Vorschüler entdecken Musik und Instrumente für sich

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120 Kinder aus elf Kindergärten haben an der Bruno-Frey-Musikschule allerhand über Musik und Instrumente gelernt, alles am Beisp
120 Kinder aus elf Kindergärten haben an der Bruno-Frey-Musikschule allerhand über Musik und Instrumente gelernt, alles am Beispiel des Volksliedes „Die Vogelhochzeit“ (Foto: Günter Vogel)

Seit mehreren Jahren gibt es an der Bruno-Frey-Musikschule einen „Kindergartentag“, an dem die Vorschulkinder Instrumente kennenlernen.

Der Einstieg für die mehr als 120 Kinder aus elf Biberacher Kindergärten war die „Vogelhochzeit“, die zu den bekanntesten und ältesten deutschen Volksliedern gehört. Es handelt von der Vermählung einer männlichen Drossel mit einer weiblichen Amsel. Der Text der Vogelhochzeit ist bereits im Wienhäuser Liederbuch überliefert, dessen Entstehungszeit auf etwa 1470 datiert wird.

Alle Kinder saßen gemeinsam auf den Stufen des Bruno-Frey-Musiksaals. Musikschulleiter Andreas Winter sprach mit den jungen Besuchern, traf sofort den kindgerechten Ton, weckte schnell ihr Interesse und führte sie auf die Musik, auf die Instrumente zu. Er und Michael Nover erklärten ihnen die Streicher, die Holz- und Blechbläser, das Akkordeon, die Zupfinstrumente, die Rhythmusgruppe mit Klavier. Die Musikschul-Lehrer spielten diese Instrumente in verschiedenen – von Peter Marx geschriebenen – Vogelhochzeit-Variationen an, stellten sie den Kindern klanglich differenziert vor. Das waren fesselnde neue Klangerlebnisse für die jungen Ohren. Ein Paar in Hochzeitskleid und Anzug bildete einen optischen Farbfleck. Die Kinder hatten vorab geübt, und zum Schluss der Instrumentenvorstellung sangen alle zusammen, begleitet vom kompletten Lehrer-Orchester, das alte Volkslied von der Vogelhochzeit.

Und dann gab es einen zweiten Teil, der für die Kinder so spannenden Veranstaltung an diesem musikalischen Vormittag. In verschiedenen Räumen der Musikschule hatten die Fachlehrer ihre Instrumente aufgebaut, so waren die Holzbläser, die Blechbläser, die Streicher und andere Instrumentengruppen vorzeige- und probierbereit für die Kinder vorbereitet. Und diese waren sehr begeistert. Ein Fünfjähriger blies mit vollen Backen in ein Altsaxofon, das ihm Michael Nover hinhielt. Ein Mädchen mit blonden Zöpfen freute sich, dass sie dem schwierigen Waldhorn von Andreas Winter einige Töne entlocken konnte. Im Jazzkeller hatten Günther Luderer, Klaus Pfalzer und andere Lehrer die Streichinstrumente mit Sechzehntel- und Achtelgeigen vorbereitet. Wenn etwa fünf Kinder gleichzeitig probierten, ihren Instrumenten Töne zu entlocken, klang das dann schon sehr nach sehr moderner Musik, aber die Kleinen waren mit strahlenden Augen dabei. Und so manches der Kinder, die hier zum ersten Malim praktischen Umgang mit Instrumenten konfrontiert waren, wird zu gegebener Zeit (gleich jetzt oder halt erst später) nach diesem schönen praktischen Einstieg die Liebe zur Musik entdeckt und vertieft haben. Auf Fragen gab es die einhellige Antwort, man möchte auch mal Musik machen und so schön spielen können, wie sie es von den Lehrern gehört haben.

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