„Wir bewundern Euch für euren Mut“

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Schwäbische Zeitung

Es ist ein emotionaler Abschied für die Weltumradler Imke Frodermann und Ralph Lang gewesen: Dutzende Menschen kamen zur offiziellen Verabschiedung mit Oberbürgermeister Norbert Zeidler vor der Stadtpfarrkirche St. Martin in Biberach zusammen.

Anschließend klatschen die beiden Lehrer die Hände ihrer Schüler und Kollegen an der Gebhard-Müller-Schule (GMS) ab.

Dem ein oder anderen Besucher schlotterten die Füße bei den frischen Außentemperaturen. Doch die leichten Minustemperaturen in Biberach werden nichts im Vergleich zu dem sein, die Frodermann und Lang auf ihrer Reise erleben werden. Von Biberach aus starteten sie am Mittwoch mit ihren Rädern in Richtung Australien – Alpen- und Himalayaüberquerung inklusive. „Es kribbelt so langsam in den Füßen. Wir freuen uns, dass es jetzt weitergeht“, sagte Lang.

Drei Wochen Aufenthalt in Biberach liegen hinter ihnen. Zuvor fuhren sie vier Monate lang durch Amerika und Afrika. Auf ihrer zweiten Etappe Biberach-Australien machen sie einen längeren Zwischenstopp in Indien. Denn dort unterstützt die GMS die schulische Ausbildung von 50 Steinbruchkindern. Das Spendenprojekt „Gebhard-Müller-Schule macht Schule in Indien“ war schließlich der Anstoß für die Weltreise.

OB stimmt Lieder an

Zur Verabschiedung vor der Stadtpfarrkirche sind viele Weggefährten der beiden gekommen. OB Zeidler stimmte auf der Gitarre gemeinsam mit den Besuchern die Lieder „Muss i denn, muss i denn zum Städtele naus“ und „Country Roads“ an. „Wir bewundern Euch für euren Mut“, sagte Zeidler. Er wünschte ihnen alles Gute für die Fahrt, schöne und intensive Erlebnisse, vor allem aber, dass sie wieder gesund zurückkommen.

Der Rathauschef kündigte an, für ihre Rückkehr im Sommer 2018 einen Empfang mit Eintragung ins goldene Buch der Stadt zu organisieren. Damit Frodermann und Lang pünktlich und sicher zur Fähre in Venedig kommen – darum kümmern sich die Gemeinderäte Hubert Hagel und Ulrich Heinkele höchstpersönlich. Hagel fährt auf dem Fahrrad mit, Ulrich Heinkele (bis Bozen mit dabei) und die Ehefrau von Hagel geben von Wohnmobil aus Unterstützung. „Vor vier Jahren habe ich versehentlich versprochen, ein Teil der Strecke mit zu radeln“, schmunzelt Hagel, der einst Schulleiter an der GMS war.

Bei der Verabschiedung kullern Tränen

Besonders freute sich das Radler-Ehepaar über den Besuch von Achim Renner und seiner Familie aus Stubersheim bei Geislingen an der Steige. „Es ist das größte Geschenk für uns, dass sie vorbeigekommen sind“, sagte Lang. Die beiden Familien kennen sich sehr lange und sind eng miteinander befreundet. So manche Träne kullerte bei der innigen Abschiedsumarmung über die Wangen.

Mindestens genauso schön war der Abschied wenige Minuten später an der GMS. Schüler bastelten eine Girlande aus Deutschland- und Indienfahnen, unter der die Weltumradler hindurchfuhren. Nach vielen Umarmungen hieß es dann auch dort: Auf geht’s in Richtung Ferne. Im August 2018 wollen Frodermann und Lang Australien erreichen.

Emotionaler Abschied für die Weltumradler

Dutzende Menschen verabschiedeten die Weltumradler Imke Frodermann und Ralph Lang am Mittwochvormittag in Biberach. Vor der Stadtpfarrkirche St. Martin versammelten sich Weggefährten der beiden, bei der Gebhard-Müller-Schule sagten Schüler und Kollegen auf Wiedersehen.

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