Unternehmer wirbt für die EU

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 Die Elftklässler des PG registrierten aufmerksam, was der Ehinger Unternehmer Erwin Stöhr über die Vorzüge der EU berichtete.
Die Elftklässler des PG registrierten aufmerksam, was der Ehinger Unternehmer Erwin Stöhr über die Vorzüge der EU berichtete. (Foto: Aylin Duran)
Aylin Duran

Die bevorstehende Wahl zum Europäischen Parlament nimmt die IHK Ulm zum Anlass, mithilfe des Projekts „Unternehmer als Lehrer“ mit jungen Menschen über Europa zu sprechen. Erwin Stöhr, Geschäftsführer einer Logistikfirma aus Ehingen, stand am Dienstag im Pestalozzi-Gymnasium (PG) in zwei Schulstunden Elftklässlern Rede und Antwort.

Stöhr erzählte von früheren Skiurlauben in Österreich: Erst mal D-Mark in Schilling, der Reisepass durfte nicht fehlen – vor nicht allzu langer Zeit war das noch so. Schließlich wurde der Euro erst 2002 eingeführt. Stöhr erinnere sich noch genau an seine Aufregung, als er damals um Mitternacht zur Bank gerannt sei, um erstmals das neue Geld abzuheben. „Das war spannend“, sagte er. Die Gefühle von Unsicherheit und Angst seien zur Zeit der Währungsreform ebenfalls vertreten gewesen. Schließlich wusste niemand so genau, wie sich alles entwickeln würde.

Während Stöhr sich lebhaft an diese Zeiten erinnern kann, sind sie für die Elftklässler nur einige Seiten im Geschichtsbuch. Offene Grenzen sind für sie zur Normalität geworden. Die Freiheit, die die EU bietet, sähen viele Menschen mittlerweile als Selbstverständlichkeit an. „Sie kennen es nicht anders“, sagte Stöhr.

Der Geschäftsführer verdeutlichte, welche Vorteile die EU sonst noch bringt. Etwa im Handel: „Man kann von Biberach Waren nach Frankreich verkaufen“, sagte er. „Neben China und den USA ist die EU einer der größten Akteure im internationalen Handel.“ Unternehmer wie Erwin Stöhr sehen es überhaupt nicht gerne, dass England aus der EU austreten wird. „Der Warenaustausch wird durch den Brexit zurückgehen“, so Stöhr. Was die Engländer mit dem Brexit losgetreten haben, werde noch weite Kreise ziehen.

Langwierige Entscheidungen

In den vergangenen Jahren wurde die EU von vielen Bürgern aber auch kritisiert. Stöhr wollte nicht alles schönreden. Unter anderem sprach er mit den Schülern darüber, dass sich die Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten oft nicht einig seien. Dies mache es schwierig, anstrengend und zu einem langwierigen Prozess, Entscheidungen zu treffen oder Kompromisse zu finden.

Ihre Chance, mit dem Geschäftsführer von Stöhr Logistik in Kontakt zu treten, wussten die Schüler am PG zu schätzen. Die Elftklässler hörten Stöhrs Vortrag aufmerksam zu und stellten noch einige Fragen.

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