Wie die Initiative „SOS Streuobstwiese“ bei der Pflege von Obstbäumen hilft

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 25 Fachwarte für Obst und Garten beteiligten sich an der gemeinsamen Obstbaumpflege.
25 Fachwarte für Obst und Garten beteiligten sich an der gemeinsamen Obstbaumpflege. (Foto: Hans Georg Willburger)
Schwäbische Zeitung

Seit acht Jahren gibt es das Netzwerk der Fachwarte und fast genau so lange das Angebot „SOS Streuobstwiese“. Bei diesem Projekt geht es darum, Streuobstwiesenbesitzer bei der Pflege ihrer Bäume zu unterstützen. Ob Altbestände in privater Hand oder neue Ausgleichsflächen in Gemeinden: „Viele Obstbäume werden leider nicht gepflegt, was ihre Lebenserwartung bedauerlicherweise drastisch verkürzt“, so das Netzwerk in seiner Pressemitteilung.

Das Bewusstsein und die Wertschätzung dafür würden zwar wieder steigen, auch die Bereitschaft zur Baumpflege. Vor allem beim Obstbaumschnitt mangele es dann aber an Zeit und Know-how.

An dieser Stelle kommt die SOS-Streuobstwiesen-Starthilfe zum Einsatz: Das Netzwerk bietet engagierten Streuobstwiesenbesitzern und Kommunen (Ausgleichsflächen, Storchenwälder) und auch Vereinen Unterstützung bei der Sanierung von ungepflegten Obstbaumbeständen an. Voraussetzung für diese Unterstützung ist die Verpflichtung zu einer weiteren kontinuierlichen Pflege des Bestands.

Alpenvereinsmitglieder pflanzen Bäume

Dieses Jahr waren die Fachwarte bei der Biberacher Alpenvereinsgruppe im Einsatz. Der DAV ist nicht nur ein Bergsportverein, sondern auch ein anerkannter Naturschutzverein. Die Streuobstwiese am Hasenbrünnle bei Bergerhausen ist eines der Naturschutzprojekte des DAV Biberach.

Die Koordination der Arbeitseinsätze ist eine der Aufgaben des DAV-Naturschutzreferenten Hans Georg Willburger. Schon im vergangenen November gab es eine gemeinsame Obstbaumpflanzaktion. Engagierte Alpenvereinsmitglieder pflanzten mit fachlicher Unterstützung der Netzwerk-Vorsitzenden Claudia Klausner sechs Obstbäume.

Gut 25 Fachwarte für Obst und Garten folgten nun der Einladung zur gemeinsamen fachkundigen Obstbaumpflege. Antje Beducker und Claudia Klausner stimmten die Fachwarte und den Bewirtschafter der Streuobstwiese, Bio-Landwirt Josef Weber, mit einer Baumansprache auf den Arbeitseinsatz ein. Dabei werden der Ist-Zustand beurteilt sowie Schnittziele, Eingriffsstärke und Schnittmethoden festgelegt.

Weitere gemeinsame Aktionen geplant

Bei diesen seit mehreren Jahren nicht mehr gepflegten Obstbäumen seien die Konzentration auf die wichtigsten Pflegemaßnahmen und eine angemessene Eingriffsstärke für alle Beteiligten eine große Herausforderung gewesen, die jedoch bravourös gemeistert wurde, so das Netzwerk.

Nur wenn die Eingriffsstärke der Schnittmaßnahmen angemessen sei und die Wachstumsgesetze beachtet würden, sei der Schnitt baumschonend und es werde auch übermäßiges Wachstum mit unzähligen „Wasserschossern“ vermieden.

Was über Jahre versäumt wurde, kann nicht in einem Arbeitseinsatz nachgeholt werden. Deshalb dürfen sich Hans Georg Willburger und seine Mitstreiter vom DAV auf weitere gemeinsame Aktionen mit den Obstbaumpflege-Profis vom Netzwerk der Fachwarte freuen.

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