Wunderbare Töne erklingen beim Dreikönigskonzert

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Die Stadtkapelle BIberach spielt traditionell in der Stadtpfarrkirche.
Die Stadtkapelle BIberach spielt traditionell in der Stadtpfarrkirche. (Foto: günter Vogel)
Günter Vogel

Musikdirektor Andreas Winter hat mit seinen Musikern für das Dreikönigskonzert in der Biberacher Stadtpfarrkirche St. Martin eine anspruchsvolle Klangfolge zusammengestellt und mit der Stadtkapelle und den Instrumentalgruppen zu einer großartigen musikalischen Einheit geführt.

In der irischen Ballade „Danny Boy“ geht es um den Abschied von einem geliebten Menschen und dessen Wiederkehr. Anfängliche lyrische Tonfolgen öffnen sich mit großem Crescendo zu hymnischem Aufschwung.

In der Tondichtung „Freiheit – Gedankenspiele für Blasorchester“ nimmt Kurt Gäble Bezug sowohl auf die historischen Daten des Tiroler Freiheitskampfes 1809 und den Fall der Mauer 1989. Das mächtige Hauptthema erfährt reiche rhythmische und stilistische Variationen. Blasmusikalische große Oper.

Und zu Beethovens 250. Geburtstag in diesem Jahr spielte die Stadtkapelle den zweiten Satz Adagio cantabile aus der Grande Sonata „Pathétique“ im Arrangement von Giancarlo Benvenuto. Die sanft melodische Träumerei ist eine der bekanntesten Melodien des genialen Komponisten. James Hosay schrieb „Ludwig I“, sinfonische Beethoven assoziative Klangfiguren, trifft die Gefühlswelt des großen Klassikers optimal.

Musikdirektor Andreas Winter schrieb eine „Kleine Fantasie“ über ein Motiv von Justin Heinrich Knecht. Lyrisch fließt der Holzklang in hoher Lage vereint mit hellem Blech, imaginiert einen Frühlingsmorgen. Knecht und Winter ehrten Beethoven, ließen klanglich das „Fidelio-Quartett“ nacherleben.

Im zweiten Teil hörte man verschiedene Bläserensembles mit ihren jeweiligen klanglichen Spezifitäten. Zuerst spielte ein Flötentrio (Susanne Kopf, Sandra Haag, Andrea Ludwig), die beethovenschen Variationen über „Reich mir die Hand“, Mozarts „Don Giovanni-Duett“, triolenreich und in schier verwegenen Klangfolgen. Das Saxofonquartett mit Christina Butz, Nicole Priewe, Theresa Merk, Ralph Guderlei folgte mit „Zärtliche Liebe“, einem Liebeslied des 25-jährigen Beethoven. Das Biberacher Blechbläserquartett mit Klaus Geyer, Martin Becker, Franz Schlegel, Wolfgang Fritzenschaft folgte mit einem Thema mit Variationen aus der knechtschen Orgelschule in der Bearbeitung von Franz Schlegel. Schließlich ein zehnköpfiges Klarinettenregister mit dem Jazzstandard „A Child is born“ des Jazztrompeters Thad Jones im Arrangement von Paul McGregor.

Zum klassischen Schluss aller Dreikönigskonzerte gehören wie immer die populären Weihnachtslieder, die den Biberacher Komponisten Justin Heinrich Knecht einrahmen.

Die Arrangements dieser Lieder schrieben die Biberacher Musikdirektoren Peter Marx, Andreas Winter, Paul Kühmstedt.

„Es ist ein Ros’ entsprungen“ (Brahms/Praetorius) ist ein kirchliches Weihnachtslied aus dem 16. Jahrhundert. Sein Text bezieht sich auf Jesaia: „Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht“.

„Vom Himmel hoch“ (Martin Luther/J. H. Knecht). Dieses bekannte Weihnachtslied dichtete der Reformator 1535 für die Weihnachtsbescherung seiner eigenen Kinder. Johann Sebastian Bach verwendete die Melodie für drei Choräle in seinem Weihnachtsoratorium. „O Du fröhliche“ ist die Melodie der sizilianischen Volksweise „O sanctissima, o purissima dulcis virgo Maria“.

„Adeste fideles“ ist der Titel eines bekannten Weihnachtsliedes, das etwa aus der Mitte des 18. Jahrhunderts überliefert ist. Die deutsche Version ist „Herbei, o ihr Gläub’gen“.

Dann von Justin Heinrich Knecht „Wie können wir, Vater der Menschen, Dir danken“ mit eingängiger friedvoller Melodie. Bei gedämpftem Licht folgte das größte aller Weihnachtslieder, Franz Xaver Grubers „Stille Nacht“ vom 24. Dezember 1818, übersetzt in 330 Sprachen und Dialekte.

Traditionsgemäß beschließt das „Biberacher Pastorale“ eines anonymen Komponisten, entstanden etwa 1800. Erhabenheit wie auch alpenländische Klanganmutung lassen feierliche Gefühle entstehen.

Das Publikum dankte mit reichem Applaus für ein musikalisch wie seelenvolles wunderbares Konzert in der voll gefüllten Stadtpfarrkirche.

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