Was soll ich hier? – Jugendliche erarbeiten gemeinsam ein Theaterstück

 Die Juks freut sich auf ein spannendes Jugendstück in den Pfingstferien (von links): Juks-Leiterin Susanne Maier, Nour Arab, El
Die Juks freut sich auf ein spannendes Jugendstück in den Pfingstferien (von links): Juks-Leiterin Susanne Maier, Nour Arab, Elisa Sachs, Regisseur Thomas Dietrich und Yazan Alnakdali. (Foto: Tanja Bosch)
Redakteurin

Was soll ich hier? – Das fragen sich möglicherweise viele jungen Menschen. Im gleichnamigen Theater-Workshop der Jugendkunstschule Biberach befasst sich Regisseur Thomas Dietrich aus Ulm mit der Lebenswelt von Jugendlichen. Im Mittelpunkt steht deshalb die Frage „Was soll ich hier?“. Sind die Probleme junger Leute in der Stadt und auf dem Land gleich? Wie machen Stadt und Land Lust auf ein Leben dort? Auch die aktuelle Situation im Hinblick auf die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine soll im Jugendstück eine Rolle spielen.

In den Pfingstferien wird deshalb gemeinsam mit jungen Schauspielerinnen und Schauspielern ein Stück erarbeitet werden, das insgesamt dreimal im öffentlichen Raum aufgeführt werden soll. Probenbeginn ist am Freitag, 3. Juni, 16.30 Uhr. Die Vorstellungen sind am 17., 18. und 19. Juni geplant. Interessierte ab 16 Jahren können sich ab sofort bei der Juks anmelden. Vorkenntnisse sind keine erforderlich. Die Teilnehmende müssen einfach Lust dazu haben, am Ende gemeinsam auf der Bühne zu stehen.

Regisseur geht auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ein

Grundlage des Jugendstücks bilden die drei bekannten Werke „FrühlingsErwachen“, „Katzelmacher“ und „Jagdszenen aus Niederbayern“. Drei wichtige deutsche Autoren haben sich bereits in der Vergangenheit mit ähnlichen Themen auseinandergesetzt. Frank Wedekind, Rainer Werner Fassbinder und Martin Sperr haben jeder auf seine Weise die Sehnsucht nach Lust auf Stadt und Land thematisiert und jede Art von Lust und Frust damit in Zusammenhang gebracht.

Am Ende soll eine Szenencollage entstehen. „Ich lasse mich für das Stück von den jungen Menschen inspirieren. Jeder kann am ersten Tag seine Gedanken und Erfahrungen teilen und wir bauen die ins Stück mit ein“, sagt Regisseur Thomas Dietrich. „Ich kann also noch nicht sagen, wie das Stück am Ende aussieht und wo die Reise hingeht.“ Es bleibt daher spannend.

Auch Flüchtlinge ohne Deutsch-Kenntnisse willkommen

Thomas Dietrich führte schon beim Juks-Stück „FrühlingsErwachen“ Regie, das 2019 im Komödienhaus in Biberach aufgeführt wurde. Damals sammelte er bereits positive Erfahrungen mit den jungen Menschen aus der Region: „Ich freue mich jetzt wieder auf die Zusammenarbeit und auch auf neue Gesichter.“ Elisa Sachs und Nour Arab waren bereits bei „FrühlingsErwachen“ dabei und sind neugierig auf das neue Stück. „Es ist toll, mit Thomas zu arbeiten, weil er so auf die Leute eingeht, die dabei sind“, sagt die 29-Jährige. „Da das Stück noch nicht steht, macht es die Sache noch spannender.“ Auch Nour Arab macht die Zusammenarbeit mit dem Ulmer Regisseur Spaß: „Mir gefällt vor allem, dass er sich mit den Kleinigkeiten beschäftigt, bevor es an die großen Sachen geht“, sagt der 25-jährige Syrer.

Für Nour Arab ist die Frage „Was soll ich hier“ auf jeden Fall spannend. Schließlich musste er vor sieben Jahren seine Heimat aufgrund des Bürgerkriegs verlassen. Zu diesem Thema fällt ihm deshalb auch viel ein. Ähnlich geht es gerade auch vielen Menschen aus der Ukraine, die zu uns kommen. „Ich arbeite gerne mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammen“, sagt auch Thomas Dietrich. „Es können sich auch gerne ukrainische Flüchtlinge bei uns melden und mitmachen. Ich bekomme alle, die Lust haben mitzumachen, im Stück unter.“

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