„Wir wollen zeigen, dass Europa uns nicht egal ist“

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 SPD-Bundestagsabgeordneter Martin Gerster, Hauptredner Luigi D'Adamo, Herbert Kasperek, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands, Lan
SPD-Bundestagsabgeordneter Martin Gerster, Hauptredner Luigi D'Adamo, Herbert Kasperek, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands, Landrat Heiko Schmid, Pfarrer Gunther Wruck und Baubürgermeister Christian Kuhlmann beim Maifest auf dem Gigelberg (v. l). (Foto: Aßfalg)
Josef Aßfalg

Unter dem Motto „Europa. Jetzt aber richtig!“ hat der Deutsche Gewerkschaftsbund am 1. Mai zum Maifest auf den Gigelberg eingeladen. Hauptredner war Luigi D’Adamo, IG Bezirksleiter der Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (BCE).

„Es ist heute ein besonderer Jahres- und Feiertag“, erinnerte Landrat Heiko Schmid in seinem Grußwort. Heute vor 100 Jahren sei der 1. Mai erstmals als gesetzlicher Feiertag begangen worden. Es habe sich damals gelohnt, auf die Straße zu gehen. Schmid lobte die Wirtschaftskraft des Landkreises mit 84 000 Beschäftigten in 8200 Betrieben.

Baubürgermeister Christian Kuhlmann legte in seinem Grußwort den Fokus auf Biberach. Die Stadt sei gewachsen und habe sich sehr stark verändert, sagte Kuhlmann und zählte die neuen Baugebiete und Großprojekte auf.

„Europa, nicht nur bezogen auf die europäische Gemeinschaft“, sei ein geografischer und historischer Raum mit rund 50 Ländern und etwa 700 Millionen Menschen, bekannte Pfarrer Gunther Wruck von der evangelischen Kirchengemeinde Ersingen. „Ich sehe da keine Alternative zu einem solidarischen und gerechten Europa.“

Der 1. Mai sei der Tag, „an dem wir weltweit gegen Ausbeutung, Ausgrenzung, Behinderung und Unterdrückung, Intoleranz und Rechtlosigkeit in der Arbeitswelt einstehen“, sagte IG Bezirksleiter Luigi D’Adamo von der BCE-Gewerkschaft in seiner 27-minütigen Rede. Hierzu zählte er auch europäische Länder als Beispiele auf. „Wir wissen aber auch, dass in diesen Ländern gewerkschaftliche Arbeit, wie wir sie kennen“, nicht leicht sei. Unter dem Beifall der rund 300 Besucher sagte D’Adamo: Der Respekt gelte den Kollegen in diesen Ländern, „die sich von Repressionen nicht entmutigen lassen und für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen streiten.“ Die gewerkschaftliche Geschichte sei eine Geschichte des sozialen Fortschritts. „Wir sorgen für gerechte Bezahlung, Arbeits- und Gesundheitsschutz und für die Gleichstellung der Geschlechter“. Der 1. Mai sei deshalb auch der Tag, „an dem wir mit Stolz und Selbstbewusstsein unsere Erfolge demonstrieren“. „Wir sind der Motor des sozialen Fortschritts“, so der Gewerkschafter, „und wir stehen für ein Europa ohne Grenzen. Die Gewerkschaften seien den Menschen und nicht dem schnellen Profit verpflichtet. Mit einem klaren Votum für Europa forderte Luigi D’Amado die Besucher auf, am 26. Mai zur Europawahl zu gehen. „Wir wollen zeigen, dass Europa uns nicht egal ist.“

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