Totalsperrung des Biberacher Bahnhofs löst Verwirrung aus

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 Auch ein Video-Schalter der Deutschen Bahn, wie hier im Reisezentrum Triberg, soll in den nächsten Tagen im Biberacher Bahnhof
Auch ein Video-Schalter der Deutschen Bahn, wie hier im Reisezentrum Triberg, soll in den nächsten Tagen im Biberacher Bahnhof eingebaut werden. (Foto: Deutsche Bahn)
Sybille Glatz

Wegen Bauarbeiten an den Gleisen wird der Bahnhof Biberach am Samstag, 25. Mai, von 7 bis 20 Uhr komplett gesperrt. Das teilt die Deutsche Bahn auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ mit. Für Reisende bedeutet das, dass sie von Biberach aus nicht mit dem Zug, sondern nur mit dem Bus weiterkommen.

Sowohl in Richtung Aulendorf als auch in Richtung Laupheim ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, heißt es seitens der Bahn. Eine Mitteilung der Stadt Biberach in der Dienstagsausgabe der SZ, wonach der Bahnhof am 26. und 30. Mai gesperrt sein sollte, hatte bei Lesern für Irritationen gesorgt.

Irritierte Fahrgäste

Die Stadt hatte zunächst mitgeteilt, dass der Bahnhof am Sonntag, 26. Mai, und Donnerstag, 30. Mai, jeweils von 8 bis 18 Uhr gesperrt sein werde. Diese Information kam laut Pressesprecherin der Stadt, Andrea Appel, von der DB Netz AG. „Wir haben im Zuge des Genehmigungsverfahrens für die Bauarbeiten von der Totalsperrung erfahren.

Die DB Netz AG hat uns gebeten, die Bevölkerung zu informieren“, sagt Appel auf Nachfrage. Das habe sie auch getan und die Meldung an die Medien weitergegeben. Diese erschien in der Dienstagsausgabe und löste Verwirrung aus, weil potenzielle Fahrgäste von der geplanten Sperrung kalt erwischt wurden. Leser riefen in der SZ-Redaktion, bei der Stadtverwaltung und bei der Deutschen Bahn an, um Näheres zu erfahren.

Änderung im Terminplan

Rückfragen der SZ und der Stadtverwaltung bei der Pressestelle der Bahn in Stuttgart förderten dann am Dienstag eine Änderung im Terminplan zutage: Statt Sonntag und Donnerstag (Christi Himmelfahrt) sollen nun die Arbeiten nun am Samstag stattfinden. Am Sonntag und Donnerstag werden die Arbeiten an den Gleisen zwar fortgesetzt, aber auf freiem Feld und nicht mehr am Bahnhof, sagt Julia Weber, Pressesprecherin der DB Netz AG.

Gesperrt ist der Bahnhof wegen Bauarbeiten, die für die Elektrifizierung der Südbahn notwendig sind. Sie betreffen die Gleise zwei, drei und vier auf der Bahnstrecke zwischen Freiburger Straße und der Brücke über den Eselsberg. Dort werden die Masten für die Oberleitungen in den Boden gerammt. Diese Gründungsarbeiten verursachen erheblichen Lärm, die Bahn kündigte „circa 100 Dezibel“ an.

Aufzüge am Bahnhof stillgelegt
Der Notruf bei den Aufzügen ist defekt. Wann der Schaden repariert werden kann, ist noch nicht klar.

Zum Vergleich: Ein Presslufthammer in zehn Metern Entfernung verursacht ähnlich großen Lärm. Die Arbeiten an den Gleisen werden nachts fortgesetzt, von 20 Uhr am Samstagabend bis zum Sonntagmorgen um 6 Uhr. Doch diese Arbeiten seien dann nicht mehr „lärmintensiv“, sagt Julia Weber. Die DB Netz AG ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, das sich um die Infrastruktur der Bahn kümmert.

Reisezentrum wird umgebaut

Ebenfalls von Umbaumaßnahmen betroffen ist das Reisezentrum im Bahnhof. Laut Mitteilung der Bahn bleibt es von Freitag, 24. Mai, bis Dienstag, 28. Mai, geschlossen. Während dieser Zeit wird das Reisezentrum so umgebaut, dass es für Kunden, die mobilitätseingeschränkt sind, einen besseren Service bietet.

So wird ein Schalter mit einer höhenverstellbaren Kundentischplatte ausgestattet. Zudem soll für hörgeschädigte Personen eine induktive Hörschleife eingebaut werden, die Geräusche in elektrische Signale umwandelt. Mit Hörgeräten, die eine spezielle eingebaute Empfangsspule haben, können diese Signale dann störungsfrei verstärkt empfangen werden.

Darüber hinaus richtet die Bahn einen sogenannten Video-Schalter ein. Dieser Schalter verfügt über zwei Bildschirme, ein Mikrofon und einen Lautsprecher sowie einen speziellen Fahrkartenautomaten. Per Knopfdruck meldet sich der Kunde an. Der Reiseberater schaltet sich auf, so dass beide nun über Webcam und Sprachverbindung miteinander kommunizieren können.

Auf dem zweiten Bildschirm verfolgt der Kunde die Arbeitsschritte des Reiseberaters, wie zum Beispiel die Suche nach einer Verbindung oder einem günstigen Fahrpreis. Um an seine Fahrkarte zu kommen, muss der Kunde nur noch am Automaten mit Bargeld, EC- oder Kreditkarte bezahlen. Die Berater des Video-Schalters sitzen in der Zentrale der Bahn in Ludwigsburg und sind laut Bahn mit den regionalen Besonderheiten vertraut.

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