Tierschützer kritisieren Wildtierhaltung im Zirkus

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So sieht die Elefanten-Nummer beim Circus Krone aus.
So sieht die Elefanten-Nummer beim Circus Krone aus. (Foto: Circus Krone)

Circus Krone aus München gastiert von Freitag, 20. April, bis Dienstag, 24. April auf dem Gigelberg in Biberach. Und immer, wenn ein Zirkus irgendwo seine Zelte aufschlägt, sind die Tierschützer nicht weit. Die Aktionsgruppe Tierrechte Bayern kritisiert das Gastspiel beispielsweise scharf: „Tiere, insbesondere Wildtiere, können in einem reisenden Zirkusbetrieb systembedingt niemals artgerecht gehalten werden“, so Simon Fischer, Sprecher und Mitgründer der Aktionsgruppe in einer Pressemitteilung.

Befürworter gibt es aber auch: Das Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Circus“ hat sich bereits mit einem offenen Brief an Biberachs Oberbürgermeister Norbert Zeidler gewandt. Darin steht: „Unser Ziel ist der Erhalt des Kulturguts Zirkus mit Tieren unter Maßgabe bester Tierhaltungsstandards. (...) Die Tiere des Zirkus Krone werden nicht gequält und sind keineswegs verhaltensgestört.“

Dem hält die Aktionsgruppe Tierrechte Bayern entgegen: „Bei vielen Kronetieren zeigt sich die nicht artgerechte Haltung in Form von Verhaltensstörungen. Seit Jahren beobachtet und dokumentiert die Aktionsgruppe solches Verhalten, wie das sogenannte Weben bei Elefanten und Pferden, – außerdem stereotype Bewegungsabläufe bei den Raubtieren. Dieses Verhalten ist Ausdruck von erheblichem Leid.“

Laut offenem Brief des Aktionsbündnisses „Tiere gehören zum Circus“ würden wiederholende Bewegungen im Circus Krone nur in ganz seltenen Fällen vorkommen und nur ganz kurze Zeit andauern. Sie könnten schon allein deshalb nicht als Verhaltensstörungen interpretiert werden. „Zudem lässt stereotypes Verhalten häufig nicht auf Unwohlsein schließen, sondern hat harmlose Ursachen, wie zum Beispiel ungeduldiges Warten auf angenehme Ereignisse wie Fütterung oder Körperpflege oder aufgeregtes Beobachten von Ereignissen, die außerhalb des Geheges stattfinden“, heißt es weiter in dem Schreiben.

In einem Interview mit der „Schwäbischen Zeitung“ nimmt Zirkusdirektorin Jana Lacey-Krone Stellung zu solchen Vorwürfen. Auf die Frage, wie sie mit der Kritik umgeht, antwortet sie: „Transparent. Mir ist immer wichtig, beide Seiten zu hören. Ich kann es auch akzeptieren, wenn jemand nicht in einen Zirkus mit Tieren gehen will. Wir öffnen Kritikern auch gerne unsere Türen. Es kommt allerdings selten vor, dass das Angebot angenommen wird, sich ein eigenes Bild zu machen.“

Stadt erlaubt Zirkusbetrieb

Für die Stadt Biberach steht es außer Frage, Zirkus zu verbieten: „Es hat schon Tradition in Biberach, dass einer, maximal zwei Zirkusse im Jahr auf dem Gigelberg gastieren“, sagt Andrea Appel, Pressesprecherin der Stadt Biberach. „Ungefähr im Fünf-Jahres-Rhythmus ist auch ein großer Zirkus wie Circus Krone dabei.“

Andrea Appel weiß: „Nicht jeder mag Zirkus und manche sehen Zirkusbetriebe mit Wildtieren kritisch. Der Gigelberg ist Volksfestplatz und auf ihm werden von der Stadt auch Zirkusbetriebe zugelassen, so sie einen entsprechenden Antrag stellen und keine Gründe entgegenstehen.“ Die Parkverbotsschilder auf dem Gigelberg würden bereits stehen, sie gelten ab 17. April: „Da rechnen wir dann mit den ersten Fahrzeugen von Circus Krone“, so Appel.

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