Welt der Tiere als Schlüssel zur Kunst

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Freuen sich auf die neuen Kurse: Schulleiterin Susanne Maier (von links) mit Dozenten der Juks: Walter Rogger (Meine Mappe), Han
Freuen sich auf die neuen Kurse: Schulleiterin Susanne Maier (von links) mit Dozenten der Juks: Walter Rogger (Meine Mappe), Hannelore Reichle (Bildnerisch), Angelika Anderbrügge (Tanz), Helga Reichert (Theater), Barbara Clarke (Ballett), Uli Marquart (Gesang). (Foto: Birga Woytowicz)
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Das aktuelle Jahresprogramm liegt im Rathaus, Museum, in Arztpraxen und Geschäften aus. Anmeldungen zu den Kursen sind aber auch Online unter www.juksbiberach.de möglich.

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Lassen wir ihr nicht freien Lauf und Zeit, dann rostet die Fantasie. Auch schon bei Kindern. Im neuen Kursjahr möchte die Jugendkunstschule (Juks) Biberach Kreativität auf tierische Art und Weise herauskitzeln. Denn wer einmal in eine Tierrolle schlüpft, traue sich auch eher aus der eigenen Haut, sagt Susanne Maier, die Schulleiterin. Gemeinsam mit Verwaltungschefin Sigrid Gütt und einigen Dozenten hat sie das neue Jahresprogramm zusammengestellt.

„Tierisch“ lautet das aktuelle Programmmotto. Helga Reichert, Theater-Dozentin, musste darüber zunächst lachen: „Im letzten Jahr haben wir ein Stück aufgeführt mit dem Namen „das Katzenhaus“ und in einem anderen Stück ging es um einen Elefanten. Da sagten die Kinder: Wir wollen nächstes Jahr keine Tiere mehr sein.“ Bis September habe sich die Tierphobie hoffentlich wieder gelegt, sagt Reichert: „Tiere tauchen im Theater immer wieder auf. Solche Rollen sind auch gut, besonders auch, wenn es um Improvisation geht.“ In der Stimmbildung spielten Tierlaute ebenfalls eine Rolle, ergänzt Uli Marquert: „Da kann man Kindern und Jugendlichen ganz neue Laute entlocken, die sie zuvor nicht von sich kannten.“ Gleiches gelte für die Malerei und auch den Tanz: „In Choreografien kann man verschiedene Tiere darstellen und bekommt eine neue Vorstellung von Bewegung. Vor allem auch bei Fantasietieren“, erklärt Ballettlehrerin Barbara Clarke.

Letztlich sei das Thema aber kein Korsett, in das man die Kursinhalte schnüre. Viel mehr wolle man Impulse geben, erklärt Schulleiterin Susanne Maier. Lediglich einzelne Veranstaltungen orientierten sich direkt an dem Thema: „Wir bieten zum Beispiel einen Ausflug auf einen Gnadenhof an. Und in der jungen Ferienakademie dreht sich alles um Insekten und Co am Krummbach in Ochsenhausen.“

In den Bereichen Tanz, Gesang und Bildnerisches laufen die Kurse wie gewohnt weiter. Wegen der Schließung der Ballettschule Luzie Müller habe man hier jedoch Kurse aufgestockt. Gleiches gelte für den Bereich der Ferienangebote, sagt Susanne Maier. Hier gebe es bereits schon jetzt viele Anmeldungen und vereinzelt auch Wartelisten.

Kunst als Berufsbild

Doch die Juks bietet nicht nur reines Freizeitvergnügen. Auch die Förderung der Kunst als Berufsbild werde immer wichtiger, erklärt Walter Rogger. Er betreut den Halbjahreskurs „Meine Mappe“: „Der Kurs ist für Jugendliche, die am Scheideweg stehen, ob sie ihr Hobby zum Beruf machen wollen.“ In allen Subbereichen des Designs betreuen Dozenten die Teilnehmer bei der Erstellung einer Vorstellungsmappe, die sie zum Beispiel für die Einschreibung an einer Universität brauchen. „Es ist ein Problem, dass das Vorurteil brotloser Kunst noch weit verbreitet ist“, bedauert Rogger. Jugendliche müssten jedoch auch Ehrgeiz und Durchhaltevermögen zeigen: „Deswegen bieten wir seit dem letzten Jahr einen Marathon an: Da zeichnen wir zu einem Thema sechs Stunden am Stück, bis in die Nacht hinein.“

Das Thema Design gewinne insgesamt an Bedeutung, erklärt Susanne Maier: „Deswegen haben wir im Bildnerischen nun neue Kurse, in denen wir Kinder an Formgebung und Gestaltung heranführen wollen. Das gilt auch für die Gestaltung eigener Lebens- und Wohnräume.“

Knackpunkt für alle Dozenten: Die Fantasie. „Wenn man die nicht regelmäßig anwendet, schwindet sie schon mit dem fünften Lebensjahr“, erklärt Hannelore Reichle: „Die Kinder fangen an, sich selbst kritisch zu betrachten. Dadurch sinken Spontanität und Kreativität ab.“ Es reiche nicht aus, Inhalte aus dem Internet zu reproduzieren, ergänzt Walter Rogger. Der Kommunikationsdesigner gibt auch Kurse im Bereich Grafik- und Kommunikationsdesign: „Ich muss immer daran erinnern: Der Computer ist saublöd und nur ein Werkzeug. Es ist immer noch der Mensch, der ihn benutzt und etwas damit erschaffen kann.“

Das aktuelle Jahresprogramm liegt im Rathaus, Museum, in Arztpraxen und Geschäften aus. Anmeldungen zu den Kursen sind aber auch Online unter www.juksbiberach.de möglich.

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