Wilde Tiere unter strenger Beobachtung

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Raubtier-Dompteur Alexander Lacey pflegt seine Löwen Massai und King. Regelmäßig schauen die Behörden vorbei und prüfen Ställe,
Raubtier-Dompteur Alexander Lacey pflegt seine Löwen Massai und King. Regelmäßig schauen die Behörden vorbei und prüfen Ställe, Futter und Gesundheit der Tiere. (Foto: Felizitas Eglof)
Felizitas Eglof

Mit dem Zirkus sind auch seine wilden Begleiter anreist: Die sieben Tiger, sechs Löwen und ein Leopard haben es sich in ihrem Käfig auf dem Gigelberg gemütlich gemacht. Die Tiger sind mittlerweile seit neun, die Löwen seit elf Generationen im Zirkus. Doch wie bei vielen anderen Zirkussen spielt das Thema Tierschutz auch beim Zirkus Knie eine große Rolle. Immer wieder sieht sich der Zirkus den Anschuldigungen und der Kritik von Tierschützern ausgesetzt. Auch hier in Biberach wollen sich Tierschützer zu einer Mahnwache versammeln. Sie kritisieren vor allem die Haltung der Tiere.

Kritiker können Fragen stellen

Raubtier-Domteur Alexander Lacey kann die Anschuldigungen nicht verstehen: „Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie wir mit den Tieren hier umgehen, sie hören nur eine Meinung und glauben dieser“, sagt der 42-Jährige. „Jeder, der sich beschwert, sollte sich zuerst ein eigenes Bild machen.“ Lacey schlägt deshalb den Kritikern vor, selbst beim Zirkus auf dem Gigelberg vorbei zu schauen. „Ich beantworte gerne Fragen und zeige den Leuten, was sie sehen wollen“, sagt Lacey.

Alexander Lacey ist Tiertrainer beim Zirkus Charles Knie. Jeden Tag arbeitet er mit Tigern, Löwen und Geparden. Wie sein Leben verläuft und warum er liebt was er macht, sehen Sie im Video.

Wie bei vielen Tiereinrichtungen wird die Tierhaltung im Zirkus Charles Knie vom Veterinäramt vor Ort einmal pro Woche geprüft: Die Behörden kontrollieren unter anderem die Sauberkeit der Ställe, den Zustand des Futters und die Gesundheit der Tiere. Ein großer Streitpunkt zwischen Zirkusgegnern und -befürwortern ist der Platz, den die Tiere in ihren Käfigen zu Verfügung haben. „Ich glaube, niemand kann wirklich sagen, wie viel Platz ein Tier braucht, weder ein Wissenschaftler noch ein Tierexperte. Wichtig ist, dass die Tiere beschäftigt werden. Deshalb haben wir viel Spielzeug für sie und sie können sich bei den Proben und den Shows austoben“, sagt Lacey.

Ortswechsel halte Tiere fit

Auch der häufige Ortswechsel sei laut dem Dompteur kein Problem: „Die Katzen werden durch neue Umgebungen und Gerüche gefordert, so bleiben sie mental fit und konzentriert. Da ist gut für sie, und ihnen wird nicht langweilig.“

Die Tierschützer sehen das offenbar anders. Die Mahnwache soll am Dienstag, 4. September, von 14.30 bis 16 Uhr und von 18 bis 19.30 Uhr stattfinden.

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