Wie regionale Banken das Bezahlen mit dem Smartphone umsetzen

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 Immer mehr Anbieter bringen auch in Deutschland Mobile Pay-Möglichkeiten auf den Markt.
Immer mehr Anbieter bringen auch in Deutschland Mobile Pay-Möglichkeiten auf den Markt. (Foto: dpa)

Das Smartphone entwickelt sich immer mehr zum Alleskönner. Inzwischen können Kunden an vielen Supermarktkassen in und um Biberach mit dem mobilen Endgerät bezahlen. Laut den regionalen Bankinstituten ist das genau so sicher wie mit der EC-Karte. Allerdings steht diese Möglichkeit nicht allen Smartphone-Nutzern zu Verfügung.

Seit einem Dreivierteljahr gibt es bei der Kreisparkasse (KSK) Biberach das kontaktlose Bezahlen mit einem Smartphone. Voraussetzung dafür ist, dass Kunden über ein NFC-fähiges Gerät mit dem Google-Betriebssystem Android verfügen und eine entsprechende Applikation installieren.

NFC ist ein Übertragungsstandard zum drahtlosen Austausch von Daten über kurze Distanzen. In der App werden dann die EC-Karten hinterlegt, um an der Kasse quasi im Vorbeigehen bezahlen zu können. Wie gut Kunden das Angebot annehmen, kann KSK-Sprecherin Ursel Straub-Neumann noch nicht sagen.

Android-Geräte sind Voraussetzung

„Derzeit verzeichnen wir in unserem Hause einen starken Anstieg der digitalen und mobilen Services“, teilt dagegen Nicole Kern von der Raiffeisenbank Biberach auf SZ-Anfrage mit. Die Funktionsweise des mobilen Bezahlens ist bei der Raiffeisenbank ähnlich und funktioniert ebenfalls nur mit Android-Geräten.

Das gilt auch für die Volksbank Ulm-Biberach. „Inzwischen werden die digitalen Karten im Handel in Deutschland fast überall akzeptiert“, erläutert Sprecherin Kathleen Parthey. „Unsere Kunden, die die digitalen Karten schon freigeschaltet haben, schätzen den Service einer schnellen und sicheren Bezahlung per Smartphone.“

Abfangen der Daten nicht möglich

Alle drei Banken versprechen: Das Bezahlen mit dem Smartphone sei genauso sicher wie mit der Girocard. „Da hier die gleichen Sicherheitsstandards eingehalten werden“, erläutert Nicole Kern. Bei der Bezahlung müsse das Smartphone mit einem geringen Abstand an das Kartenterminal gehalten werden, wodurch das Abfangen von Daten beziehungsweise versehentliche Abbuchungen nicht möglich seien.

„Des Weiteren müssen zum mobilen Bezahlen die Express-Zahlung und das Display das Smartphones aktiv sein“, so Nicole Kern weiter. Volksbank-Sprecherin Kathleen Parthey ergänzt: „Jede Transaktion größer 25 Euro muss mit der PIN autorisiert werden.“

Karte bei Verlust sperren

Sollte das Smartphone doch einmal verloren gehen, kann wie bei einer herkömmlichen Karte die Sperrhotline (116 116) oder die jeweilige Bank informiert werden. „Zu beachten ist hierbei, dass bei der Sperre der digitalen Kreditkarte auch die physische Karte gesperrt wird, da die digitale Karte nur ein Abbild der physischen Karte ist“, erläutert Nicole Kern. Die SIM-Karte des Smartphones müsse separat vom Mobilfunkanbieter gesperrt werden. Auf keinen Fall sollte man Geheimzahl und PIN im Smartphone speichern.

Bislang können ausschließlich Nutzer von Android-Geräten diese Angebote nutzen. Denn Apple möchte für seine Iphones einen eigenen Bezahldienst etablieren. Doch sowohl die genossenschaftliche Finanzgruppe (Volksbanken und Raiffeisenbanken) als auch die Sparkassen-Finanzgruppe stehen diesbezüglichen in Verhandlungen mit dem amerikanischen Konzern. Apple Pay funktioniert in Deutschland bislang nur mit Kredit- oder Debitkarten unter anderem der Deutschen Bank, HypoVereinsbank oder Santander.

EC-Karten werden nicht abgeschafft

Wird das Smartphone die herkömmlichen EC- und Kreditkarten ersetzen? „Aktuell sollen die digitalen Karten die Girocard nicht ersetzen, sondern eine zusätzliche Möglichkeit für unsere Kunden bieten, mit dem Smartphone zu bezahlen“, erläutert Kathleen Parthey.

Ähnlich sieht man das bei der Raiffeisenbank Biberach: „Die digitale Kreditkarte ist lediglich ein digitales Abbild der physischen Karte. Daher werden die herkömmlichen Karten zum momentanen Zeitpunkt definitiv noch benötigt.“ Mit der fortschreitenden Digitalisierung könne sich das natürlich ändern.

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