Zukunft der Klinik ist weiter offen

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Ob die Laupheimer Klinik schließt, ihr Angebot reduziert oder erweitert wird ist unklar: Die Kreisräte diskutieren derzeit über
Ob die Laupheimer Klinik schließt, ihr Angebot reduziert oder erweitert wird ist unklar: Die Kreisräte diskutieren derzeit über (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

In der Diskussion um die Kreiskliniken zeichnet sich ein zentraler Neubau in Biberach ab. Ob das für Laupheim heißt, dass das Krankenhaus geschlossen wird, ließ die Diskussion im Kreistag am Mittwoch offen. Dennoch sieht es für Laupheim besser aus als für Riedlingen: Laupheims Klinik rechnet sich besser.

Von unserer Redakteurin Katja Tölle 

In diesem Punkt hat der Landrat Dr. Heiko Schmid wohl Recht: „So eine Entscheidung kann einen Kreistag zerreißen“, sagte er im Vorfeld der Diskussionen um die Kliniken. Den Kreisräten stehen harte Entscheidungen bevor, die im Extremfall eine Schließung von Kliniken und den Unmut sehr vieler Wähler nach sich ziehen können. Deswegen hat es fast ein Jahr gedauert, bis die Öffentlichkeit nun in die Diskussion um die Zukunft der Kreiskliniken eingebunden wurde.

Jetzt liegen die Fakten auf dem Tisch: Von einer Schließung aller vier Kliniken und einem zentralen Neubau in Biberach bis zum Erhalt des Ist-Zustandes sind alle Möglichkeiten geprüft worden. Alle vier Kliniken haben offenbar erheblichen Sanierungsbedarf: In Ochsenhausen ist von zehn, in Laupheim und Riedlingen von 33 und in Biberach gar von 137 Millionen Euro die Rede. Hinzu kommen künftig – je nach Anzahl der Schließungen – bis zu 12 Millionen Euro jährliche Kosten für den Landkreis. „Je dezentraler die Kliniken aufgestellt sind, desto mehr sind sie auf Zuschüsse angewiesen“, erläuterte Kreiskämmerer Ralf Miller.

Eigentlich wollten die Kreisräte wieder gar nichts sagen, wie sie zur Zukunft der vier Kreiskliniken stehen. Dafür hatte es sogar eine nicht öffentliche Abmachung gegeben. Offenbar kochen die Emotionen bei dem Thema aber doch hoch: Erst sprach sich plötzlich Wolfgang Dahler (CDU) für einen zentralen Neubau in Biberach aus, dann folgte ihm gedanklich Hans Petermann (FWV).

„Total enttäuscht“ darüber war Werner Krug (SPD): „Wir haben im Februar hier gemeinsam diskutiert, wie wir mit der Öffentlichkeit umgehen, und sind dafür auch von der Zeitung gescholten worden“, sagte er. „Die große Mehrheit hat sich dagegen entschieden, das in die Öffentlichkeit zu tragen.“

Etwas verunsichert und amüsiert reagierte darauf Elmar Braun (ÖGB): „Also ich versuche jetzt mal was zu sagen, ohne was zu sagen, und doch was zu sagen, zumindest irgendwas.“ Und auch er ließ dann durchblicken: „Um einen Neubau in Biberach kommen wir wahrscheinlich nicht herum.“ Thomas Fettback (SPD) hatte auch gleich eine Lösung für die Standortfrage parat: „Die Stadt Biberach besitzt eine ideale Fläche an der Birkenharder Straße östlich von der Bereitschaftspolizei“, schlug er vor.

Für den Erhalt Laupheims setzte sich Martina Miller (SPD) ein: „Laupheim verliert an Bedeutung, wenn es das Krankenhaus verliert“, sagte sie. Entschieden werden soll erst im Februar. Erst dann zeigt sich, wie und ob es mit der Laupheimer Klinik weitergeht.

In Regionalveranstaltungen soll nun die Öffentlichkeit in die Diskussion eingebunden werden. Termin in Laupheim ist am Donnerstag, 25. November, 19 Uhr, in der Kundenhalle der Kreissparkasse.

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