbische Zeitung

Sieben Biber sind auf der Filmfest-Gala in der Biberacher Stadthalle am Sonntagabend an die Filmschaffenden vergeben worden. Wie im Vorjahr haben rund 13000 Zuschauer die knapp 60 Filme des Festivals gesehen.

Der Goldene Biber für den besten Spielfilm ging an „Zwei Leben“ von Regisseur und Drehbuchautor Georg Maas. Die Jury lobte das differenzierte Drehbuch und die brillante Kameraführung, die souveräne Regie sowie die hervorragenden Schauspieler. Maas selbst bedankte sich bei allen Unterstützern des Films, dessen Schaffensprozess zehn Jahre gedauert hat.

Doppelt ausgezeichnet wurde der Film „Die Brücke am Ibar“ von Michaela Kezele. Sowohl die Publikums-, als auch die Debütfilmjury zeigten sich überzeugt. Michaela Kezele selbst konnte an ihrem großen Abend nicht in Biberach sein. Die in Kroatien geborene Filmemacherin hatte erst kurzfristig von ihrem Erfolg erfahren und stand im Stau an der kroatisch-österreichischen Grenze. An ihrer Stelle nach Festspielintendant Adrian Kutter die beiden Biber entgegen. „Wir werden Michaela Kezele aber nach Biberach einladen und das würdig nachholen“, versprach er. Kezele hatte bereits vor einigen Jahren mit „Milan“ den Kurzfilmbiber gewonnen und mit ihrem damaligen Film sogar eine Oscar-Nominierung erreicht.

Den Preis für den besten Dokumentarfilm erhielt Jonas Grosch für „Mardi Gras.BB – A Silent Rockumentary“. Der Film begleitet die Formation Mardi Gras.BB, die in ihrer Musik unterschiedlichste Stile verarbeitet. Im Film ist vor allemdie Problematik der Urheberrechte und illegalen Downloads ein Thema.

Zum besten Kurzfilm der 34. Biberacher Filmfestspiele wurde „Ein Augenblick in mir“ von Regisseur David M. Lorenz gewählt. Die Jury zeigte sich besonders beeindruckt davon, wie David M. Lorenz in nur 13 Minuten und ohne Worte, so eindringlich und sensibel über Verlust, Trauer, Freude und Leidenschaft erzählt.

Die Schülerjury rund um Vorsitzende Diana Matis ehrte den Debüt-Spielfilm „Schuld sind immer die anderen“ mit dem Schülerbiber. Gelobt hat die Jury vor allem das authentische Schauspiel und die gut nachvollziehbare Entwicklung der Protagonisten. Der Fernsehbiber ging an Robert Ralston für „Vater, unser Wille geschehe“ – ein Film, der laut Jury so viel Magie und Ideenreichtum versprüht wie kein anderer der Fernsehfilme.

Der Fernsehbiber wird als einziger Preis undotiert vergeben. Der Goldene Biber als der Große Preis der Stadt Biberach ist mit 5000 Euro dotiert. Der Debütbiber mit 3000 Euro wird vom Landkreis Biberach und der OEW gestiftet. Die Firma Liebherr stiftet den ebenfalls mit 3000 Euro dotierten Dokubiber. 2000 Euro gibt es zusammen mit dem Kurzfilmbiber von der Film Commission Region Ulm. Die Biberacher Werbegemeinschaft stiftet die 2000 Euro für den Publikumsbiber. Den Schülerbiber mit 3000 Euro sponsert die Kreissparkasse Biberach.

Im Bezug auf die Zuschauerzahlen zieht der veranstaltende Filmfest-Verein eine positive Bilanz der 34. Biberacher Filmfestspiele: Rund 13.000 Besucher lockte das diesjährige Programm an fünf Tagen ins Festivalkino Traumpalast. Damit konnte das Rekord-Niveau der vergangenen Jahre gehalten werden. Knapp 60 Filme begeisterten das Biberacher Publikum in insgesamt 94 Vorstellungen. „Dieser Applaus gilt allen Filmen hier im Festival“, sagte Adrian Kutter bei der Gala unter dem Beifall der Zuschauer.

Bewährt habe sich seiner Ansicht nach auch das Hereinnehmen von Filmen aus Österreich und der Schweiz. „Diese Produktionen waren echte Highlights des Festivals“, so Kutter. Dem Biberacher Publikum dankte er für „unglaubliche Diskussionen“.

Einen unterhaltsamen Höhepunkt hatte der Abend als Moderator Johannes Riedel den 82-jährigen österreichischen Schauspieler Karl Merkatz auf die Bühne holte, der sich an seine ersten Biberacher Filmfestspiele in den 1980er-Jahren erinnerte.

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