Wie der Max-und-Moritz-Wagen in den Festzug kam

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Da war er plötzlich wieder, der Max-und-Moritz-Wagen – etwas anders als vom Schwarz-Veri gewünscht.
Da war er plötzlich wieder, der Max-und-Moritz-Wagen – etwas anders als vom Schwarz-Veri gewünscht. (Foto: Mägerle)
Redaktionsleiter

Da haben sich wohl manche am Sonntag verwundert die Augen gerieben: Hatte die Schwarz-Veri-Gruppe noch am Dienstag beim Festzug publikumswirksam die Rettung des Max-und-Moritz-Wagens gefordert, rollte das gute Stück am Sonntag am Ende des Festzugs bei den Räubern plötzlich mit. Allerdings fehlte der Gefängniswagen der Schwarz-Veri-Gruppe. Wie es zu diesem Tausch kam? Die SZ hat sich auf Spurensuche begeben.

Berichtet wird, dass die Mitglieder der Schwarz-Veri-Gruppe am frühen Sonntagmorgen in die Requisitenhalle der Schützendirektion kamen, um ihre Festwagen für den Umzug vorzubereiten. „Da haben wir gemerkt, dass an unserem Gefängniswagen ein Rad fehlt“, erzählt der Schwarze Veri. „Als wir anfingen nachzufragen, wer etwas über das verschwundene Rad weiß, sind alle in irgendwelchen Ecken verschwunden. Keiner wollte mit uns reden.“ Kein Rad, kein Gefängniswagen.

„Das Imperium schlägt zurück!“

Noch größer war die Überraschung, als die Räubergruppe an ihrem Aufstellungsplatz in der Bleicherstraße dann plötzlich den Max-und-Moritz-Wagen vorfand. Eine Seite des Wagens zierte die Aufschrift: „Das Imperium schlägt zurück!“ Ein böser Verdacht keimte bei den Räubern auf: Sollte sich die Schützendirektion etwa auf diese Weise für die Forderungen nach dem Erhalt der Märchenwagen beim Dienstagsumzug an ihnen gerächt haben?

Das wiederum war ein Angriff auf die Räuberehre, die der Veri und seine Getreuen so nicht auf sich sitzen lassen konnten. Rasch wurde die Aufschrift durch ein neues Banner überdeckt. „Brunnen.Wagen. Geht doch!!!“, stand anschließend zwar einigermaßen sinnfrei an der Längsseite des Wagens. Es ersparte den Räubern aber zumindest das höhnische Gelächter der Zuschauer und das Eingeständnis, dass ihnen die Schützendirektion eine Retourkutsche im wörtlichen Sinne verpasst hatte. Und ein Ersatzrad für den Gefängniswagen wird sich sicher bis 2019 finden lassen.

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